Jobcenter-Ausschuss des Landkreises diskutiert Umgang mit Asylsuchenden

„Nur Ehrenamt reicht nicht“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rotenburg - Mit 25000 Euro bezuschusst das Land Niedersachsen die neue Koordinierungssstelle für Migration und Teilhabe im Landkreis. Janthe Schröder und Diana Altun teilen sich seit Anfang 2015 die Aufgaben. Was genau damit erreicht wird und wie damit dem wachsenden Problem des Zustroms von Asylsuchenden auch im Landkreis begegnet werden kann, darüber gehen die Meinungen auch in der Politik noch weit auseinander.

„Es ist Unwillen erkennbar“, sagte am Dienstag Jürgen Borngräber (SPD) als Vorsitzender im Ausschuss für das Jobcenter des Landkreises. „Die Fragen nehmen zu.“ In Vertretung für Sozialdezernentin Imke Colshorn berichtete Harald Glüsing, Leiter des Jobcenters, über die bisherige Arbeit der Koordinierungsstelle. Dabei machte er auch deutlich, dass die Förderrichtlinien festschreiben, keine Einzelfallbetreuung anzubieten. Es gehe um Koordinierung: „Die Integration ist dann eine kommunale Aufgabe.“

Und diese Aufgabe ist eine gewaltige. Das wurde in der offenen Diskussion im Ausschuss deutlich, auch wenn es eigentlich nicht allein um Asylsuchende, sondern um Integration insgesamt gehen sollte. Vor zwei Wochen im Sozialausschuss wurde klar, welchen Umfang der Bereich einnimmt: Waren es 2013 noch 465 Asylsuchende, die dem Landkreis zugeteilt worden waren, stieg diese Zahl 2014 auf 750 an. Für 2015 wird ein weiterer Anstieg um 70 Prozent auf 1275 erwartet. Im Haushaltsplan 2015 sollen dafür 1,7 Millionen Euro mehr ausgewiesen werden.

Der „Freundeskreis Asyl Tarmstedt“ präsentierte in der Sitzung sein Integrations-Konzept mit den Säulen deutsche Sprache, Alltagsbewältigung und Werkzeugkunde. Einhellige Meinung: vorbildlich. Allerdings auch: nur über derlei Projekte könne die Aufgabe nicht bewältigt werden. Reinhard Bussenius (Grüne): „Wir müssen uns Gedanken über Finanzierungen und Aufwandsentschädigungen machen.“ Bernd Sievert (SPD): „Ehrenamtliche stoßen an Grenzen.“ Auch die Politik müsse sich mehr fragen, was sie beitragen kann.

Die Koordinierungsstelle sichtet dazu die bisherigen Projekte und wird ein lokales Handlungskonzept erstellen. Ein Austauschworkshop mit den Kommunen hat stattgefunden, bis Ende Mai läuft eine Fragebogenaktion. Die Auswertung könnte konkrete Handlungshinweise ergeben – die in den Kommunen des Kreises dann mit Leben gefüllt werden müssten.

mk

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