Jugendliche und Kinder werden gezielt an die Politik herangeführt

Lara und Steffen sind Bürgermeister in Mulmshorn

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Ortsbürgermeisterin Mattina Berg im Gespräch mit Lara Bammann und Steffen Bammann.

Mulmshorn - Von Heinz Goldstein. Es ist ihr erster offizieller Auftritt als Jugend-Bürgermeisterin beziehungsweise Kinder-Bürgermeister mit einem örtlichen Medienvertreter. Gespannt warten Lara Bammann und Steffen Bammann auf die Fragen des Mitarbeiters der Rotenburger Kreiszeitung. „Etwas aufgeregt sind wir schon. Aber wir haben uns gut auf das Interview mit Ihnen vorbereitet“, erzählen sie. Die zwei verbindet nicht nur der Nachname: Sie sind beide demokratisch gewählte Bürgermeister von Mulmshorn, und jeweils ein Mitglied aus der Familie ist im Ortsrat politisch aktiv.

Wer nun glaubt, die jungen „Politiker“ sind Geschwister, der hat sich getäuscht, denn die 15-jährige Schülerin der Realschule und der 12-jährige Gymnasiast stammen aus unterschiedlichen Familien. „Erstmalig sind in diesem Jahr die Ämter des Kinder- sowie Jugend-Bürgermeisters gewählt und besetzt worden“, erklärt Mattina Berg (SPD), die als Ortsbürgermeisterin von Mulmshorn beim Pressegespräch dabei war. Die Idee zu einer solchen Wahl habe sie aber schon länger gehabt. „Meine Intention ist es, die Schüler in die politische Arbeit mit einzubeziehen“, so Berg. Da habe sich das Kinderferienprogramm für die Durchführung einer solchen Wahl angeboten. Anhand einer Liste aller Kinder und Jugendlichen der Ortschaft im Alter von 8 bis 17 Jahren waren immerhin 54 Minderjährige wahlberechtigt. Davon haben sich zehn in die Kandidatenliste eintragen lassen.

Die Wahl im Juli ist wie bei einem „normalen“ Verfahren abgelaufen. Alle Wahlberechtigten sind am Tag der Entscheidung in das Haus der Zukunft (Wahllokal) gekommen. Immerhin haben 30 von ihnen dort ihre Stimme abgegeben. Mit überwältigender Mehrheit wählte der junge Mulmshorner Nachwuchs Lara und Steffen in die vakanten Ämter.

„Ich erlebe Kommunalpolitik im eigenen Hause. Mein Vater Thorsten ist Ortsratmitglied. Das hat mein Interesse für die Politik früh geweckt“, erklärt Steffen. Er habe festgestellt, dass die Erwachsenen einige Entscheidungen treffen, die speziell Kinder angehen – zum Beispiel die Umgestaltung des Spielplatzes am Tannenweg. „Hierfür sehe ich durch den guten und direkten Draht zur Bürgermeisterin nun die Möglichkeit, die Wünsche von uns Kindern unmittelbar an den Ortsrat weiterzuleiten“, gibt sich der 12-Jährige zuversichtlich.

Auch in Laras Familie ist die politische Arbeit kein Neuland. Ihr Onkel Nils ist im dortigen Ortsrat und vertritt die Interessen seiner Wähler. Lara habe sich wählen lassen, um Wünsche der Jugendlichen über die Bürgermeisterin an den Ortsrat heranzutragen. „Viele von uns Jugendlichen trauen sich erst gar nicht, die erwachsenen politischen Vertreter des Dorfes persönlich anzusprechen. Jetzt trägt die Dorfjugend ihre Vorstellungen an mich heran. Ich fasse diese zusammen und ich gebe sie an die entsprechende Stellen weiter“, beschreibt Lara im Groben ihre Aufgabe. Die beiden Bürgermeister hoffen, dass sie in Zukunft etwas im Ortsrat bewegen können. Als nächstes wollen sie an einer Versammlung teilnehmen und selbst miterleben, wie und ob ihre Ideen und Vorschläge bei den Politikern des Ortes Gehör gefunden haben.

„Nach der Wahl ist vor der Wahl“, sagen sie – und die ist im nächsten Jahr in den Sommerferien. „Wiederwahl ist schließlich möglich“, erklären die beiden Nachwuchs-Politiker mit einem Augenzwinkern.

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