Landkreis Rotenburg wartet auf Gesetzestext

Inzidenz über 100 – aber noch keine Folgen

Muss der Landkreis nun auch die Corona-Notbremse ziehen?
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Muss der Landkreis nun auch die Corona-Notbremse ziehen?

Der Landkreis Rotenburg durchbricht die kritische Corona-Marke. Doch welche Folgen das hat, ist auch nach der Bundes-Entscheidung am Donnerstag unklar.

  • Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Rotenburg bei 109 Neuinfektionen.
  • Landrat wartet auf Gesetzestext.
  • Mehr Ansteckungen in Kitas und Schulen.

Rotenburg – Man könnte es mit einem gewissen Galgenhumor eine terminliche Punktlandung nennen: Genau zu dem Zeitpunkt, als der Bundesrat dem geänderten Infektionsschutzgesetz mit der Corona-Notbremse in Berlin zustimmt, durchbricht der Landkreis Rotenburg die kritische Marke bei der Inzidenzzahl. Seit Mittwoch gibt es 41 neue Coronafälle im Landkreis, die Zahl der Infizierten wird mit 279 angegeben, 15 Personen werden im Krankenhaus behandelt. Entscheidend für die Maßnahmen: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt den Angaben des Gesundheitsamts nach für das gesamte Kreisgebiet bei 109 Neuinfektionen in Bezug auf 100.000 Einwohner. Rotenburg wird möglicherweise wie die Nachbarlandkreise Verden und Stade zur Hochinzidenzregion.

Die Kritik an der bundesweiten Notbremse ist laut. Aber das Gesetz steht. Gezogen werden soll die Notbremse, wenn in einem Landkreis oder einer Stadt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen an drei Tagen hintereinander über 100 liegt. Dann dürfen Menschen ab 22 Uhr die eigene Wohnung in der Regel nicht mehr verlassen. Alleine spazieren gehen und joggen ist bis Mitternacht erlaubt. Es darf sich höchstens noch ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen, wobei Kinder bis 14 Jahre ausgenommen sind. Läden dürfen nur noch für Kunden öffnen, die einen negativen Corona-Test vorlegen und einen Termin gebucht haben. Präsenzunterricht an Schulen soll ab einer Inzidenz von 165 meist gestoppt werden – Niedersachsen will das sogar noch deutlich schärfer handhaben.

Entscheidung am Freitag

Was nun im Landkreis Rotenburg ab wann gilt und welche Regeln verschärft werden, um die Ansteckungen einzudämmen, ist am Donnerstagnachmittag noch unklar. Landrat Hermann Luttmann (CDU) dazu auf Nachfrage: „Erst wenn drei Tage hintereinander der Inzidenzwert von 100 überschritten wird, tritt aufgrund des neuen Bundesgesetzes der harte Lockdown ein. Der Landkreis hat keine eigenen Entscheidungskompetenzen mehr, wir müssen das dann nur noch bekannt geben. Genaueres können wir erst am Freitag sagen, wenn wir den endgültigen Gesetzestext vorliegen haben.“

Dass die Zahl neuer Fälle im Landkreis zuletzt stark gestiegen ist, begründet das Gesundheitsamt damit, dass eine Vielzahl von Infektionsketten auftreten, die oft in der Freizeit oder im privaten Umfeld, auch jenseits der Kreisgrenzen, ihren Ursprung haben. Da die britische Corona-Mutation B 1.1.7, die mittlerweile im Landkreis vorrangig verbreitet sei, deutlich infektiöser als der ursprüngliche Wildtyp ist, steige damit die Zahl der Covid-19-Fälle weiter an. Einzelne größere Fallgeschehen und Cluster gebe es aktuell nicht. Die momentanen Infektionen würden oft in die Betriebe oder Einrichtungen getragen. Daher sollten Erwachsene bei Anzeichen eines Infektes zuhause bleiben, ärztlichen Rat einholen und gegebenenfalls einen Test durchführen lassen, rät das Gesundheitsamt.

Rotenburg mit den meisten Fällen

Gegenüber dem Infektionsgeschehen im Herbst vor Auftreten der Corona-Mutation B 1.1.7 seien auch Kinder nun etwas stärker betroffen und es treten vermehrt Infektionsketten in Kitas und Schulen auf, heißt es. Dies führe zu einer großen Anzahl von Personen, die in Quarantäne geschickt werden müssen. So gibt es zurzeit im Landkreis neun Fälle in den Schulen und in diesem Zusammenhang 115 Personen in Quarantäne. Bei den Kitas zeichne sich ein ähnliches Bild ab, das Gesundheitsamt zählt für diesen Bereich fünf Fälle und 77 Personen in Quarantäne. Kreisweit gilt aktuell für 649 Kontaktpersonen die häusliche Quarantänepflicht.

Kommunal gesehen hat Rotenburg mit 91 aktuell die meisten Infizierten im Landkreis. Es folgt Zeven mit 52 Fällen. Im Altkreis sind es in Sottrum 24, in Scheeßel 23, in Visselhövede 17, in Bothel 8 und in Fintel 7.

Weitere Auskünfte

Fragen zum Thema Corona beantwortet das Bürgertelefon des Landkreises montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr unter 04261 / 983983. Allgemeine Informationen und die aktuellen Fallzahlen sind auf der Internetseite des Landkreises unter www.lk-row.de/corona abrufbar. Fragen zur Impfung beantwortet die Impfhotline des Landes montags bis samstags in der Zeit von 8 bis 20 Uhr unter der Telefonnummer 0800 / 9988665. Die Anmeldung zur Impfung läuft über das Impfportal Niedersachsen.

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