Landrat hofft auf Angebot für alle ab 80 Jahren bis Ostern

Impfzentrum in Zeven öffnet am Montag

Spritzen mit Corona-Impftsoff
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Die Vorbereitungen laufen, am Montag sollen die Corona-Impfungen im für den Landkreis zentralen Zevener Impfzentrum beginnen.
  • Landkreis erhält Zusagen für neuen Impfstoff.
  • Bis Ostern soll es für alle ab 80 Jahren Angebote geben.
  • Pflegeheime bald alle versorgt.

Rotenburg – Seit Mitte Dezember ist man startbereit, nun kann die Arbeit im Zevener Impfzentrum tatsächlich beginnen: Landrat Hermann Luttmann (CDU) hat am Dienstag angekündigt, dass ab Montag mit der Corona-Impfung der Menschen über 80 Jahren begonnen werden soll. Der Verwaltungschef hofft, bis Ostern allen diesen Menschen im Kreisgebiet ein Impfangebot machen zu können. 7 200 Impfdosen seien zugesagt worden, rund 9 000 Menschen gebe es im Landkreis über 80, die nicht in Seniorenheimen leben. Da nicht alle die Impfung wollen, könnte das reichen – oder es gibt noch mehr Vakzin, als am Montag vom Gesundheitsministerium versprochen.

Zunächst sollen drei sogenannte Impfstraßen in Betrieb genommen werden. Das Team von Koordinator Chris Knoblauch ist derzeit damit beschäftigt, letzte Vorbereitungen zu treffen. Die Zufahrt werde noch seniorengerechter gestaltet, zudem habe man ein stabileres „Schützenfest-Zelt“ der Wetterlage entsprechend am Eingang für die Registrierung aufgebaut. Rund 320 Menschen könnten dann täglich geimpft werden. Im Vollbetrieb, wenn genug Impfstoff vorhanden ist, wären 65 Mitarbeiter im Impfzentrum im Einsatz. Dass das winterliche Wetter noch einmal zu Verzögerungen führt, erwartet Knoblauch nicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Dienstag galt das nämlich für 20 der 50 Impfzentren im Land. Für Zeven nicht, verspricht Knoblauch selbstbewusst: „Im Zweifel fahren wir mit dem Allradfahrzeug hin und holen das Zeug ab.“ Für Mittwoch ist die Lieferung des Impfstoffs aus den zentralen Depots eingeplant.

Rund 320 Menschen können zunächst täglich in Zeven geimpft werden.

Parallel zum anlaufenden Impfbetrieb in Zeven läuft auch die Versorgung besonders gefährdeter Gruppe in den Kliniken und im Rettungsdienst. Im Bremervörder Krankenhaus sind bereits alle Mitarbeiter mit der ersten Priorität geimpft, hieß es am Dienstag. Im Rotenburger Diakonieklinikum sei es rund ein Drittel, im Rettungsdienst zwei Drittel. Zudem seien bereits alle Impfwilligen Bewohner in 19 Pflegeheimen des Landkreises im zwei Dosen bedient worden. In sieben Häusern habe es die Erstimpfung gegeben, die noch verbliebenen fünf Heime erhalten bis Ende der Woche Besuch von den mobilen Impfteams, verspricht Gesundheitsdezernentin Heike von Ostrowski. Das Land habe mittlerweile neben dem Impfstoff „BioNTech“ auch die Lieferung des Impfstoffs der Firma „AstraZeneca“ angekündigt, mit dem nur Personen unter 65 Jahren geimpft werden dürfen. Damit könnten nun auch Mitarbeiter der ambulanten Pflegedienste berücksichtigt werden. Insgesamt hätten im Kreis nun 3 476 Personen ihre Erstimpfung erhalten, 2 290 auch die zweite Dosis.

