Konzept beinhaltet Einzelkarten auch für Fahrten ab Scheeßel und Lauenbrück

HVV-Ausweitung: Tarifmodell liegt vor

Auch Rotenburg soll HVV-Bahnhof werden. - Foto: Menker

Rotenburg - Der Lenkungskreis zur HVV-Tarifausweitung hat jetzt unter Beteiligung der Landkreise und der Länder Niedersachsen und Hamburg ein Tarif-Modell vorgelegt, das für viele zusätzliche Bahnhöfe in Niedersachsen den HVV-Tarif vorsieht.

Im Landkreis Rotenburg sollen die Schienenstreckenabschnitte Hesedorf, Bremervörde, Oerel, Heinschenwalde, Lauenbrück, Scheeßel, Rotenburg, Sottrum und Visselhövede aufgenommen werden. Das teilt der Landkreis mit. Die Gewinner dabei: Die Gemeinden Scheeßel und Lauenbrück.

Der Abschluss der Vertragsverhandlungen werde demnach für das erste Quartal 2018 angestrebt. Zurzeit fänden Gespräche über die Finanzierung statt. Erste Berechnungen für das Tarifmodel 4 lägen vor. Das bedeute für den Landkreis Rotenburg, dass für die Bahnhöfe Heinschenwalde, Oerel, Bremervörde, Hesedorf, Lauenbrück und Scheeßel sämtliche HVV-Zeitkarten auf allen Schienenstrecken im erweiterten Gebiet sowie zusätzlich HVV-Einzelkarten für alle Bahnhöfe bis einschließlich des neu geplanten Ringes F gelten würden. Das wird insbesondere die Scheeßeler freuen. Denn noch im Mai hatte es geheißen, dass auf allen Bahnhöfen zwischen Lauenbrück und Sottrum lediglich Zeitkarten angeboten werden sollen – gegen den Wunsch der Scheeßeler Verwaltung und des Gemeinderates. Rotenburg, Sottrum und Visselhövede würden hingegen weiterhin zu den neuen Ringen G und H gehören, auf denen HVV-weit einheitlich nur Zeitkarten zu haben wären.

Kosten von rund 1,5 Millionen Euro im ersten Jahr

Die Kosten für das Modell 4 liegen laut der Mitteilung bei 1,5 Millionen Euro im ersten Jahr. Hamburg übernehme davon zehn Prozent der Verkehrskosten auf seinem Gebiet, das Land Niedersachsen habe für sein Gebiet einen Anteil von 388 000 Euro zugesagt. Die Kommunen im Landkreis Rotenburg müssten damit noch den Restbetrag von rund einer Million Euro finanzieren.

Bis zum Herbst 2018 hätten die Gremien des Kreistages noch Zeit, um sich abschließend mit der Tarifausweitung zu beschäftigen. Die operative Umsetzung sei dann für 2019 geplant. „Hier gilt es zunächst, alle Vertriebssysteme im Verbundgebiet anzupassen. Dies betrifft unter anderem sämtliche Fahrkartenautomaten und Servicestellen“, schreibt der Landkreis. Darüber hinaus müsse an den neuen Streckenabschnitten die entsprechende HVV-Infrastruktur geschaffen werden. Schließlich erfolge die Anpassung aller HVV-Kommunikationsmittel und die Information der Abonnenten in den betroffenen Gebieten. Zum Fahrplanwechsel 2019  /2020 könnte die Tarifausweitung dann in Kraft treten, heißt es abschließend. 

 men / mro

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