Interessengemeinschaft restauriert das älteste Großbauernhaus im Landkreis

Betagtes Schmuckstück

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Das 450 Jahre alte „Eckes Hus“ in Ostereistedt.

Ostereistedt - Von Wieland Bonath. Mit 450 Jahren ist „Eckes Hus“ am Rande von Ostereistedt das älteste Großbauernhaus im Landkreis Rotenburg. Gleichzeitig ist es das einzige Haus im gesamten Wümmekreis ohne Schornstein – einst genutzt, um über dem offenen Feuer Fleisch zu konservieren. Solche Bauernhäuser werden als Rauchhäuser bezeichnet. Bürgermeisterin Ulrike Ringen nannte am Wochenende das reetgedeckte Gebäude einen Glücksfall und ein Schmuckstück für die Gemeinde. Das sah vor 20 Jahren noch ganz anders aus.

Nachdem das Haus seit 1993 nicht mehr bewohnt war, stürzte bald darauf ein Teil des Daches ein, und der Abbruch des Hauses schien unabwendbar. Wenn die freiwilligen Hände der Interessengemeinschaft Bauernhaus von Gebäudeforscher und Arzt Wolfgang Dörfler aus Hesedorf und seinen Freunden nicht gewesen wären. Dabei wurde die Geschichte des Hauses ablesbar erhalten, der Grundriss wurde nicht verändert. Auch gibt es weder Heizung noch elektrisches Licht. Wasser gelangt allein über eine Handpumpe aus dem wieder freigelegten Brunnen ins Haus.

Eine Busgruppe aus Hannover unter Leitung von Stefan Winghart, dem Präsidenten des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, ließ sich bei einem Besuch das denkmalgeschützte, 1564 erbaute Haus präsentieren, das die Interessengemeinschaft in jeder freien Minute wieder auf Vordermann gebracht hat. Wo sie selbst fachlich überfordert waren, wurden entsprechende Handwerker eingesetzt.

Zum Beispiel beim Reetdach, bei den plötzlich entdeckten Wandmalereien, beim Einbau des Fünf-Platten-Ofens. In der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Denkmalpflege in Niedersachsen“ geht Dörfler in einem acht Seiten langen Beitrag mit dem Titel „Flett und Kammerfach von Eckes Hus Ostereistedt“ auf das „Wiedererwachen“ von „Eckes Hus“ ein.

Wolfgang Dörfler, der nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte, wurde durch seine Frau Susanne vertreten. Sie dankte den jetzigen Eigentümern, dem Ehepaar Holger und Kerstin Budde, für die Unterstützung. Sie wies darauf hin, dass es einen endgültigen Abschluss der Arbeiten nicht geben werde. „Eckes Hus“ bleibe mit seinen reizvollen Halbfertigkeiten für die Besucher ein Demonstrationsobjekt. Die ehrenamtliche Arbeit bekam ein dickes Lob von Heinz Riepshoff aus Verden, dem Landesbeauftragten für Niedersachsen von der Interessengemeinschaft Bauernhaus. Riepshoff: „Dies ist eines der wenigen Häuser ohne einen zurzeit praktischen Nutzen. Es wird erhalten um seiner selbst Willen.“ Winghart würdigte insgesamt die immer stärker gewordene Bürgerbewegung im Zusammenhang mit dem Denkmalschutz.

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