Jahreshauptversammlung am 30. Januar / Verein will sich weiterhin einmischen

Nabu-Chef Roland Meyer setzt voll auf den Dreiklang

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Roland Meyer ist Vorsitzender des Nabu Rotenburg, Sarina Pils seine Stellvertreterin.

Von Guido MenkerROTENBURGWer verfolgt, mit welcher Intensität Roland Meyer seine Aufgaben als Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Rotenburg wahrnimmt, könnte meinen, er sei hauptamtlich in Sachen Natur- und Umweltschutz unterwegs. „Nein, der Nabu wird ehrenamtlich geführt“, sagt er in einem Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung. Er und seine Stellvertreterin Sarina Pils gastierten in der Redaktion, um über das umfangreiche Jahresprogramm, die großen Vorhaben in diesem Jahr sowie über die bevorstehende Jahreshauptversammlung zu sprechen. Die steht für Freitag, 30. Januar, von 19 Uhr an im Rotenburger Heimathaus auf dem Programm.

Sollten tatsächlich alle Mitglieder kommen, müsste diese Versammlung nach draußen verlegt werden, und selbst dort würde es Probleme geben, allen einen guten Sitzplatz zu verschaffen. „Wir haben 2900 Mitglieder und liegen damit in Niedersachsen an der Spitze“, erklärt Meyer, der natürlich weiß, dass Jahreshauptversammlungen in der Regel bei den Mitgliedern weniger beliebt sind.

Der Nabu-Chef, der den Posten im Mai 2013 kommissarisch von Jürgen Hicke übernommen hat, spricht von einer Erfolgsgeschichte. In den vergangenen neun Jahren landete der Rotenburger Nabu bei den Mitgliederzuwächsen im Landesvergleich sechs Mal auf Platz eins und drei Mal auf Rang zwei. „Darauf sind wir durchaus stolz.“ Für den Zuspruch nennt er vor allem zwei Gründe: „Der Nabu Rotenburg ist lebendig und glaubwürdig.“ Die Mitglieder seien zudem keine Krawallbrüder.

Allerdings legt Roland Meyer großen Wert auf den Dreiklang, der den Nabu kennzeichne: „Uns geht es um Artenschutz, um Umweltbildung sowie darum, sich einzumischen und zu Wort zu melden.“ Fracking, Bohrschlamm oder Erdölsuche – der Nabu ist nicht nur bei diesen Themen ein gefragter Ansprechpartner, der – auch in Kooperation mit anderen Umweltverbänden – mit seiner Kritik nicht hinter dem Berg hält. Meyer: „Bei vielen Veränderungen in unserer Kulturlandschaft kann man doch wirklich das Weinen kriegen.“ Viel mehr Freude lösen da bei ihm und Sarina Pils die beiden Großprojekte „Wege zur Artenvielfalt“ und der „Mitmach- und Erlebnisgarten“ auf dem Hartmannshof aus. Der Nabu sei damit beschäftigt, diese schon bald erfolgreich abzuschließen. Beim Blick auf das vergangene Jahr spricht das Führungsduo auch das Projekt in Brockel an, wo der Nabu das südkreisweit erste naturnahe Regenrückhaltebecken eingeweiht habe. „Und unsere Quecksilbernachweise an Bohrstellen haben maßgeblich dazu angestoßen, dass die mit den Gasförderungen verbundenen Gefahren endlich weit nach oben auf die Tagesordnung von Politik und Verwaltung gerückt sind.“

Meyer und Pils machen das alles – zusammen mit vielen engagierten Mitgliedern – ehrenamtlich. Auch, wenn man es kaum glauben mag. Und doch sind sie beide auch hauptamtlich mit dem Nabu verbunden – als Mitarbeiter der Umweltpyramide in Bremervörde. Meyer halbtags, Pils in Vollzeit. Und so bestimmt der Arten- und Umweltschutz irgendwie tatsächlich einen Großteil ihres Lebens. Nicht zuletzt deshalb ist daher zu erwarten, dass beide bei der Versammlung am 30. Januar in ihren Ämtern bestätigt werden.

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