Jägerbataillon 91 aus Rotenburg stellt sich der Öffentlichkeit vor

Patenschaftsappell am Hubertustag

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Oberstleutnant York Buchholtz zwischen Tradition und Gegenwart.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Das neu aufgestellte Jägerbataillon 91 ist nach der Auflösung des Fernmelderegiments 1 im Juli dieses Jahres in die Rotenburger Lent-Kaserne eingezogen. Mit einem öffentlichen Appell will sich der militärische Verband mit den grünen Baretts am Hubertustag (Dienstag, 3. November) auf dem Pferdemarkt vorstellen und anschließend am Heimathaus die Patenschaftsurkunden mit der Stadt austauschen.

„Wir haben uns überlegt, welcher Tag für diesen Anlass geeignet sei und da schien uns der Hubertustag passend“, erklärt Kommandeur York Buchholtz die Hintergründe der Aktion. „Hubertus ist nicht nur der Schutzpatron der Menschen, die mit einem Jagdschein auf die Pirsch gehen, sondern aller Jäger“, so der Oberstleutnant weiter.

Die Jägertruppe sei im 17. Jahrhundert in Hessen entstanden und nachfolgend unter anderem in den Befreiungskriegen (1813 bis 1815) eingesetzt gewesen. Die militärischen Einheiten sind aus Jägern und Förstern aufgestellt worden. Diese Forstleute waren selbstständiges Handeln gewohnt und wurden, anders als die Linieninfanterie, in kleinen Gruppen mit Sonderaufgaben betraut. Sie besaßen zudem beste Schießfertigkeiten und waren es gewohnt, das Gelände als Schutz auszunutzen. Ihr Signalinstrument war das Jagdhorn. Dieses findet sich heute neben Hirschgeweih, Eichenblatt und Wildschweinkopf oft in Wappen der Jäger-Truppen wieder.

In der Gegenwart zählt diese Truppengattung zu den Kampftruppen des Heeres und bildet zusammen mit den Fallschirm- und Gebirgsjägern die Infanterie der Bundeswehr.

„Das Rotenburger Bataillon ist zurzeit im Aufbau begriffen. Aktuell sind rund 800 Soldaten in der Lent-Kaserne stationiert“, bilanziert der Kommandeur das erste Quartal der Anwesenheit in der Kreisstadt. Ende 2016 werden dann insgesamt 1022 Jäger in der Garnisonsstadt an der Wümme ihren Dienst versehen. Der Kommandeur freut sich, in Rotenburg zu sein. „Ich bin von den Leuten nett aufgenommen worden und habe schon so manches schöne Wochenende hier erlebt“, so Buchholtz.

„Wir werden beim Appell um 16 Uhr mit Abordnungen aus den sechs Kompanien meines Bataillons auf dem Pferdemarkt antreten“, erklärt der Kommandeur den Ablauf der Zeremonie. Er hofft, dass neben den offiziellen Vertretern aus der Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kirche und Militär auch viele Besucher aus der Region dabei sein werden. „Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber wird uns als Vertreter aller Bürger auf dem Markt begrüßen“, weiß der Oberstleutnant.

„Eine Gulaschkanone versorgt alle Besucher am Heimathaus ab 17.30 Uhr mit heißer Suppe. Hier findet die eigentliche Patenschaftsfeier statt. Auch dort sind alle Bürger eingeladen, mit dabei zu sein“, betont Buchholtz. Er und seine Soldaten werden dann gerne das zwanglose Gespräch mit den Bürgern suchen.

Ob und wie es mit gemeinsamen Veranstaltungen in der Kaserne, wie sie in der Vergangenheit durchgeführt wurden, weitergeht, stehe noch nicht fest. Auch 2016 werde das Bataillon voll mit der kompletten Aufstellung beschäftigt sein. Hinzu komme, dass am 1. Januar 2016 neue EU-Richtlinien in Kraft treten werden, die auch für Soldaten die Arbeitszeit auf 41 Stunden begrenzen. Alles was darüber ist, muss mit Freizeit abgegolten werden. Im Klartext: Die Durchführung einer Großveranstaltung würde auf Kosten der Ausbildung gehen.

Auch mit der steigenden Flüchtlingswelle werden noch einige zusätzliche Aufgaben auf die Bundeswehr zukommen, ist sich der Kommandeur sicher.

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