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Jugendticket kommt September in den Landkreis Rotenburg

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Von: Andreas Schultz

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Das Profil eines Busreifens, im Hintergrund mehrere Busse.
Das Jugendticket, mit dem Schüler und Azubis für 30 Euro pro Monat Bus und Bahn im Landkreis Rotenburg nutzen können, ist nicht etwa unter die Räder gekommen – es kommt nur mit Verspätung: voraussichtlich September. © Schultz

Das Jugendticket für Schüler und Auszubildende kommt September in den Landkreis Rotenburg. Die Zielgruppe zahlt dann 30 Euro für einen Monat Zugang zum ÖPNV - sogar bis ins Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen (VBN) hinein.

Rotenburg – Eigentlich sollte mit dem August das Jugendticket kommen. Doch dann kam das Neun-Euro-Ticket der Bundesregierung dazwischen, das voraussichtlich Juni, Juli und August allen Fahrgästen deutschlandweit Zugang zum öffentlichen Nahverkehr sichert und noch ein ganzes Stück günstiger ist. „Es wäre Unsinn, damit zu dem Zeitpunkt zu starten“, befindet daher auch Erster Kreisrat Torsten Lühring. Findet auch der Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr – und verlegt den Start mit dem Jugendticket vorerst in den September.

Die Idee: Schüler und Auszubildende sollen für 30 Euro einen Monat lang öffentliche Verkehrsmittel nutzen können, einen Euro pro Tag quasi. So wie beim Wiener 365-Euro-Ticket, erklärt Lühring, und verweist somit auf den Geburtsort der Idee des günstigen Tagespreises. Eine abgespeckte Version dieses Österreicher Projekts sei im Landkreis Rotenburg denkbar – nämlich genau für die Gruppe Fahrgäste, die Mobilität braucht, sie sich aber mangels ausreichend Taschengeld oder aufgrund des geringen Gehalts in der Ausbildung nicht unbedingt selbst leisten kann.

Jugendticket: Was kostet es, wer bezahlt?

Der Preis von 30 Euro bleibt für den Anfang bestehen. Der Landkreis weiß aber auch, dass die Preisentwicklung Anpassungen notwendig machen könnte. Mit 400 000 Euro pro Jahr rechnet der Landkreis an Gesamtkosten für den Einstieg – knapp mehr als die Landesförderung. Aus den Mitteln gleicht der Landkreis unter anderem die Mindereinnahmen, die dem VBN entstehen, aus. Dieser Ausgleich soll noch vertraglich geregelt werden.

Die theoretischen Grundlagen darüber, welche Standards einzuhalten sind, um auch an die Förderung der Landesregierung von regionalen Schüler- und Azubi-Tickets zu kommen, hat sich der Ausschuss schon im Dezember angeeignet. Inzwischen ist auch klar, um wie viel Geld es dabei eigentlich geht. Auf den Landkreis entfallen rund 392 000 Euro – und damit „kann man eine Menge machen“, findet Lühring.

Wir haben in Richtung Bremen die Maximallösung ausgehandelt.

Torsten Lühring

Mindestens im Kreisgebiet soll das Monatsticket gelten, aber möglichst auch in angeschlossene Tarifgebiete übergehen: „ein bisschen VBN, ein bisschen HVV“, schweben dem Ersten Kreisrat dabei vor. Nun ist allerdings auch klar: „Richtung Hamburg ist da nichts zu machen. Gleichzeitig haben wir in Richtung Bremen die Maximallösung ausgehandelt“, teilt Lühring mit. Die eigenen Planungen des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) auf Einführung des regionalen Schüler- und Auszubildendenticket seien nämlich noch nicht abgeschlossen, heißt es dazu in der Beschlussvorlage des Ausschusses. Auch ein Einführungstermin stehe noch nicht fest und eine Abstimmung mit den Mitgliedskommunen sei ebenfalls noch nicht erfolgt. Der Landkreis werde eine weitergehende Anbindung an den HVV weiterverfolgen. Gleichzeitig kann der Landkreis vermelden, dass der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) sowie der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) ein Jugendticket unter dem Namen „TIM“ („Täglich Immer Mobil“ – Das junge Abo-Ticket, wie der VBN wirbt) einführt. „Dieses Jugendticket wird im gesamten VBN-Tarifgebiet und damit auch auf den Bahnstrecken in den ZVBN-assoziierten Gemeinden im Landkreis Rotenburg gelten. Darüber hinaus soll es im ROW-Tarif anerkannt werden und damit auch in den nicht assoziierten Gemeinden des Landkreises im straßengebundenen ÖPNV gelten“, heißt Lührings „Maximallösung“ ausgeschrieben in der Beschlussvorlage.

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