Baubeginn für das Hospiz „Zum Guten Hirten“

Jetzt geht’s los

Freude bei Johannes Stephens und Sandra Köbe: Der Bau des Hospizes beginnt. Fotos: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. Auf einem fast 6 000 Quadratmeter großen Grundstück am Therkornsberg in Rotenburg hat in dieser Woche der Bau für das Hospiz „Zum Guten Hirten“ begonnen. Das Diakonissen-Mutterhaus greift tief in die Tasche und nimmt rund vier Millionen Euro dafür in die Hand. Der Rohbau soll im Oktober stehen; mit der Eröffnung rechnet Johannes Stephens für April oder Mai kommenden Jahres.

Stephens, Referent des Vorstandes im Mutterhaus, ist Geschäftsführer der Betreibergesellschaft für das Hospiz. Darin arbeitet das Mutterhaus mit den Rotenburger Werken zusammen, die mit 25 Prozent an der Gesellschaft beteiligt sind. Alle weiteren Personalentscheidungen für das Hospiz folgen später im Laufe dieses Jahres. Insgesamt entstehen in der neuen Einrichtung mit zunächst acht Plätzen und zwei Angehörigenzimmern 25 Arbeitsplätze. Neben Stephens arbeitet Sandra Köbe als Projektleiterin an der Umsetzung eines Planes mit, der das Mutterhaus seit Mitte 2017 beschäftigt.

Köbe hatte zuletzt als Koordinatorin beim Verein Hospiz- und Palliativarbeit in der Region Rotenburg gearbeitet. Beide zusammen haben sich auf dem Gelände umgeschaut, als der Bagger seine Arbeit aufgenommen hat. „Ich freue mich sehr darüber, dass es jetzt endlich losgeht“, so Stephens. Das Hospiz wird eine Grundfläche von etwa 1 000 Quadratmetern haben und von einem Gelände umgeben, das geprägt sein wird von Elementen aus dem Psalm 23. Aber nicht nur das: „Es wird auch ausreichend Parkmöglichkeiten geben“, betont Sandra Köbe im Gespräch mit der Kreiszeitung. Ein gutes, sehr erfahrenes Pflegeteam werde sich im Hospiz um die Gäste kümmern. Der enge Kontakt mit den behandelnden Ärzten sowie die Nähe zum Diakonieklinikum und auch zu den Rotenburger Werken sei gut für alle Beteiligten. Es soll ein Haus für Menschen in ihrer letzten Lebensphase sein, erklärt Sandra Köbe bereits im März. Menschen, die unheilbar krank sind und damit eine begrenzte Lebenserwartung haben. Dabei gehe es um wenige Monate. In der Regel ergebe sich aus einem Gespräch mit dem Arzt eine Antwort auf die Frage, ob jemand ins Hospiz geht. Einer der Plätze soll dauerhaft für Bewohner der Rotenburger Werke zur Verfügung stehen.

95 Prozent der laufenden Hospiz-Kosten übernehmen die Kranken- und Pflegekassen. Das Mutterhaus selbst ist aufgerufen, jährlich weitere etwa 150 000 Euro zusammenzutragen, um diese mit in die Finanzierung einzubringen. Es geht also schon jetzt und damit noch deutlich vor der Fertigstellung darum, Freunde und Förderer zu finden, die sich in den Dienst dieser Einrichtung stellen. Ein großes Anliegen sei es außerdem, das Hospiz „Zum Guten Hirten“ in die Mitte der Gesellschaft zu rücken und gleichzeitig Netzwerkarbeit auf vielen verschiedenen Ebenen zu betreiben. „Wir bauen Zuhause – bauen Sie mit“, lautet die Überschrift einer grundlegenden Informationsbroschüre. Das Motto: „Weil Sterben Herzenssache ist“.

Das Projektteam sucht daher ganz gezielt die Öffentlichkeit. Die ersten Reaktionen seien positiv, es gebe schon erste konkrete Finanzierungszusagen. Auch jetzt in der von der Corona-Krise geprägten Zeit. Eine Situation, die auch Einfluss hat auf das Vorhaben, die Menschen in der Stadt und in der weiteren Umgebung mit der Veranstaltungsreihe „Forum Hospiz“ auf die neue Einrichtung für Menschen am Lebensende inhaltlich vorzubereiten. Nach einer gut besuchten Auftaktveranstaltung im „Aira“ mussten nämlich schon vor Wochen bis auf Weiteres alle weiteren geplanten Termine abgesagt werden. Stephens: „Wir hoffen, dass es im September weitergehen kann.“ Aus der Liste der Forum-Veranstaltungen muss er allerdings drei Termine komplett streichen. Das Fußball-Kabarett „David trifft Goliath – voll in den Winkel“ von und mit David Kadel wird es ebenso wenig geben, wie das ursprünglich schon für März geplante Konzert mit dem Ensemble „Wildes Blech“. Und auch das Konzert mit Chris Lass und seinem Gospelchor in der Kirche „Zum Guten Hirten“ fällt den derzeitigen Umständen zum Opfer.

Vor diesem Hintergrund freut sich Geschäftsführer Johannes Stephens umso mehr darüber, dass er in diesen Tagen eine große Spendenbereitschaft erlebt. Von privater, aber auch von institutioneller Seite kämen entsprechende Zusagen. Unter anderem auch von der Klosterkammer Hannover. Sie fördert die Ausstattung des stationären Hospizes mit 100 000 Euro. In der aktuellen Förderrunde werden vier Projekte mit insgesamt rund 450 000 Euro bedacht, wie die Klosterkammer am Donnerstag in Hannover mitteilte. Die größte Einzelsumme fließt mit 200 000 Euro in die Bildungsarbeit der niedersächsischen Gedenkstätten.

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