32-Jähriger muss sich vor dem Rotenburger Amtsgericht verantworten

Ein Jahr und zwei Monate Haft für räuberischen Diebstahl

Nach einem Diebstahl im Dezember folgte nun das Urteil am Amtsgericht. Foto: Krüger

Rotenburg – Nach einem räuberischen Diebstahl in einer Rotenburger Tankstelle am 9. Dezember vergangenen Jahres ist am Dienstag der 32-jährige Angeklagte am Rotenburger Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt worden. Da der Mann mehrfach vorbestraft ist, wurde die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt. Sollte er in Haft aufgrund einer diagnostizierten Psychose und seiner Drogensucht eine Therapie aufnehmen, bestehe aber die Möglichkeit, einen Teil auf Bewährung auszusetzen.

Der Täter hatte die Tankstelle im Dezember in den frühen Morgenstunden betreten, steuerte den Alkohol an und wollte mit einer Flasche verschwinden. Dabei sei er von der Kassiererin ertappt worden. Als diese ihn bat, den Alkohol entweder zurückzustellen oder zu bezahlen, drohte er ihr, sich ihr zu nähern. Sie solle ihn in Ruhe lassen und nicht hinterherkommen, sonst würde er ihr mit der Flasche ins Gesicht schlagen, habe er laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Verden geschrien.

Anschließend sei er trinkend Richtung Bahnhof gegangen, wo er von der Polizei mit 0,98 Promille aufgegriffen worden sei. Bis zum Tatmorgen sei der Mann noch in der Klinik in Behandlung gewesen. Als die Ärzte ihn keine Zigarette rauchen lassen wollten, sei er aus der Klinik verschwunden. „Aber sie wollten mich eh an dem Tag rausschmeißen“, murmelte der 32-Jährige.

An die Tat könne er sich erinnern, räumte der Mann auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft ein, was ihm durch den Kopf gegangen sei, wisse er nicht mehr. Größtenteils teilnahmslos starrte er während der Verhandlung vor sich hin, legte immer wieder seinen Kopf auf die Arme.

Der Angeklagte ist in der JVA Lingen untergebracht, derzeit übergangsweise in der JVA Bremervörde. Der 32-Jährige sitzt in Lingen eine Strafe von früheren Taten ab. Drogen habe er seit seiner Jugend genommen, ab wann genau, wisse er nicht mehr. „Ich habe kein Zeitgefühl mehr.“ Auf die Nachfrage, was er genau genommen habe, sagte er schlicht: „Alles.“

Richterin Petra Simon und zwei Schöffinnen hatten bei ihrer Entscheidung die Psychose sowie die Drogensucht berücksichtigt, sein sofortiges Geständnis, aber eben auch seine Vorgeschichte. Sie schlossen sich in ihrem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Diese hatte zusätzlich angeführt, dass der 32-Jährige „keine günstige Sozialprognose“ habe, auch wenn er bemüht sei, unter anderem zum Tatzeitpunkt in Behandlung war. Dennoch sei ein minderschwerer Fall und somit ein geringeres Strafmaß, wie von der Verteidigung gefordert, hier nicht gegeben. Der Angeklagte habe die Tat „zu geordnet“ begangen und eine „gewisse Absicht gehabt“, hieß es in der Urteilsverkündung. Er trägt zudem die Verfahrenskosten. Gegen das Urteil kann der Mann binnen einer Woche schriftlich Revision einlegen. Richterin Simon hofft für ihn auf Abstand zu den Drogen durch seinen Aufenthalt in der JVA. „Lassen Sie die Finger davon“, gab sie ihm mit auf den Weg.  acb

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