1 953 Zusammenstöße im vergangenen Jahr

Landkreis Rotenburg: Jeder dritte Unfall ein Wildunfall

Rotenburg - Auf den Straßen im Landkreis Rotenburg kommt es immer öfter zu Wildunfällen. Seit Jahren stellen Wildunfälle ein erhebliches Problem für Polizei, Jägerschaft und vor allem für die Autofahrer auf den Straßen des Landkreises dar, heißt es in einer Mitteilung der Polizeiinspektion Rotenburg. Demzufolge resultiert mittlerweile jeder dritte Unfall aus einer Begegnung mit einem Wildtier.

Aus diesem Grund hat sich jüngst die Unfallkommission für Wildunfälle aus Landkreis, Straßenbauamt, Straßenmeisterei, Jägerschaft, Verkehrswacht, ADAC und Polizei getroffen, mit dem Ziel, diese Unfallzahlen zu senken. „2016 hat die Anzahl der Wildunfälle auf den Straßen des Landkreises den Spitzenwert erreicht,“ so Polizeihauptkommissar Christoph Steinke. 1.953 Zusammenstöße verzeichnete er nach einem Wildwechsel. 

In den meisten Fällen kam es zu Blechschäden. Bei fünfzehn Unfällen wurden Menschen leicht, bei vier allerdings schwer verletzt. Unfallbeteiligte berichten nicht selten davon, dass ihnen der Schreck noch lange nach einem Zusammenstoß mit einem Wildtier in den Kleidern steckt. „Die emotionale Seite eines Wildunfalls wird in der Betrachtung schnell vergessen“, so Ulrike Ringen, Leiterin der Straßenverkehrsabteilung des Landkreises.

Projekte häufig ohne Erfolg

Erfahrungsgemäß ereigneten sich die meisten Wildunfälle während der Brut- und Setzzeit im Mai und der Brunft im Oktober und November. Unterschiedliche Maßnahmen zur Verhinderung hatten in den vergangenen Jahren bei der Unfallbekämpfung nicht zum Erfolg geführt. Eine Gemeinschaftsaktion, bei der seit 2009 mit magentafarbenen, hölzernen Gestellen am Fahrbahnrand vor Unfallgefahr durch Wildwechsel gewarnt wurde, zeigte keine durchschlagende Wirkung. Auch blaue Reflektoren an Leitpfosten brachten keinen Erfolg. Wo die Unfallzahlen zurückgegangen sind, sollen bald die Warnschilder abgebaut werden, es kommen aber auch neue hinzu, heißt es abschließend.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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