Ausschuss empfiehlt Variante für mehr als 800.000 Euro

IGS: C-Trakt-Umbau wird deutlich teurer

Der C-Trakt hat seine besten Jahre erlebt und soll saniert werden. Die zuständigen Fachausschüsse haben sich für die teuerste von drei Varianten entschieden. An den C-Trakt kommt ein Neubau. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. Ingo Poppe von der Planungsgemeinschaft Nord (PGN) hat nicht lange um den heißen Brei herumgeredet: Der C-Trakt der Realschule in der Ahe, der in Kombination mit einem Neubau an der Stelle des alten Biologie-Traktes künftig zwei Jahrgänge der Integrierten Gesamtschule (IGS) beherbergen soll, entspricht nicht mehr dem heutigen Standard.

Dass er saniert werden soll, steht schon lange fest, aber inzwischen ist klar, dass die Stadt weitaus mehr Geld in die Hand nehmen muss, als ursprünglich dafür vorgesehen. Im Raum stehen drei Varianten. Die Mitglieder des Schulausschusses sowie des Ausschusses für Planung und Hochbau haben sich in einer gemeinsamen Sitzung am Dienstagabend einstimmig für die teuerste von ihnen entschieden. Und der Verwaltungsaussschuss hat am Mittwoch zugestimmt.

Gegenstimmen hat es zwar nicht gegeben, aber in beiden Ausschüssen haben sich nur vier Mitglieder zu einem Ja durchringen können, während die beiden Vorsitzenden jeweils fünf Enthaltungen zu registrieren hatten. Immerhin ist es zu einer Empfehlung gekommen. Denn sowohl die CDU als auch die WIR hatten damit geliebäugelt, Debatte und Entscheidung zu vertagen, bis der Entwurf des Haushaltsplans 2018 vorliegt. Das würde allerdings für Verzögerungen im Bau sorgen, was eine Reihe von Schwierigkeiten sowie unter Umständen auch zusätzliche, aber eben auch vermeidbare Kosten mit sich bringen könnte, so Poppe.

Der C-Trakt der Realschule versprüht nicht nur den Charme der 70er- und 80er- Jahre: Der Bodenbelag ist asbestbelastet, und die energetische Beschaffenheit entspricht nicht dem aktuellen Standard. Poppe: „Mit dem bisherigen Plan bliebe der Ausbaustandard unverändert.“ Aus den jetzt sechs Klassenzimmern würden zwar vier, um dem pädagogischen Konzept der IGS zu entsprechen. Aber die ohnehin schon problematische Akustik in den Klassenräumen würde noch schwieriger.

Mehrere Möglichkeiten ausgearbeitet

Die PGN hat drei Ausführungsmöglichkeiten ausgearbeitet, die den Kommunalpolitikern nun zur Entscheidung vorgelegt worden sind. Auf Basis der Machbarkeitsstudie von 2015 ginge es zum Preis von 200.000 Euro im Wesentlichen um den Abbruch und das Versetzen der Wände, die Anarbeitung an den bestehenden Boden sowie die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen. Die neue Variante 1 enthält zusätzlich die Sanierung des vorhandenen asbesthaltigen Bodens, einen neuen Estrich, neue Türen und eine neue Lichttechnik. Damit würden die aktuell rechtlichen Vorgaben für Lärmschutz (Trittschall) und Inklusion (Lichtstärke sowie Barrierefreiheit) erfüllt. 

Die Variante 2 enthält zusätzlich noch eine energetische Sanierung mit neuer Fassade und neuen Fenstern. Damit würde sich das Gebäude auch optisch an den Neubau einfügen. Für die Variante 1 müsste die Stadt 527.000 Euro, für die Variante 2 sogar 872.000 Euro aufbringen. Ein kompletter Abriss und Neubau des C-Traktes käme noch teurer: 2,1 Millionen Euro. Eine Variante, die nicht zur Diskussion steht.

„Woher kommt das Geld?“, wollte Ekkehard von Hoyningen-Huene (Die Grünen) wissen. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) signalisierte, dass der Haushalt 2018 diese Investition möglich mache. Genaueres ließe sich aber erst sagen, wenn im Oktober der Entwurf auf den Tisch kommt. Die WIR würde am liebsten so lange warten, erklärte Jens Kohlmeyer. Heinz-Günter Bargfrede (CDU) sieht sich „mit den ganzen Papieren überfordert“, während seine Fraktionskollegen Klaus Rinck und Hartmut Leefers grundsätzliche Fragen in den Raum stellten. Leefers erinnerte an die „Kampfabstimmung“ über die Zwei-Standorte-Lösung. 

Leefers: Weg muss nun gegangen werden

Er selbst habe auf Probleme beim Umbau der Realschule und dabei auch auf die Asbest-Problematik hingewiesen. „Wir wären nicht umhingekommen, anders zu entscheiden, wenn wir das damals offen und ehrlich behandelt hätten.“ Jetzt werde man damit konfrontiert. Das alles sei nachvollziehbar. Dieser Weg sei in Fahrt gekommen und müsse nun beschritten werden. Dennoch enthalte sich seine Fraktion bei der Abstimmung. Rinck sprach von einer weiteren Zementierung der Zwei-Standorte-Lösung und davon, dass die IGS mit ihren 90 Quadratmeter großen Klassenräumen „sehr weit oben“ liege. „Man hätte nicht sofort alles auf diese Größe bringen müssen. Die IGS koste die Stadt am Ende mehr als elf Millionen Euro.

Weber könne die Sorgen verstehen, sagte er. Und: Es sei nicht zwingend, die große Variante zu wählen, aber eben empfehlenswert. Und insgesamt habe die Stadt für die IGS die wirtschaftlichste Lösung gewählt. Uwe Lüttjohann (SPD) mochte sich die ganze, vor allem rückwärtsgewandte Debatte nicht mehr länger anhören. Der bisherige Weg basiere auf demokratischen Entscheidungen, die es zu akzeptieren gelte. „Lasst uns doch einfach anfangen, es geht nicht, den Umbau aufzuhalten.“

Der Verwaltungsausschuss hat am Mittwochnachmittag schließlich die Variante 2 beschlossen. Einstimmig bei mehreren Enthaltungen. In den Rat, wie von Bargfrede gefordert, kommt das Thema nicht. Weber: „Es gibt nächste Woche keine andere Grundlage.“

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