Ob künftig wegen der weiten Anfahrtswege auch dezentrale Impf-Möglichkeiten geschaffen werden können, weiß Landrat Luttmann noch nicht. Aber er hofft es – und hat entsprechende Anfragen ans Ministerium gestellt. So wäre der Weg von Visselhövede ins Impfzentrum im benachbarten Heidekreis viel kürzer, was aber nicht mehr erlaubt ist. „Wir können es uns gut vorstellen, auch noch vor Ort Lösungen zu finden“, sagt Luttmann. Erfahrungen diesbezüglich habe man ja mit den mobilen Impfteams gemacht. Um denjenigen zu helfen, die für die Koordinierung der Termine und der Fahrten keine Angehörigen oder Freunde haben, baut die Kreisverwaltung ihre „Nachbarschaftshilfe“ aus.

Im Zweifel fahren wir mit dem Allradfahrzeug hin und holen das Zeug ab.

Impfzentrum-Koordinator Chris Knoblauch zu den wetterbedingten Lieferschwierigkeiten für den Corona-Impfstoff

Vorrangig wird dabei denjenigen geholfen, die über 80 Jahre alt sind, allein leben und keine Verwandten oder andere Bezugspersonen vor Ort haben, die sie dabei unterstützen können. Impfpaten helfen beim Vereinbaren der Impftermine online oder am Telefon und bei Bedarf auch beim Bestellen eines Taxis oder einer Transportbescheinigung beim Hausarzt für Menschen, die nicht mehr mobil sind. Die Vermittlung der Impfpaten an die anfragenden Personen erfolgt durch die Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Arbeit des Landkreises telefonisch oder per E-Mail. Es werde darauf geachtet, die Vorgaben des Datenschutzes einzuhalten und Missbrauch auszuschließen. Durch eine Identitätsprüfung der Helfer soll sichergestellt werden, dass Menschen mit kriminellen Absichten keinen Zugang zu den Menschen bekommen. „Wir weisen darauf hin, dass wir nicht unangemeldet anrufen und die älteren Menschen sich zunächst von sich aus an uns wenden müssen.“, erläutert Sandra Pragmann von der Koordinierungsstelle. Aus hygienischen Gründen würden keine Mitfahrgelegenheiten vermittelt. Mehr Infos unter www.lk-row.de/coronafreiwilligenboerse oder 04261 / 9832859

Unabhängig von den Fortschritten bei der Corona-Impfung erwartet Luttmann vor den neuen Bund-Länder-Verhandlungen auch im Landkreis kaum Veränderungen bei den Lockdown-Bestimmungen – trotz der niedrigen Inzidenz von nur 25. Irgendwann müsse man aber strenger regional differenzieren. „Ich bin nach wie vor ein Freund davon, dort Maßnahmen zu ergreifen, wo sie auch notwendig sind.“ Zudem sei die Politik auf Landes- und Bundesebene gefordert, insbesondere Kindergärten und Schulen „wieder in einen vernünftigen Betrieb zu bekommen“. Helfen könnte dabei eine massiv ausgeweitete Test-Strategie. Luttmann: „Es ist sinnvoll, dafür Geld auszugeben, und nicht für Unternehmen, die sowieso nicht mehr zu retten sind.“

Terminvergabe

Termine werden über die Impfhotline (0800/9988665) oder das Impfportal des Landes unter www.impfportal-niedersachsen.de vergeben. Das Land vergibt nur Termine für den derzeit verfügbaren Impfstoff. Wenn alle Termine vergeben sind besteht die Möglichkeit, sich auf eine Warteliste setzen zu lassen.

Drittes Opfer in den Rotenburger Werken

Das Corona-Infektionsgeschehen in einer Wohngruppe der Rotenburger Werke hat zu einem dritten Todesopfer dort geführt. Ein 71-jähriger Bewohner ist bereits am Sonntag gestorben, teilt das Gesundheitsamt mit. Zudem sei in einer Stader Klinik ein 79-Jähriger aus Selsingen an oder mit Covid-19 gestorben. Die Zahl der Pandemie-Opfer im Landkreis beziffert das Gesundheitsamt aktuell mit 71. 64 der Opfer im Landkreis waren älter als 70 Jahre. 54 lebten in einer Pflegeeinrichtung. 113 Menschen gelten als mit Corona infiziert, acht davon werden im Krankenhaus behandelt. Drei neue Fälle gibt es seit Montag. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt für das Kreisgebiet bei 25 Neuinfektionen in Bezug auf 100 000 Einwohner. 170 Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne.

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