Der Wunschkandidat

Jörg Wesemann ist neuer Leiter der Polizeiinspektion Rotenburg

Polizeipräsident Thomas Ring (l.) und sein Vize Hans-Jürgen Felgentreu (r.) verabschieden Torsten Oestmann (2.v.r.) und begrüßen Jörg Wesemann als neuen Leiter der Rotenburger Polizeiinspektion.
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Polizeipräsident Thomas Ring (l.) und sein Vize Hans-Jürgen Felgentreu (r.) verabschieden Torsten Oestmann (2.v.r.) und begrüßen Jörg Wesemann als neuen Leiter der Rotenburger Polizeiinspektion.

Die Rotenburger Polizeiinspektion hat jetzt auch ganz offiziell einen neuen Leiter: Während einer Feierstunde im Heimathaus hat Jörg Wesemann den Posten von Torsten Oestmann übernommen, der seit dem 1. November neuer Bürgermeister der Kreisstadt ist.

Rotenburg – Die Tinte auf den Verträgen und Urkunden ist noch nicht lange getrocknet, als Polizeivertreter, der neue Landrat, einige der teils neuen Hauptverwaltungsbeamten und weitere Gäste am Freitag im Rotenburger Heimathaus zusammenkommen, um Torsten Oestmann, Rotenburgs neuen Bürgermeister, als Leiter der hiesigen Polizeiinspektion zu verabschieden und gleichzeitig den neuen Chef, Jörg Wesemann, willkommen zu heißen. Denn, das verschweigen viele Redner an diesem Vormittag nicht: Oestmanns Entscheidung, als Bürgermeister zu kandidieren, sei eine große Überraschung gewesen. „Dass du der Wahlsieger bist, war aber für uns alle keine Überraschung“, merkte Polizeipräsident Thomas Ring von der Polizeidirektion Lüneburg an.

Für den scheidenden Leiter gibt es viele lobende Worte von seiner „Polizeifamilie“: kompetent sei er, zeige hohe Einsatzbereitschaft, ist ein guter Berater, authentisch und ehrlich. Die Liste ist lang. Es ist ein Schritt, der Oestmann bei seinen Abschiedsworten merklich nicht leicht gefallen ist, trotz aller Vorfreude auf die nun anstehenden Aufgaben als Rotenburger Verwaltungschef. „Man verlässt etwas, das einem ans Herz gewachsen ist“, erklärt Oestmann, der damit nach 38 Jahren als Polizeibeamter des Landes Niedersachsen abtritt. Trotz aller Herausforderungen, denen sich Polizeibeamte zunehmend gegenübersehen, sei es beim Thema Drohungen oder Angriffe gegenüber Einsatzkräften oder auch Themen wie Digitalisierung oder, in der Polizei derzeit rege diskutiert, die Art der Führung. Etwas, das sowohl Oestmann als auch Wesemann auf moderne Art kompetent umgesetzt hätten – immer auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern, offen und transparent. „Führen und lernen auf beiden Seiten“, nennt es Ring.

Jörg Wesemann (r.) kehrt als Leiter für Rotenburg in seine Heimat zurück.

Das braucht es auch, denn auf allen Seiten stehen in den kommenden Jahren Herausforderungen auf dem Programm, von denen manche heute noch nicht einmal bekannt sind.

Einer, der sich den Herausforderungen stellen will, ist Jörg Wesemann. Ein unbekanntes Gesicht ist dieser nicht – im Gegenteil, hat Ring einmal nachgerechnet: Bereits das vierte Mal wandelt Wesemann auf Oestmanns Spuren, war zuletzt Leiter der Polizeiinspektion Stade, wie Oestmann vor ihm. Aber, das erbittet sich Ring humorvoll, er möge es doch „jetzt mit der Verfolgung bitte sein lassen“. Für Wesemann, der in Zeven wohnt, ist der neue Posten sowohl privat als auch beruflich eine Heimkehr. In Rotenburg war er bereits mehrere Jahre Leiter des Einsatzbereiches. Es ist eine Heimkehr, die er sich insgeheim ein wenig erhofft hatte, als er von Oestmanns Kandidatur erfahren hat, gibt er zu, obwohl er sich auch in Stade sehr wohl gefühlt habe. „Aber es hat dann gekribbelt.“ Dass er ein Wunschkandidat vieler war, erklärt auch Polizeioberrat Fabian Bernert. Nach der Kommunalwahl gab es viele Spekulationen, „dein Name stand auf der Wunschliste ganz oben“.

Für Torsten Oestmann (l.) beginnt mit dem Abschied aus der Polizeiinspektion ein neues Kapitel.

Ring nennt Wesemann dabei zum zweiten Mal nach 2019, als dieser erst den Posten in Stade übernommen hatte, einen „Hirten, der die Herde zusammenhält“ – eine Rolle, die der Leiter mit „Bravur ausgefüllt“ hat. In seine anstehenden Aufgaben wolle sich Wesemann nun „voll reinhängen“, aber alleine gehe das keinesfalls. „Ich werde ein verlässlicher Ansprechpartner sein“, verspricht er und damit auf Oestmanns Spuren bleiben. Netzwerke schaffen und nutzen, Zusammenarbeit – auch mit dem Landkreis, der vertreten wird von Neu-Landrat Marco Prietz (CDU). Genannt wird beispielhaft die Sicherheitspartnerschaft im Kampf gegen Clan-Kriminalität. „Die uns auch in Zukunft fordern wird“, meint Prietz. Es geht darum, in einer gemeinsamen Anstrengung die Gefahren, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten durch clankriminelle Gruppierungen im Landkreis zu bekämpfen.

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