„Ich möchte so bleiben, wie ich bin“

Christina Paschke macht sich als „Crystal.Rock“ mit einem Blog einen Namen

„Crystal.Rock“ alias Christina Paschke bloggt vor allem über Mode und Festivals.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Es war ein verregneter Sonntag im April, da hat Christina Paschke den Entschluss gefasst: Ich will bloggen. Gut ein Jahr später hat sich dadurch einiges in ihrem Leben verändert. Mit ihren Bildern erreicht sie viele Menschen: Auf Instagram, wo sie seit drei Jahren aktiv ist, ist ihre Anhängerschaft auf inzwischen 35.000 Personen gewachsen.

„Ich sah schon immer etwas anders aus“, sagt Christina Paschke rückblickend. Noch als kleines Mädchen hat sie sich die Klamotten aus dem Kleiderschrank ihrer neun Jahre älteren Schwester stiebitzt. Nicht verwunderlich also, dass sich das Interesse auch bei der Berufswahl ausgedrückt hat: Mit 18 Jahren begann die heute 30-Jährige ihre Ausbildung zur Friseurin.

Bevor es aber mit dem Bloggen losging, legte sich Christina Paschke erst ein Profil bei Instagram zu. Dort gibt es die Möglichkeit, Bilder hochzuladen. Auch dort kann man anderen „folgen“, Fotos mit Herzen bewerten und kommentieren. Was zunächst mit dem Hochladen von Hundefotos begonnen hatte, ging mit einfachen Outfit-Posts vor dem Spiegel weiter. „Noch ganz unprofessionell“, erinnert sich die Rotenburgerin. Langsam aber sicher habe sie dann an Sicherheit gewonnen. Ihre Fotos schießt meistens der Freund mit der eigenen digitalen Spiegelreflexkamera in Rotenburg. „Es gibt viel professionellere Blogs, aber mir gefällt es so besser. Es ist näher an den Menschen“, findet die Rotenburgerin.

Und so kam es dann, dass „Crystal.Rock“, wie sie sich dort und auch auf ihrem Blog nennt, im Februar 2015 nach Köln in eine kleine Boutique eingeladen wurde, gemeinsam mit anderen Bloggerinnen. „Der ganze Laden wurde dicht gemacht. Wir durften uns jeweils für 200 Euro etwas aussuchen“, erinnert sich Christina Paschke. Von Treffen wie diesen profitieren alle Seiten: Die ausgesuchten Artikel landen im Anschluss mit Foto und Verlinkung zum Laden auf den verschiedenen Plattformen. Gleichzeitig verlinken sich auch die Bloggerinnen gegenseitig. „Dadurch habe ich dann neue Follower dazu bekommen“, erzählt sie.

„Das Produkt muss zu mir passen“

Neben Mode bloggt Christina Paschke auch über die Festivals, die sie besucht. Und so kam es dann auch, dass die Firma Alpro, die Lebensmittel auf Sojabasis produziert, sie auf das Deichbrand Festival in Cuxhaven eingeladen hatte, auch wenn sie selbst wenig mit Soja am Hut habe. Für Paschke das bisher größte Erlebnis, das durch ihre Blogger-Tätigkeit ermöglicht wurde. Kleidung, Schuhe, Tee, Kosmetik, Hotelübernachtungen, Sportnahrung – es käme viel zusammen, wenn Christina Paschke alles annehmen würde, was die Firmen ihr so anbieten. Das auszunutzen, davon, so sagt sie, hält sie nichts: „Ich siebe aus. Das Produkt muss auch zu mir passen. Ich möchte so bleiben, wie ich bin.“

Viele – gerade kleine – Firmen nutzen den Hype unter jungen Menschen, um ihre Labels nach vorne zu bringen. Das hat auch schon Christina Paschke erlebt. „Ich habe auch schon Tee zugeschickt bekommen“, erzählt die 30-Jährige. Manche Firmen würden direkt mit einem Vertrag schon im Gepäck an sie herantreten. „Die wollen dann, dass man eine gewisse Anzahl von Bildern zu einer bestimmten Zeit postet und alles vorher noch mal lesen“, gibt sie einen Einblick in die Bloggerwelt. Viele andere Blogger würden das auch machen, erzählt sie. „Ich freue mich über die Entwicklung. Für mich bleibt das aber ein Hobby.“

www.crystalrockblogged.wordpress.com

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