Freude beim BUND-Kreisverband über Teilnahme am Biotopverbund-Modellprojekt

Jetzt kann es losgehen

Manfred Radtke ist Kreisvorsitzender des BUND.
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Manfred Radtke ist Kreisvorsitzender des BUND.

Rotenburg – Für Manfred Radtke ist es eine ganz einfache Rechnung: „Wir beklagen das Insektensterben und den Rückgang im Bestand der Feldvögel. Wollen wir daran etwas ändern, müssen wir die Strukturen in der Landschaft verbessern.“ Genau das ist das Ziel des Modellprojektes „Eigene Vielfalt – Gemeinsam zum Biotopverbund mit Naturschutz & Landwirtschaft“. Jetzt kann es losgehen.

Der Rotenburger BUND-Kreisvorsitzende freut sich, dass der Landkreis Rotenburg eine der drei Modellregionen ist. Das Ammerland sowie die Region Südniedersachsen sind ebenfalls in den kommenden drei Jahren mit von der Partie.

Passender geht es nicht: Die Nachricht, dass Rotenburg Teil dieses Projektes ist, hat den BUND-Kreisverband kurz vor dem heutigen „Welttag der biologischen Vielfalt“ erreicht. Das Projekt ist ein Ausfluss aus dem im vergangenen Jahr vereinbarten „Niedersächsischen Weg“, den Naturschutz, Landwirtschaft und Politik im vergangenen Jahr vereinbart haben. Dazu gehört ein gemeinsames Maßnahmenpaket für mehr Artenvielfalt und Insektenschutz. Die Rede ist dabei von einem Insektenschutzprogramm sowie von einem Biotopverbund. Das Modellprojekt soll nun Aufschluss darüber geben, wie mehr artenreiche Lebensräume in der Agrarlandschaft geschaffen und die Vereinbarungen des „Niedersächsischen Weges“ umgesetzt werden können. Das alles findet in enger Kooperation des Umweltverbandes mit der Landwirtschaftskammer und dem Landvolk statt.

Im Bemühen um einen Biotopverbund werden sich die Beteiligten am Rahmenplan der Unteren Naturschutzbehörde orientieren, sagt Manfred Radtke in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Dabei stelle sich dann die Frage, welche schon bestehenden Biotope sich miteinander verbinden lassen. Radtke spricht von „linearen Strukturen“. Die seien wichtig, um die „Verinselung“ der Biotope zu reduzieren. „Und dann hoffen wir auf die Meldung von Flächen, die sich für einen Verbund anbieten.“

Zunächst steht ein erstes Regionaltreffen auf dem Programm – als Startschuss für das, was in den kommenden drei Jahren passieren soll. Dieses Treffen ist für den 2. Juni als eine Online-Veranstaltung vorgesehen. Die direkt Beteiligten, aber auch Vertreter der Politik können daran teilnehmen. Los geht es mit einem Kurzvortrag zum Thema „Eigene Vielfalt“. Danach stehen „Hecken in der freien Landschaft – Ökologische Bedeutung und naturschutzorientierte Pflege“ im Fokus, ehe es in eine Gruppenarbeitsphase geht. Darin befassen sich die Teilnehmer mit regionalen Aktivitäten für den Biotopverbund, mit den damit verbundenen Herausforderungen und aktuellen Problemen sowie potenziellen Flächen.

Radtke hofft auf ein Umdenken

Manfred Radtke verdeutlicht, worum es konkret gehen kann und muss: „Die Randstrukturen sind wichtig. Wir haben fast keine blühenden Wiesen mehr, kaum noch Kräuter.“ Krautsäume und Blühflächen, aber eben auch Hecken, in denen einheimische Gehölze genutzt werden, seien so wichtig, um die Artenvielfalt zu fördern. Das alles sei auch im Interesse der Landwirtschaft. „Deshalb geht es nur gemeinsam mit der Landwirtschaft, wenn wir etwas erreichen wollen“, umschreibt der BUND-Kreisvorsitzende die Bedeutung dieser Kooperation.

Radtke ist seit vielen Jahren schon dafür bekannt, dass er sich intensiv mit dem Umwelt- und Naturschutz befasst. Seit elf Jahren schon ist er BUND-Kreisvorsitzender – und in dieser Funktion vertritt er 730 Mitglieder. Ihm sei es besonders wichtig, deutlich zu machen, dass die Natur auch für die Landwirte kein Gegner ist. „Auch sie brauchen sie“, sagt er.

Akteure in dem Modellprojekt seien aber nicht nur die Landwirte und die Naturschützer, sondern auch die Jäger sowie die Wasser- und Bodenverbände. Es geht um Instandsetzungs-, Pflanz- und Pflegemaßnahmen. BUND, Landvolk und Landwirtschaftskammer weisen in einer gemeinsamen Pressemitteilung darauf hin, dass zunächst gemeinsame Leitbilder und Qualitätskriterien für die Gehölzpflanzungen und deren Pflege zu entwickeln seien. „Uns eint das gemeinsame Ziel, die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zu fördern“, wird Landvolk-Präsident Holger Hennies in der Pressemitteilung zitiert. Jeder der Partner solle seine Perspektiven einbringen. Das Lernen voneinander sei wichtig dabei. Für eine dafür erforderliche Vernetzung sollen Treffen, Seminare und Exkursionen stattfinden.

Manfred Radtkes Freude darüber, dass der Landkreis Rotenburg im von der Bingo-Umweltstiftung geförderten Modellprojekt mitwirken kann, bringt er relativ einfach auf den Punkt: „Es ist immer sinnvoll, das zu machen und von Anfang an dabei zu sein.“ Jetzt hoffe er vor allem, „dass im Laufe der Zeit ein Umdenken einsetzt“.

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