Ausgabe am Montag

Verpflichtende Corona-Tests für Schüler: Jetzt geht’s los

Die bei den Studiendirektoren am Norbert Bitzer und Dana Stäblein-Fischer packen die ersten Test-Kits aus, die das Ratsgymnasium erreicht haben.
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Die bei den Studiendirektoren am Norbert Bitzer und Dana Stäblein-Fischer freuen sich über die ersten Test-Kits, die das Ratsgymnasium erreicht haben.

Niedersächsisches Kultusministerium beschließt, Coronatests für Schüler und Lehrer sind vom kommenden Montag an zu Hause vor der Schule durchzuführen.

Rotenburg – Sollte die Kritik von Lehrern und Eltern etwa Wirkung gezeigt haben? Es sieht so aus. Denn die vom Niedersächsischen Kultusministerium bereits vor den Ferien ins Spiel gebrachten Coronatests für Schüler und Lehrer sind vom kommenden Montag an zu Hause und damit nicht erst in der Schule durchzuführen. Die Tests sind Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht, der auch nach den Ferien im Wechsel-Modell durchgeführt wird.

„Wir sind froh, dass das Ministerium den Forderungen vieler Schulen und Verbände gefolgt ist, die Tests zu Hause durchführen zu lassen. Damit werden eventuell positiv getestete Schüler vor Stigmatisierung geschützt“, erklärt Christian Birnbaum, Leiter der Scheeßeler Eichenschule. Die Schüler könnten nun die Tests im geschützten Raum durchführen. Zudem habe es bei Tests in der Schule Bedenken bezüglich der Sicherheit von Lehrkräften und Schülern gegeben. Birnbaum fügt hinzu: „Leider sind Lehrkräfte an weiterführenden Schulen noch immer nicht geimpft und somit einem erheblichen Risiko ausgesetzt.“

„Die Entscheidung ist sinnvoll“

„Die Entscheidung, dass die Kinder sich zu Hause testen, halte ich für sinnvoll“, sagt auch der Leiter der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rotenburg, Sven Thiemer. Diese Variante entlaste die Schule erheblich, außerdem verringere man dadurch Risiken, die mit den Tests in der Schule verbunden gewesen wären. Genau darauf hatten vor den Ferien bereits einige Lehrer, aber auch Eltern landesweit hingewiesen. Zunächst war nur für die Grundschüler eine Testung in den eigenen vier Wänden vorgesehen.

Allein die IGS benötigt für die zwei Tests pro Woche und Nase 1 500 Test-Kits. 750 davon haben die Schule während der Ferien erreicht – „die nächste Lieferung erwarten wir also in der kommenden Woche.“ Gleich am Montag können sich die Schüler ihres Testutensilien in der Schule abholen. Sie werden weiterhin im Wechsel immer zwei oder drei Tage pro Woche Präsenzunterricht haben und an den anderen Tagen zu Hause bleiben. Getestet werde immer montags und dienstags beziehungsweise mittwochs und donnerstags. 650 Mädchen und Jungen besuchen die IGS in den Jahrgängen fünf bis zehn. „Wer nicht an den Tests teilnehmen möchte, kann komplett zu Hause bleiben“, betont Sven Thiemer. Hinweise darauf, dass dies viele der Kinder und Jugendlichen betrifft, habe er allerdings nicht, sagt Sven Thiemer auf Anfrage unserer Redaktion.

Ausgabe der Test-Kits erfolgt am Montag

Auch Iris Rehder als Leiterin des Rotenburger Ratsgymnasiums kann mit der neuen Vorgabe in Sachen Tests sehr gut leben: Es sei ein „gangbarer, realistischer Kompromiss“, der das Notwendige – also das verpflichtende Testen – mit dem Möglichen vereine. Im Klartext: Die Lehrer könnten die Test-Betreuung nicht so ohne Weiteres in der Schule übernehmen. Auch im Ratsgymnasium erfolge die Testausgabe gleich am Montag: Vormittags können die Schüler in klassenweise getakteten Zeitfenstern kommen, nachmittags dann Eltern von außerhalb. Ein Info-Brief dazu ist an die Eltern gegangen.

„Wir werden am Montag die Tests ausgeben. Dafür haben wir den ganzen Tag bis 17 Uhr vorgesehen. Da bei der Ausgabe auch die Lehrkräfte eingespannt sind, wird es an diesem Tag keinen Unterricht geben“, teilt Christian Birnbaum mit. Dienstag und Mittwoch sollen die Schüler erstmals getestet in die Schule kommen. Bei zweimaliger Testung benötigt die Schule rund 2 250 Tests pro Woche. Die Schüler wechseln sich beim Präsenzunterricht tageweise ab.

Das Abi - ein strukturierter Abschluss der Schulzeit

Sehr erfreut zeigen sich übrigens Birnbaum und auch Rehder über die Entscheidung, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr stattfinden und eben nicht coronabedingt gestrichen werden. „Ich finde die Entscheidung, die Abiturprüfungen wie geplant durchzuführen, absolut richtig. Die Abiturienten der Eichenschule haben im laufenden Schuljahr keinen Unterricht versäumt, sie sind gut vorbereitet. Insofern gibt es aus meiner Sicht keinerlei Grund, an den Abiturprüfungen zu rütteln.“ Seine Kollegin Iris Rehder spricht von einem „verlässlichen und strukturierten Abschluss der Schulzeit, der als Übergang in einen neuen Lebensabschnitt möglichst normal auch in ungewissen Zeiten verlaufen sollte“. Die Vorbereitung sei gründlich und habe in regelmäßigem Präsenzunterricht für alle stattgefunden. „Jetzt sind die Abiturprüfungen der nächste logische Schritt.“ Am 19. April geht’s los.

Erst im Mai starten die Abschlussprüfungen in der IGS, berichtet Thiemer. Diese gingen mit jeweils halben Gruppen über die Bühne, was einen höheren Personalbedarf für die Aufsichten bedeute. „Aber das kennen wir ja aus dem letzten Jahr.“

Der Corona-Selbsttest gehört für die Schüler ab Montag zum Alltag.

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