Neue „Info-PLATTform“ für den Landkreis Rotenburg

Informationen an einem Ort

Um die 1 000 Daten haben Petra Welz (l.) und Verena Henke bereits bearbeitet und geprüft.
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Um die 1 000 Daten haben Petra Welz (l.) und Verena Henke bereits bearbeitet und geprüft.
  • Ann-Christin Beims
    vonAnn-Christin Beims
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Rotenburg – Es ist Sommer und besonders in diesem Jahr steht das Thema Urlaub in der Heimat im Vordergrund. Viele Menschen bleiben Zuhause. Das bietet die Chance, die Region rund um die eigene Haustür neu kennenzulernen oder gar erstmals zu erkunden. Dafür steht die neue digitale „Info-PLATTform“ unter www.freizeit-row.de bereit, die der Touristikverband Landkreis Rotenburg (Tourow) in Zusammenarbeit mit den Kommunen ins Leben gerufen hat. „Seit zwei Jahren beschäftigen wir uns damit, was im Tourismus auf uns zukommt“, erklärt Petra Welz, Projektmanagerin beim Tourow.

Der Weg geht in Richtung Digitalisierung. Und mit der einheitlichen Datenbank, in die schon mehr als 300 Freizeit-, Übernachtungs- und Einkehrtipps eingepflegt worden sind, können sie die Vielfalt des Landkreises den Touristen aber auch Einheimischen näherbringen. Letzteres betont Welz‘ Kollegin, Projektmanagerin Verena Henke. „Es ist nicht nur eine touristische Datenbank.“ Dabei ist die Großschreibung von „Platt“ bewusst gewählt – zwar gibt es keine Texte auf Platt, aber der Name soll die Region widerspiegeln. „Die Wahl fiel einstimmig bei einem unserer Touristikertreffen“, so Henke.

Es sei egal, ob es ein längerer Urlaub ist oder ein Tagesausflug, der Landkreis habe viel zu bieten: Entschleunigung, landschaftliche Vielfalt, idyllische Bauerndörfer und ein gutes Netz an Freizeitaktivitäten. Dazu zählen die Kulturszene, Wasserspaß, Wellness, Naturabenteuer und Moorerlebnisse. Die Plattform, in die Mitarbeiter aus den Verwaltungen und Touristiker im Landkreis bislang um die 1 000 Daten insgesamt eingepflegt haben, biete eine einheitliche Suchmöglichkeit – egal, ob von Zuhause aus per Computer, Laptop oder Tablet oder von unterwegs mit dem Handy. „Derzeit sind viele Daten auf vielen Internetseiten verteilt, hier wird es gebündelt und strukturiert aufgebaut“, beschreibt Welz.

Die Tipps lassen sich nach eigenem Wunsch filtern. So könne man sich Veranstaltungen in der Region für den gewünschten Zeitraum anzeigen lassen, den Umkreis und die Veranstaltungsart frei wählen. Wer eine Wanderung auf einem der 24 Nordpfade plant oder eine der 40 möglichen Radrouten befahren will, könne sich im Vorfeld die Karten ansehen und die Tour planen. „Zu sämtlichen Touren gibt es einen GPX-Track zum Herunterladen“, so Welz. Und wer unterwegs ist, könne sich – sofern sein Standort im Handy freigegeben ist – ortsbasiert alle Highlights in seinem Umkreis ausspielen lassen.

Auf diese Weise könnten Radfahrer herausfinden, welche Hotels, Ferienunterkünfte, Camping- und Wohnmobilstellplätze sich in der Nähe befinden. Auch geöffnete Restaurants, Cafés oder Melkhüs werden angezeigt – mit den aktuellen Öffnungszeiten, was gerade jetzt in der Corona-Zeit wichtig sei. Auch Schwimmbäder werden angezeigt, mit Hinweisen, auf was Gäste zu achten haben.

„Wir freuen uns, wenn sich viele melden, der Eintrag in die Datenbank ist kostenlos“, erklärt Henke. Es könnten noch mehr sein, fügt sie hinzu. Da das Projekt jetzt richtig anläuft, hoffen die Frauen, dass sich noch viele Gastgeber, Gastronomen und Veranstalter melden. Denn auch in vielen Rathäusern und Tourist-Infos via Terminals und Touchscreens steht die Seite bereit und Behörden können die Informationen auf den Fernsehern in den Wartebereichen abspielen.

Ein solches Terminal steht in der Rotenburger Tourist-Info. Dort kümmern sich Ilona Haas und ihre Kollegin um die Einträge, haben dazu vor allem die Gastronomen und Herbergen Rotenburgs angeschrieben. Bislang hätten noch nicht alle geantwortet. „Aber das ist eine gute Sache, heute hat fast jeder ein Smartphone, möchte sich informieren. Und dass es die Möglichkeit von 360-Grad-Bildern für einen Rundumblick gibt, ist toll – das hat nicht jedes Portal.“ Denn diese können eingepflegt werden, ebenso normale Fotos und Videos – auch wenn es an der Qualität der eingereichten Fotos manchmal hapere. Fehlende werden durch einen Button ersetzt. „Gutes Fotomaterial ist enorm wichtig“, weiß Haas. Das Portal biete viele verschiedene Informationen. Aktuell nutzt Haas vor allem die Schließzeiten der Tourist-Info, um die Flut an Daten einzutragen. „Das ist sonst kaum machbar im normalen Betrieb.“

Bislang haben sich an dem Projekt zehn von 13 Kommunen „als Mitstreiter“ beteiligt, auf die anderen hoffen die Tourow-Mitarbeiterinnen noch. Das Projekt steht finanziell auf sicheren Füßen: Es ist durch das Land Niedersachsen gefördert, die sich mit rund 13 000 Euro an 50 Prozent der Gesamtkosten beteiligen. Den Rest tragen die Kommunen und der Tourow.

Mit immer neuen Datensätzen wird die Seite derzeit gefüttert, entwickelt sich dazu stetig weiter. So könnten perspektivisch Vereine und öffentliche Einrichtungen wie Büchereien oder auch Ärzte angezeigt werden – wichtig besonders für Einheimische. Dazu sind die Tourow-Damen auf die Mitarbeit der Kommunen, Gastronomen und anderer angewiesen, die ihnen aktualisierte Daten zukommen lassen müssen, wenn sich etwas ändert. Die Kommunen können ihre Daten selber eintragen, geprüft werden aber alle Informationen vor der Freischaltung noch einmal beim Tourow. Eine Menge Arbeit sei der Aufbau, verhehlen die Frauen nicht. „Es ist schon Wahnsinn, was wir mit der Datenpflege zu tun haben“, so Welz. Doch der Aufwand lohne sich, wenn am Ende eine große Übersicht aller Highlights des Landkreises zusammenkomme. „Der Gast hat den Vorteil, dass er sofort sieht, was vor Ort ist und was geöffnet hat. Die Seite können auch Hoteliers ihren Gästen empfehlen. Damit können wir auch den Leuten von auswärts zeigen, wie schön es hier ist.“

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