50 Jahre danach: Ehemalige Mittelschüler treffen sich auf dem Hartmannshof

Als der Rektor noch einen Handstand machte

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Klassentreffen, 50 Jahre nach der Schulentlassung. Seit eh und je gilt: „Wir sind ein sehr guter Klassenverbund.“

Rotenburg - Von Wieland Bonath. In ganz besonderen Fällen machte der eigenwillige Rektor Kahl vor versammelter Klasse einen Handstand – das ist nur eine der Geschichten, die sich ehemalige Schüler der Klasse 10a der früheren Mittelschule an der Schillerstraße in Rotenburg bei jedem Klassentreffen immer wieder gerne erzählen. 20 Ehemalige haben sich nun erneut getroffen – ein halbes Jahrhundert nach ihrer Schulentlassung im Jahr 1965.

Die beiden Organisatoren, Gerd Steen und Burkhard Günther aus Rotenburg, hatten für das Erinnern einen stillen, sonnigen Platz ausgesucht: den Hartmannshof der Rotenburger Werke. Angereist waren die meisten der Ehemaligen aus dem Landkreis Rotenburg. Nur wenige kamen von weiter her, unter anderem aus der Region Hannover, Bremerhaven oder aus Wiesbaden.

Marion Schopp hatte das Leben nach Landau in der Pfalz geführt. Zum Treffen hat sie ihr kleines rotes Heftchen mitgebracht, in dem sie akribisch seit ihrer Schulzeit alles mehr oder weniger Wichtige festgehalten hatte. Ein gezeichnetes Bild mit dem auf dem Kopf stehenden Rektor durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Dieses Büchlein machte beim Jubiläums-Klassentreffen wieder die Runde. Ja, sie sind älter geworden, etwa 66 Jahre sind sie jetzt alt. Die meisten im Ruhestand, viele graue Haare, überall Brillen, Bärte, aber fast alle noch vital und lebenslustig. Vieles sei anders gewesen als in der heutigen Realschule. So gehörte die Prügelstrafe damals noch zum pädagogischen Repertoire.

Nach Kaffee und Torte mit kreisenden Wespen ging es mit Nabu-Vorsitzenden Roland Meyer durch den benachbarten Mitmach- und Erlebnisgarten. Es sollte noch ein langer Erinnerungsabend werden. Den Abschluss des Klassentreffens bildete ein Besuch der Cohn-Scheune.

Zum Entlassungsjahrgang 1965 der Klasse 10a gehörten 31 Schüler. Sechs sind inzwischen gestorben. Etwa die Hälfte von ihnen wohnt heute noch oder wieder in Rotenburg und Umgebung. Von den Klassenlehrern lebt niemand mehr. Das erste Klassentreffen fand 30 Jahre nach der Schulentlassung statt, organisiert von Eva Rahmann. Inzwischen sind die Ehemaligen zu einem Fünfjahresrhythmus übergegangen. Ganz langsam wird die Zeit ein wenig „enger“. Dieses Prinzip ist längst ein kleines Gesetz: Über die Berufe wird nicht gesprochen. Jeder ist schließlich etwas geworden und hat es im Leben zu etwas gebracht.

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