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Für Ukraine-Flüchtlinge: IGS serviert Infos im Elterncafé

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Von: Guido Menker

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Großes „Hallo“ in der Willkommensklasse: Die Eltern kommen zu Besuch und machen sich ein Bild.
Großes „Hallo“ in der Willkommensklasse: Die Eltern kommen zu Besuch und machen sich ein Bild. © Menker

Rotenburg – Die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Rotenburg betritt Neuland. Zum ersten Mal richtet sie für geflüchtete Kinder eine „Willkommensklasse“ ein. „Wir freuen uns sehr, dass Sie hier sind“, sagt Schulleiter Sven Thiemer. Die Mütter und auch ein paar Väter, die wegen des Krieges aus der Ukraine geflüchtet sind, sind eingeladen, sich ein Bild von der Schule zu machen, in der ihre Kinder jetzt nicht nur betreut, sondern auch auf den regulären Unterricht in den Klassen vorbereitet werden.

Sven Thiemer ergänzt allerdings auch: „Über den Grund dafür, dass Sie hier sind, freuen wir uns nicht. Wir können es selbst nicht fassen.“ Es gibt frischen Kaffee, süßes Gebäck und viele Informationen. Eine Imagebroschüre der IGS liegt an jedem Platz bereit. Alex Kopp hilft als Dolmetscher – er spricht Russisch. Die Gäste und ihre Gastgeber stellen sich vor. Einige der Heimatstädte der Frauen und Männer kommen uns bekannt vor: Charkiv und auch Kiew sind zu vernehmen. Jetzt sind sie in Rotenburg, haben den Krieg erst einmal hinter sich gelassen. Balsam Al-Janabi als Leiterin des schulischen Fachbereichs „Deutsch als Zweitsprache“ sowie Sven Thiemer haben für dieses Treffen ein Programm vorbereitet.

Thiemer und Al-Janabi machen vor allem eines deutlich: „Wir möchten den Kindern nicht nur helfen, Deutsch zu lernen, sondern ihnen auch ein gutes Gefühl geben, damit sie Spaß an der Schule haben“, sagt die Lehrerin. Al-Janabi leitet die Klasse, die es eben so an der IGS noch nicht gegeben habe. Doch sie freue sich selbst ebenfalls über diese Gelegenheit. Die habe sich daraus ergeben, dass erst vier Tage vor der Ankunft der Flüchtlinge in Rotenburg eine entsprechende Info die Schule erreicht hatte, dass damit 16 Kinder und Jugendliche zu integrieren sind. Die „Willkommensklasse“ sei der Einstieg, es folgt ein oder zwei Wochen nach den Osterferien der Übergang in die regulären Klassen.

In der Mensa serviert die Schule viele hilfreiche Infos.
In der Mensa serviert die Schule viele hilfreiche Infos. © Menker

Thiemer und seine Kollegen bringen jede Menge Anregungen, Tipps und Informationen mit ins Elterncafé, die sie den Müttern und wenigen Vätern häppchenweise servieren – und dazu auch schriftlich mitgeben. So auch eine Liste mit schulischen Hilfsangeboten auf Ukrainisch und verbunden mit QR-Codes, über die sich zahlreiche Materialien aus dem Internet herunterlasen lassen.

Aber es gibt auch wertvolle Hinweise für die Hilfe zur Selbsthilfe, als Unterstützung zur Eingewöhnung. Und nicht zuletzt verweisen Al-Janabi auf Möglichkeiten zum Zugriff auf ukrainische Fernschulen sowie auf die Möglichkeit, an diesem Fernunterricht im eigenen Land per Videoschalte teilzunehmen – während der Ferien etwa.

Alex Kopp verabschiedet sich nach diesem Teil des Programms, die Mütter und Väter bekommen Gelegenheit, in die „Willkommensklasse“ hineinzuschauen, also sich selbst ein Bild zu machen. Später bekommen sie noch einen Überblick über die IGS insgesamt. Jetzt wissen sie, wohin ihre Kinder jeden Tagen gehen.

„Ich glaube, es war sehr sinnvoll, dieses Angebot zu machen“, sagt Sven Thiemer später. Die Mütter und Väter hätten sich sehr dankbar gezeigt und zugleich auch noch viele grundsätzliche Fragen gestellt – zum Ablauf im Mensabetrieb und den damit verbundenen Kosten, aber auch zum Schülertransport.

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