Die Journalistin gibt Tipps für den Umgang mit schwierigen Situationen

Nina Ruges Wegweiser zum inneren Kraftort

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Nina Ruge war im Wachtelhof zu Gast.

Rotenburg - Mit Nina Ruge hatte das Landhaus Wachtelhof am Mittwoch eine aus dem Fernsehen bekannte Persönlichkeit zu Gast. Die Journalistin und Buchautorin hielt zu ihrem jüngsten Buch „Der unbesiegbare Sommer in uns: Ein Wegweiser zu unserem ureigenen Kraftort“ einen Vortrag.

Nina Ruge freute sich, „dass doch so viele gekommen sind, weil doch so viele junge Männer da waren“. Sie meinte damit die jungen Fußballer des HSV, die zeitgleich mit ihr angereist waren. Die Buchautorin zeigte sich äußerst kontaktfreudig, setzte sich zu ihrem Publikum und hielt einen kleinen Plausch – alles mit großer Souveränität und äußerst professionell.

Unumwunden gab Ruge zu, dass sie mit und in dem Buch nichts neu erfunden habe. „Ich habe überall geklaut“, sagte die Journalistin, die im Hosenanzug auftrat. Bekannt ist die 58-Jährige dafür, Weisheiten in ihren Büchern zu sammeln.

Auf ihr jüngstes Werk sei sie gekommen, weil sie im „hohen Alter von 56“ aufgeschrieben habe, was sie vermisse. „Ich habe früh angefangen, mich mit dem Buddhismus zu beschäftigen und ich habe sehr früh viel gearbeitet; alles mit großer Leidenschaft“, berichtete Ruge.

Und doch sei da immer das Gefühl gewesen, dass ihr etwas fehle. „Je mehr ich gearbeitet habe, umso stärker suchte ich nach etwas, das mich erdet.“ Auch der Titel des Buches sei gestohlen, und zwar handele es sich um ein Zitat des französischen Schriftstellers und Philosophen Albert Camus: „Mitten im tiefsten Winter erkannte ich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt.“ Ruge: „Das ist ein so wunderbares Bild. Da ist die Sehnsucht, die wir alle spüren.“ Nur der Schlüssel dorthin sei verloren gegangen.

„Gedankenmoskitos“ – so bezeichnet Ruge das lästige Hintergrundgemurmel, das den meisten Menschen ganztägig durch den Kopf schießt. Meist dreht es sich darum, was noch alles zu erledigen ist. „Diese Gedankenschnipsel schläfern ein. Wenn Sie geistig abwesend sind, sind Sie nicht glücklich“, sagte die frühere Studienrätin. Daher gelte, diese Gedankemoskitos zu kontrollieren. „Wenn Sie ganz bei einer Sache sind, sind Sie glücklich.“

Die Moderatorin riet ihren Zuhörern außerdem, Widerstände aufzugeben und zu lernen, Situationen so anzunehmen, wie sie sind. Sie gab den Ratschlag, sich eine Methode anzueignen, die es einem Menschen täglich mehrfach ermöglicht, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen. „Sie müssen die innere Führung übernehmen“, sagte Ruge. Ein paar Mal tief durchatmen, ein Lied oder gar eine Geste wie etwa zum Himmel erhobene und geöffnete Arme: „Sie brauchen ein Bild, mit dem Sie sich wohlfühlen. Und es muss mit Gefühlen zu tun haben.“ Sätze seien ebenfalls hilfreich, so die Autorin. „Sagen Sie sich das, das macht etwas mit Ihnen. Ich sage mir zurzeit zum Beispiel ‚Ich liebe das Leben‘. Ich wechsel aber immer wieder.“

„Mir fehlen die Worte. Das ist selten“, sagte Margrit Jäger-Waldau, Direktionsassistentin im Landhaus Wachtelhof, nach dem Vortrag. Ruge befand sich schon wieder auf dem Sprung zum Flieger und freute sich, keinen Blumenstrauß von Jäger-Waldau zu erhalten. „Ich liebe nur, was noch Wurzeln hat“, sagte die Gastreferentin und freute sich stattdessen über ein Wellnesspaket mit Wärmflasche und Tee.

bd

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