Jetzt beginnt das große Warten

Krähen zerfleddern den Horst in Rotenburg

+
Zum Schluss kommt noch weiche Holzspäne in das reparierte Nest. Jetzt fehlen nur noch die Jungstörche. Das Warten beginnt.

Rotenburg - Zurückgekehrt aus der wärmenden Sonne des Südens, sind die ersten Störche inzwischen im eisigen Niedersachsen angekommen. Im Landkreis Rotenburg lassen die Adebare noch auf sich warten. Hier haben schwarze Rabenvögel teilweise ganze Arbeit geleistet und für den eigenen Nestbau einen Teil der Storchenhorste auf Dächern und Masten arg gefleddert.

Besonders hat es den vom Nabu auf dem Rotenburger Heimathaus neu gebauten Horst getroffen. Jetzt war es soweit: Storchenbetreuer Wilfried Glauch reparierte das ramponierte Nest, von dem die Krähen kaum etwas übrig gelassen hatten, in einer für ihn bisher einmaligen Aktion. Sollte in diesem Jahr das erste Storchenpaar auf dem Heimathausdach seine Jungen großziehen, dann aber in einer geordneten Wohnstube! Mit von der Partie war Jan Lühmann, 30-jähriger Mitarbeiter des Landkreis-Gebäudemanagements. Mit dem Steiger und der Arbeitsbühne ließ sich das Material bequem in neun Meter Höhe zu dem vor zwei Jahren vom Nabu eingerichteten Horst transportieren.

Glauch und Lühmann fuhren hinauf zu dem geschädigten Nest, dabei hatten sie Kopfweidenzweige für die Randbefestigungen und in einem Plastikkorb Baumspäne zum Auspolstern. Außerdem ungiftige weiße Farbe, die zum Schluss in dem Horst verteilt wurde, um interessierten Storchenpaaren vorzugaukeln, dass das Nest bereits von einem anderen Paar bewohnt wird. Mit dem „Farbentrick“ sollen die sensiblen Großvögel angelockt werden.

Nach knapp einer Stunde waren die beiden Männer mit ihren Horstreparaturarbeiten fertig, das Spezialfahrzeug fuhr zu einem anderen Einsatz. Und jetzt beginnt das große Warten: Wird der in Form gebrachte Storchenhorst auf dem Heimathaus in diesem Jahr von einem Adebarpaar bezogen und möglicherweise auch der zweite Nabu-Horst auf dem Dach der Rotenburger Superintendentur an der Goethestraße?

Wilfried Glauch, seit fünf Jahren Nabu-Storchenbetreuer und für den Südkreis zuständig, freut sich, dass es mit den Weißstörchen langsam bergauf geht. Nester gibt es inzwischen nicht nur in der Kreisstadt, sondern auch in Hellwege, Sottrum, Stemmen, Jeersdorf und Buchholz bei Visselhövede. Dass die Storchenpopulation im Altkreis Rotenburg langsam wächst, liegt auch an dem besseren natürlichen Futterangebot und an der verstärkten Bereitschaft der Bürger und Kommunen, Nisthilfen zur Verfügung zu stellen. Wilfried Glauch ist nach einem entsprechenden Lehrgang als Beringer von Jungstörchen für den gesamten Landkreis zuständig. Diese Arbeit im Auftrag der Vogelwarte will er 2018 fortsetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sieg gegen Real: Atlético Madrid holt UEFA-Supercup

Sieg gegen Real: Atlético Madrid holt UEFA-Supercup

Weiter Vermisste unter Trümmern in Genua

Weiter Vermisste unter Trümmern in Genua

Mia san wieder weg: Abschiede vom FC Bayern nach einem Jahr

Mia san wieder weg: Abschiede vom FC Bayern nach einem Jahr

Ford Focus im Test: Aller guten Dinge sind vier

Ford Focus im Test: Aller guten Dinge sind vier

Meistgelesene Artikel

„Laut & draußen“-Festival auf dem Kalandshof bleibt vom Unwetter verschont

„Laut & draußen“-Festival auf dem Kalandshof bleibt vom Unwetter verschont

Lars Kühnast und Meike Loewel holen sich die Titel

Lars Kühnast und Meike Loewel holen sich die Titel

Kommersabend des Kreisschützenfests: Piraten, Bäcker und kein Klopapier

Kommersabend des Kreisschützenfests: Piraten, Bäcker und kein Klopapier

Asylbewerber braucht für seine Ausbildung dringend eine Wohnung

Asylbewerber braucht für seine Ausbildung dringend eine Wohnung

Kommentare