Kabarett-Urgestein Lisa Fitz beweist im Wachtelhof ihr Talent als Entertainerin

„Na, Du alte Bergziege“

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Lisa Fitz

Rotenburg - Zum Schmunzeln, Lachen und Nachdenken brachte Lisa Fitz ihre Gäste am Freitag im Wachtelhof. Dort gastierte die bayerische Schauspielerin und Autorin für eine Lesung und bewies ihr Talent als Entertainerin.

Hoteldirektor Heiko Kehrstephan begrüßte Fitz als „Königin des Kabaretts“. Darüber freute sich die Autorin, musste aber auch lachen. Bevor sie mit der Lesung loslegte, plauderte sie ein wenig über alles mögliche, wie ihren Lieblingsstatus Single, und gibt ihren Zuhörern mit auf den Weg: „Ich möchte zum Schluss nicht sagen: Mein Leben hat allen gefallen, nur mir selber nicht.“

Kapitel eins des Abends befasste sich mit ihrer Reise durch Arizona, genauer Death Valley. Haarklein beschrieb Fitz die Hitze, Trockenheit und Landschaft und bewies damit, dass sie mit allen Sinnen wahrnimmt.

Nicht nur das gab ihrer Lesung eine schillernde Note. Sie sparte nicht mit Mimik und Gestik, ahmte Geräusche wie sich öffnende Reißverschlüsse und den Slang amerikanischer Typen nach, die sie trifft. Aber auch den Reisebus voller Schwaben. Fitz schob ein, dass sie neben ihrem Lieblingsstatus Single noch eins liebt: mal nicht erkannt, begutachtet und bewertet zu werden sowie sich hinter einer Sonnenbrille zu verstecken.

Eine Schwäbin aus dem Touri-Bus fixierte Fitz „wie ein Huhn, die einen Wurm entdeckt hat“. „40 Schwaben mit gezückter Kamera stürzen auf mich zu“, sagte die Bayerin, die in ihr Wohnmobil flüchtet, was ihr Sohne Neppo (die Ein-Mann-Plage) unhöflich findet.

Die Kabarettistin gestand ihren Zuhörern außerdem, dass Sektempfänge im Rahmen von Auftritten unter Kollegen als Horror gelte. „Örtliche Honorationen und Ehrenamtliche des Kulturvereins warten darauf, dass der Witzbold Witze macht. Macht der Hofnarr aber nicht. Der Hofnarr ist müde.“

Interessiert spitzten alle die Ohren, als es um eine wahre Geschichte mit FJS geht. Franz Josef Strauß bittet zu Tisch, drückt ihr dann irgenwann sein Knie an ihres, bittet sie und zwei weitere Bekannte in ein Appartement und trinkt Bruderschaft mit Fitz. Sie entzieht sich der Situation und bei einem späteren Wiedersehen sagt Strauß zu ihr: „Na, Lisa, Du alte Bergziege.“ Fitz: „Das klang nach Lob und Respekt.“

Die Kabarettistin stammt aus einer Künstlerfamilie, die sie in dritter Generation fortsetzt. „Mit fünf wurde ich gefragt, was ich werden will. ,Kaschperl‘. Das war für mich eine Identifikationsfigur.“

bd

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