Redakteur vs. Leser: Schwere Arme beim Reifenwechseln

Jede Sekunde zählt

Jessica Tisemann und Lars Vinke vor dem Start des Duells beim Redakteur-vs.-Leser-Wettbewerb. - Fotos: Quebe

Rotenburg - Von Jessica Tisemann. Ostern ist vorbei, da heißt es wieder, die Sommerreifen aus dem Keller zu holen und zu wechseln. Kein Problem für mich, mach ich das doch bereits seit zehn Jahren immer selbst. In diesem Jahr will ich es allerdings wissen und trete mit Lars Vinke, Leiter der Rotenburger Tüv-Station, bei unserem Redakteur-vs.-Leser-Wettbewerb gegen einen richtigen Profi an. Es gilt, die Reifen auf Zeit zu wechseln, und dabei zählt am Ende jede Sekunde.

Damit alles korrekt abläuft gibt es mit Kristian Buthmann, Vinkes Vorgänger als Leiter der Rotenburger Tüv-Station, einen Schiedsrichter, der die Zeit stoppt und im Vorfeld für uns beide die Radschrauben einmal lockert.

Dann kann es losgehen. Während ich bereits am ersten Reifen verzweifle und meine zittrigen Hände nicht richtig unter Kontrolle habe, sieht Vinke noch total entspannt aus. Ganz in Ruhe setzt er das Radkreuz an und entfernt eine Schraube nach der anderen.

Das klappt auch bei mir noch ganz gut, beim Aufstecken des Sommerreifens merke ich aber schon zu Beginn, dass meine Kraft in den Armen zum Ende hin aufgebraucht sein wird – ist eben ein Unterschied zwischen der geringen Höhe beim Wechseln mit Wagenheber und der Hebebühne.

Aber ich lasse mich davon nicht aus der Ruhe bringen. Auch nicht, als die Schraube einfach nicht passen will und ich wiederholt abrutsche. Auch beim 36-Jährigen läuft nicht alles rund. Der zweite Reifen klemmt und lässt sich nicht abnehmen – ein Werkzeug muss her, um den Reifen loszuklopfen.

Das ist meine Chance, um wieder Zeit gut zu machen. Aber auch mein linker Vorderreifen macht Zicken und will nicht gleich beim ersten mal vom Auto runter – noch einmal kräftig ziehen, das muss einfach klappen, und da halte ich den Reifen tatsächlich in den Händen. Schnell den neuen aufgesteckt und festgeschraubt.

Während der Profi entspannt auf die andere Seite des Autos geht, schnappe ich mir mein Radkreuz und lege die paar Schritte laufend zurück – jede Sekunde zählt! Und ich glaube, ich habe mittlerweile tatsächlich eine Chance zu gewinnen – das hätte ich zu Beginn nie gedacht.

Auch der dritte Reifen macht Vinke Probleme – er sitzt fest. Der Experte muss jedoch nur ein paar mal Klopfen, um ihn schlussendlich doch in den Händen zu halten.

Während mir das Abnehmen der Reifen eher weniger Probleme macht, mein Adrenalinspiegel die schmerzenden Muskeln in den Oberarmen überspielt und ich meine zittrigen Hände so langsam unter Kontrolle habe, macht mir das Aufstecken der Reifen die größten Schwierigkeiten. Nicht jede Schraube will gleich passen – die Genauigkeit lässt bei dem Tempo ein wenig zu wünschen übrig.

Der Sittensener ist mittlerweile bei seinem letzten Reifen angekommen und wirkt immer noch kein bisschen angestrengt. Mir hingegen könnte man schon ein Beatmungszelt aufstellen. Aber ich wittere noch eine Chance, den Profi zu schlagen – immerhin hat er durch die klemmenden Räder ein bisschen Zeit verloren, also kämpfe ich weiter.

Redakteur vs. Leser: Reifenwechsel

Beim letzten Reifen hat der 36-Jährige ein paar Sekunden Vorsprung, ich bin jetzt allerdings so richtig im Wettkampf angekommen und schaffe den letzten Reifen in der kürzesten Zeit von allen zu wechseln – zur Abwechslung wollen auch die Schrauben gleich an ihren richtigen Platz.

Am Ende sind es 41 Sekunden, die den Verlierer vom Sieger trennen – der Profi war dann letzlich eine Nummer zu hoch für mich – 8:59 Minuten stehen 9:40 gegenüber. Während ich mich noch ein bisschen ärgere, versüßt mir Lars Vinke meine Niederlage: „Du warst echt eine starke Gegnerin!“ Und auch die Zuschauer, die sich nach und nach zu unserem kleinen Wettkampf gesellt haben, sind von meiner Leistung beeindruckt – immerhin bin ich ja auch eine Frau. Bei einer Sache konnte ich Lars Vinke dann aber schlagen: Beim Fluchen lag ich uneinholbar vorne.

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