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Unwetter im Kreis Rotenburg: Kurz, aber heftig

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Von: Lars Warnecke, Guido Menker, Andreas Schultz

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Ein entwurzelter Baum ruht auf einem Haus.
In Hastedt wird ein Bauernhaus besonders stark vom Sturm in Mitleidenschaft gezogen. © Feuerwehr Bothel

Ein Gewittersturm hat am späten Donnerstagnachmittag zahlreiche Schäden angerichtet. Zahlreiche Bäume sind auf Häuser, Autos und Straßen gestürzt. „Es ist eine absolute Katastrophe“, sagte Dennis Preißler, Feuerwehrabschnittspressesprecher. Schäden gab es auch auf dem Flugplatz, wo der Aufbau für das Ferdinand Feld Festival auf Hochtouren läuft.

Rotenburg – Heftige Regenschauer, gepaart mit extrem hohen Windgeschwindigkeiten: Diese Kombination hat am späten Donnerstagnachmittag vor allem die Feuerwehren in Rotenburg, Bothel, Scheeßel und Fintel in Atem gehalten – auch wenn der Sturm jeweils nur kurz andauerte.

Umgekippte Bauzäune und beschädigte Deko beim Ferdinands Feld Festival Aufbau
Das Ferdinands Feld Festival kann am Samstag wie geplant auf dem Flugplatz starten. Bis dahin aber hat die Crew nun noch einmal sehr viel mehr Arbeit vor sich. © Menker

Aus Sicht der Polizei zeichneten sich vor allem zwei Schwerpunkte ab: Die B 440 zwischen Rotenburg und Visselhövede sowie die B 75 zwischen Scheeßel und Lauenbrück. In beiden Fällen handelte es sich hauptsächlich um gekippte Bäume, von denen eine große Zahl auch auf der Straße landete.

Laut Einsatzleiter Dieter Apel, Scheeßels Gemeindebrandmeister, gab es am frühen Abend etliche Einsätze mit dem Stichwort „Baum auf Straße“ zu fahren. Gefordert waren nahezu sämtliche Ortsfeuerwehren. Menschen kamen in allen Fällen nicht zu Schaden. Ähnlich viele Einsätze hatten die Wehren in der Samtgemeinde Fintel zu bewältigen: Alle fünf Ortswehren rückten zu rund 20 Einsätzen aus, teilte Fintels Gemeindebrandmeister Klaus Intelmann mit. Auch da war die immer wieder eingehende Meldung: Baum auf Straße. „Richtig schwere Bäume“, wie Intelmann nachschiebt.

Äste
Äste stürzten auf Straßen und Wege. © Menker

Aufgrund des umfassenden Einsatzgeschehens hat die Leitstelle in Zeven Unwetteralarm ausgerufen, teilte Dennis Preißler, Feuerwehrabschnittspressesprecher Rotenburg, mit. „Es ist eine absolute Katastrophe“, sagte er. „Da fällt ein Baum nach dem anderen. Von verletzten Personen ist mir allerdings nichts bekannt“. Die Anzahl der Einsätze sei so groß, dass die Leitstelle nicht mehr hinterhergekommen sei – stattdessen seien in Rotenburg (23 Einsätze), Scheeßel (32) und Bothel (29), den am meisten betroffenen Regionen, Führungsköpfe errichtet worden. Von dort aus koordinierten die jeweiligen Wehren das Einsatzgeschehen für den jeweiligen Bereich. Menschen wurden nicht verletzt.

Etwas entspannter war die Lage im Bereich Visselhövede. Von zwei Alarmierungen berichtet Pressesprecher Sebastian Kurz. Die Buchholzer Feuerwehr hat sich um einen Baum gekümmert, der in Hütthof zu stürzen drohte; Ähnliches hatte die Feuerwehr Wittorf auf der Agenda, die kurz vor der Grenze zu Bothel mit einem Baum beschäftigt war. Die Feuerwehren der Samtgemeinde Sottrum hatten einen Einsatz: In Horstedt war an der Hauptstraße ein Baum auf eine Autohaube gefallen. „Nur Sachschaden, es ist keiner verletzt“, berichtet Gemeindebrandmeister Björn Becker.

Auf den öffentlichen Nahverkehr hatte der Sturm ebenfalls Auswirkungen: Für den Metronom ging auf der Strecke Bremen-Hamburg zwischenzeitlich in beiden Richtungen nichts. Grund für den Stillstand des Zugverkehrs waren herabfallende Äste, die im Bereich Buchholz Fahrzeuge beschädigt hätten, teilt Miriam Fehsenfeld mit. „Es sind Einsatzkräfte vor Ort, das kann aber eine Weile dauern. Wann die Züge wieder fahren werden, ist nicht absehbar“, so die Metronom-Pressesprecherin.

Beschädigte Festivaldeko
Viele Äste brechen aus den Kronen, auf dem Flugplatz fliegen Planen und Gerüste weg. © Menker

Viel Arbeit also für alle, die sich um die Folgen dieses kurzen, aber eben auch heftigen Unwetters kümmern mussten. Dazu gehörten auch Roland Nielebock als Veranstalter des Rotenburger Ferdinands Feld Festivals und seine Crew, die die Sturmböen mitten in der Aufbauphase erwischt hatten. Auch hier ist niemand verletzt worden, aber die Schäden sind vor allem an der Deko auf dem Gelände sowie an den Zelten immens. Weite Teile der Einzäunung sind ebenfalls wieder herzurichten.

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„Das Evakuierungs- und Sicherheitskonzept hat super funktioniert“, sagt Nielebock vor Ort. Die 100 Mitarbeiter seien binnen kürzester Zeit in einem Gebäude des Flugplatzes untergebracht worden. „Und alle haben sich daran gehalten.“ Man stecke jetzt mit Blick auf das Festival am Samstag den Kopf nicht in den Sand, so Nielebock. „Aber wir müssen jetzt richtig keulen. Das Festival ist nicht gefährdet.“ Man sei zurückversetzt auf den Stand von Dienstag/Mittwoch. Die Höhe des Sachschadens lasse sich nicht beziffern. Nielebock: „Es ist alles reparabel. Aber die Zeit haben wir verloren.“ Ob an der Technik etwas kaputt gegangen ist, könne er nicht sagen.

Nach 20 Minuten war der folgenschwere Spuk des Wetters vorüber, doch bis in den Abend hinein waren in Rotenburg und umzu die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr unterwegs. Da bahnte sich noch eine Nachtschicht an.

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