Feier am Samstag

Rotenburg Cyclones: 30 Jahre durch Höhen und Tiefen

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Als Northern United treten die Rotenburg Cyclones gemeinsam mit Vereinen aus den benachbarten Regionen in der Liga an.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Mittlerweile erfreut sich American Football hierzulande immer größerer Beliebtheit. In Zeiten, in denen aber noch nicht wie 2017 etwa anderthalb Millionen Fernsehzuschauer den Super Bowl der NFL verfolgt haben, hat das Interesse an der Sportart zumindest in Rotenburg schon zu einer Vereinsgründung geführt: Rotenburg Cyclones ist einer der ältesten noch aktiven Football-Vereine in Deutschland. Am kommenden Samstag wollen die Verantwortlichen die 30 Jahre zurückliegende Gründung mit einem Familienfest feiern.

Im Sommer 1987 hatten einige Footballfans um Trainer Jürgen Rinck genug vom Zugucken – ein eigener Verein musste her, der seine erste Saison 1988 bestritt. Allerdings nicht erfolgreich: Jedes Spiel ging verloren. Das tat der Motivation keinen Abbruch, im Gegenteil. 1991 markierte den Höhepunkt in der Vereinsgeschichte, als die Cyclones Zweiter wurden. Die Zeit danach war geprägt von Höhen und Tiefen, nicht zuletzt als man 1997 zunächst mit den Zeven Flames die Rotenburg Wümme Pikes ins Leben rief und bereits nach einer katastrophalen Saison die Auflösung verkündete. „Es gab wohl schlechte Stimmung, was zum Bruch im Team geführt hat“, erzählt Mirco Goretzki, der als Sportwart dem Vorstand der Cyclones angehört. Der Neustart folgte 2002, wobei erst 2007 ein Team für die Verbandsliga angemeldet wurde. Damals entdeckte auch Goretzki, der aus Kiel nach Rotenburg gezogen ist, die Cyclones für sich. „Ich habe eine Zeit lang in meiner Kindheit in den USA verbracht und Football-Spiele besucht“, erklärt er seine Leidenschaft für den ruppigen Sport.

2009 tat man sich mangels Spieler erneut mit den Zeven Flames zusammen. Ein Zusammenschluss, der sich um weitere Teams aus den umliegenden Regionen wie Vechta und Nienburg erweiterte. Die Herrenmannschaft läuft als Zeven Northern United auf.

Antje Sieburg, die als Mutter eines Spielers erst im März in den fünfköpfigen Vorstand „wie die Jungfrau zum Kind“ gelangt ist, ist stolz auf das Erreichte: „Es ist toll, wie der Verein nach dem Bruch 1997 auf eigene Füße gestellt wurde.“ Und Goretzki freut sich über die engagierte Organisatorin: „Sie holt zum Beispiel viele Geschäftsleute ins Boot. Vor der Leistung ziehe ich meinen Hut.“

Jugendarbeit läuft stetig

Inzwischen hat sich auch die Jugendarbeit verstetigt. Die U 19-Mannschaft spielt zum Beispiel in der Oberliga Nord, und in der U 16-Jugend spielen drei Mädchen mit. Der Nachwuchs ab neun Jahren wird mit dem softeren Flagfootball herangeführt. Das Besondere an dem Sport ist, dass diesen jeder spielen könne, weil es innerhalb der Mannschaft verschiedene Positionen gibt. „Egal ob dick oder dünn, langsam oder schnell, groß oder klein“, so Sieburg. „Man kann an allem arbeiten“, bestätigt Goretzki. Darüber hinaus würden auch immer wieder Leute drumherum gesucht, zum Beispiel als Schiedsrichter.

Dass man seit dem Neustart 2002 offiziell Cyclones Sports Family heißt, möchte der knapp 150 Mitglieder zählende Verein auch nach außen transportieren. „Es herrscht ein super Teamgeist. Das ist wichtig, denn es ist ein totaler Mannschaftssport“, sagt Goretzki. Genau das möchte man auch am Samstag bei den Feierlichkeiten – zu denen sich auch ein Teil der „ersten Generation“ der Cyclones angekündigt hat –  vermitteln. „Wir möchten den Rotenburgern zeigen, dass es uns gibt. Denn das wissen nicht viele“, glaubt Sieburg, die insbesondere die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und den Platzwarten auf dem Ahe-Sportplatz lobt: „Sie sorgen dafür, dass die Plätze vor jedem Spiel in super Zustand sind!“ Auch zur Bundeswehr gebe es eine tiefe Verbundenheit, nicht zuletzt, weil viele Soldaten Mitglieder sind. „Das möchten wir am Samstag zeigen, indem wir die gelbe Schleife als Symbol der Solidarität und Unterstützung tragen“, so Sieburg.

Dass Football keine Randsportart mehr ist, davon ist Goretzki überzeugt. Er selbst hat seine Rüstung zwischenzeitlich zwar an den Nagel gehängt, trotzdem steckt er weiterhin viel Herzblut in den Verein und betont: „Einmal ein Cyclone, immer ein Cyclone.“

Der Verein lädt für Samstag auf den Ahe-Sportplatz in Rotenburg zur Jubiläumsfeier ein. Zwischen 14 und 17 Uhr ist ein Programm für die ganze Familie geplant, heißt es. Die Besucher können Flagfootball testen, die Ausrüstung anziehen oder den Football werfen. Für die Jüngeren gibt es Popcorn und ein Schminkangebot.

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