44 Kult-Bikes am Start

Hattrick: Julian Eden erneut „Schwalbenkönig“ von Unterstedt

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Vorne weg: Julian Eden wurde wieder „Schwalbenkönig“.

Unterstedt - Von Bettina Diercks. Ehrgeiz ist vorhanden, aber noch viel größer ist der faire Sportsgeist, mit dem beim Schwalbenrennen in Unterstedt um den Königstitel gekämpft wird. Eine Hattrick landete am Sonnabend Julian Eden, der sich erneut den Titel „Schwalbenkönig“ sicherte, der in der Standardklasse 50 Kubikzentimeter ausgefahren wird.

Nicht nur seine unterschiedlichen Kult-Kleinkrafträder der Marke „Simson“ aus der DDR sind fit. Eden überzeugt mit fahrerischem Können und Siegeswillen, aber auch mit überzeugender Fairness und Kumpelhaftigkeit. Letzteres ist bezeichnend für den Tag. So sehr auch um den Sieg gerungen wird, erfolgt doch alles mit viel Augenzwinkern, spaßigen Momenten und unter Freunden. Eden holt außerdem Sieg in der Juniorenklasse. Im Rahmen der Siegerehrung zeichnet er außerdem durch eine große Geste aus. Seine blaue Schwalbe, die früher mit seinem Vater über die Rasenpiste juckelte, gibt er an Bruder Hendrick weiter.

Teilnehmer- und Zuschauerrekord

Zum 25-jährigen Bestehen des Vereins verzeichnen die Organisatoren Rekordwerte: „44 genannte Schwalben. So viele hatten wir noch nie am Start“, sagt Vereinspräsident Otto Kettenburg, dessen Kurzfazit des Tages lautete: „Einfach spitze.“ An guten Renntagen hatten die Organisatoren bislang bis zu 400 Zuschauer registriert – auch das wurde vom Jubiläumsjahr getoppt. Überschlägig gerechnet kamen die Veranstalter auf 800 Schaulustige; mit zum Teil wechselnden Neugierigen. Alle zwei Jahre verwandelt sich eine Wiese zwischen Unterstedt und Adel zur Mopedpiste. Mit Kurven, Sandabschnitt und Wasserloch begeistern die Fahrer am Sonnabend erneut das Publikum.

Fotos vom Schwalbenrennen in Unterstedt

Mit besonderem Ehrgeiz wird das Staffelrennen ausgefochten, in dem die Unterstedter Dorfhälften Ost gegen West in erster Linie um die Ehre kämpfen; die Grafeler gegen die Ahauser Seite. Gut vorbereitet und mit dem Siegesschwur aus 2015 trat in diesem Jahr Ost gegen den starken Westen an. Die ersten beiden Fahrer müssen per pedes zu ihren DDR-Mopes laufen, sie ankicken, losfahren und möglichst gleich Vorsprung herausfahren. An der Ziellinie wird der nächste Teamfahrer abgeklatscht. Ost hat trotz bester Vorbereitung Pech: Ein Maschinenausfall zerstörte Hoffnung und anfängliche Chance. So kann erneut das Team West unter Mannschaftskapitän Henry Badenhop den Wanderpokal entgegen nehmen.

Wasserdurchfahrten sind eine Gaudi

Zwischen den Qualifikationsläufen der einzelnen Klassen gehen erstmals die Duos auf die Piste. Vom Schick mit Verdeck war von den Mitte der 1950er herausgebrachten dreirädrigen Mopes der Firma Louis Krause (Leipzig) allerdings nichts mehr zu sehen. Entkleidet und damit aufs wesentliche reduziert werden die motorisierten Krankenfahrstühle auf die Piste gebracht. Der Wasserdurchfahrten sind natürlich um einiges spektakulärer als die der zweirädrigen Kollegen. Für Landverhältnisse große Bugwellen und Spritzer lassen die Dreiräder nahezu hinter eine Wassergardine verschwinden. Und sicherlich spielt bei den zwei zu fahrenden Runden nicht nur der Zeitfaktor eine Rolle, da das Wasserloch auf der kürzeren Strecke der Rennpiste liegt. Den Fahrern verlangt die große Pfütze fahrerisches Können ab, bereitetet ihnen offensichtlich aber auch Gaudi und sorgt für großartige Bilder.

Zum zweiten Mal gibt es das Amazonenrennen, an dem im Jubiläumsjahr allerdings nur drei Fahrerinnen teilnehmen. Mit fliegender Kittelschürze holt sich hier Debütantin Kerstin Lüttjohann souverän den Sieg vor Yvonne Heymann und Nadine Hesse, die 2015 noch das Rennen für sich entschieden hatte. Weit angereist ist Axel Weiß aus Fulda (Hessen) mit seiner roten Schwalbe. Er flog förmlich zum Sieg in der offenen Klasse (über 50 Kubikzentimeter). Bei den Senioren nimmt Uwe van den Berg den Pokal entgegen.

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