Schüler recherchieren Geschichte

70 Jahre Ratsgymnasium: Schule plant großes Fest

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Die Arbeitsgruppe „Theater“ bereitet alle bisherigen Aufführungen am Gymnasium chronologisch auf.

Rotenburg - Von Joris Ujen. Früher war es das einzige Gymnasium in der Region, dementsprechend hoch war das Schüleraufkommen am Ratsgymnasium Rotenburg. Ganz zu Beginn im Gründungsjahr 1949 waren aber gerade einmal 65 Schüler in zwei Klassen untergebracht. Das ist nun 70 Jahre her, vieles hat sich seitdem verändert. Aktuelle Anlässe wie die Einführung einer Ganztagsschule oder die Anerkennung als Europaschule haben die Schule dazu veranlasst, ihre Geschichte der vergangenen sieben Jahrzehnte mit einem Schulfest Mitte Juni und vielen Projekten zu feiern.

Erstaunlich ist die überschaubare Anzahl an Schulleitern: Mit der aktuellen Rektorin Iris Rehder sind es insgesamt nur vier. Und gleich zu Beginn musste die Schule große Herausforderungen meistern: In den Folgejahren des Zweiten Weltkriegs explodierte die Einwohneranzahl in Rotenburg förmlich von 7 500 auf 14 000 Menschen, ein wachsendes Bildungsbedürfnis entstand, das bis dato nur in Bremen gestillt werden konnte. Zunächst entstand 1947 eine Kombination aus einer Aufbau- und einer Mittelschule in Rotenburg, woraus zwei Jahre später eine Gesamtschule wurde, die bislang die siebte und achte Klasse beinhaltete und sich „Ratsschule - Vereinigte Mittel- und Oberschule“ nannte. Nach sechs Jahren vereinte die Schule schließlich die Klassen sieben bis dreizehn.

Im Jahr 1959 war das Schulgebäude noch deutlich kleiner. Foto: Archiv Ratsgymnasium

Vor rund 15 Jahren zählte die Schule gut 1 500 Schüler, bis heute Rekord. „Kurze Zeit später nahmen die Schülerzahlen am Gymnasium ab“, blickt Jonas Kruse zurück. Das lag aber nicht an der Attraktivität der Einrichtung, erzählt der stellvertretende Schulleiter, der mit seinem Kollegen Norbert Bitzer die Projekttage und das Schulfest zum 70-jährigen Bestehen organisiert. Die rückläufigen Zahlen seien vielmehr mit dem gymnasialen Angebot im Landkreis zu erklären. Mit dem Gymnasium Sottrum kam 2004 ein weiterer Standort für die Mittelstufe hinzu, im gleichen Jahr gab es in Visselhövede zwischenzeitlich auch eine Außenstelle des Ratsgymnasiums, die sich bis 2011 hielt und im gleichen Jahr von der Oberschule mit gymnasialen Angebot abgelöst wurde. Der Rotenburger Standort erweiterte sein Angebot zudem vor 15 Jahren mit dem Wegfall der Orientierungsstufe und der Aufnahme von Fünft- und Sechstklässlern. „Die vielen Kinder haben der Schule ganz viel Leben eingehaucht“, erinnert sich Bitzer.

Die Lehrer Norbert Bitzer (l.) und Jonas Kruse organisieren das Schulfest und die Projekttage. 70 Jahre gibt es schon das Ratsgymnasium, Schulleiterin Iris Rehder hält den Beweis in den Händen: die Gründungsurkunde von 1949. Foto: Ujen

Der Oberstufendirektor steckt mit seinen Schülern schon inmitten der Vorbereitungen für das große Fest am 15. Juni. Bitzer leitet das Seminarfach „Bildung“, das sich seit einem Dreivierteljahr mit der Geschichte des Ratgymnasiums befasst. Eine Gruppe recherchiert die bauliche Entwicklung, eine andere präsentiert alle bisherigen Theateraufführungen, ein Team bereitet die Auslandsfahrten auf und eine andere Gruppe sammelt unterhaltsame Anekdoten von aktuellen und ehemaligen Schülern und Lehrern. Und auch ein Filmprojekt ist in der Mache: Eine Arbeitsgruppe dreht in Zusammenarbeit mit der ehemaligen Schülerin Lauren Querfurth eine Horrorkomödie. Das Drehbuch basiert auf einer Idee des ehemaligen Lehrers Volker Evers, der eine Zombiehorde auf seine ehemalige Wirkungsstätte losschickt. „Geplant ist, dass beim Schulfest zumindest schon einige Auszüge aus dem Film zu sehen sind“, hofft Kruse.

Der große Tag beginnt um 10 Uhr mit geladenen Gästen und Musik. Ab 11 Uhr werden die Ergebnisse der Projekttage aus den vorangegangen Tagen allen Interessierten präsentiert, ebenso wie die Ausstellungen der Arbeitsgruppen von Bitzer. Schulführungen und ein Ehemaligentreffen runden das Schulfest ab. Ein weiterer Höhepunkt ist bereits am Vortag: Am 14. Juni spielt das A-cappella-Pop-Quartett Maybebop mit einem alten Bekannten. Gründungsmitglieder Oliver Gies ist ein ehemaliger Ratsgymnasiast.

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