Job-Dating für Frauen mit Migrationshintergrund im Rotenburger Heimathaus

Angebot trifft auf Nachfrage

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In Gesprächen treffen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin aufeinander – wie hier Nesrin Seyar und Wolf Hertz-Kleptow, Schulleiter der Berufsbildenden Schulen Rotenburg.

Rotenburg - Die Koordinierungsstelle „Frauen & Wirtschaft im Landkreis Rotenburg“ will Frauen mit Migrationshintergrund den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben ermöglichen – möglichst im gelernten Beruf. Dafür fand am Dienstagabend im Heimathaus in Rotenburg das Projekt „Do it – Rotenburger Willkommenskultur“ statt. In einer Art Job-Dating hatten Arbeitgeber und potenzielle Arbeitnehmerinnen die Möglichkeit, Gespräche zu führen und sich gegenseitig vorzustellen und auszutauschen. Bei Verständigungsproblemen gab es sogar die Möglichkeit, eine Dolmetscherin hinzuzuziehen.

„Wir werden jünger, klüger und lebendiger“, erklärte Thea Ohle von der Koordinierungsstelle einleitend mit Blick auf die Menschen, die nach Deutschland einwandern. Migration und Fachkräftemangel gehöre für sie zusammen. Etwa 15 Frauen mit einem solchen Hintergrund trafen bei diesem Job-Dating nun auf rund 20 Vertreter von Unternehmen.

Als Schirmherr lies es sich Landrat Hermann Luttmann (CDU) nicht nehmen, den anwesenden Frauen Mut zu machen: Momentan gebe es wenige Arbeitslose, daher seien viele Stellen und Ausbildungsplätze unbesetzt. Es gelte, „Angebot und Nachfrage noch besser zusammenzubringen“.

Eine Chance auf einen Job – kurz und knapp beschrieb Teilnehmerin Nesrin Sayar, was dieser Termin für sie bedeutet. Ursprünglich kommt Sayar aus Syrien, lebt aber schon seit mehr als zehn Jahren in Deutschland und seit einem Jahr in Rotenburg – und findet derzeit keinen Job. Sogar beim Bundeskriminalamt war sie als Dolmetscherin tätig. Sie und die anderen Teilnehmerinnen führten viele Gespräche mit den Firmenvertretern. Besonders gefragt waren Ärztinnen, Erzieherinnen sowie Verwaltungsmitarbeiterinnen, so Johanna Meeske von der Koordinierungsstelle „Frauen & Wirtschaft“ im Anschluss: „Es gibt für zwei bis drei Frauen schon relativ konkrete Angebote.“

Aus seiner Enttäuschung über die Resonanz machte der stellvertretende Vorsitzende des Überbetrieblichen Verbund (ÜBV) im Landkreis Rotenburg, Matthias Dittrich, indes keinen Hehl: „Der eine oder andere Platz mehr hätte noch besetzt sein können.“ Seine Hoffnung lag auf einer baldigen Folgeveranstaltung. Dafür fehle aber noch die finanzielle Unterstützung vom ÜBV, so Thea Ohle: „Der Verbund braucht dafür noch mehr Mitglieder.“

Dann würde auch Nesrin Sayar wieder teilnehmen, erzählte sie – „wenn ich bis dahin keinen Job gefunden habe“.

iq

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