Auch Ferdinands Feld fällt aus

Hurricane Festival abgesagt - FKP Scorpio schafft Fakten in der Corona-Krise

Die Tarmstedter Ausstellung verzeichnete 2019 einen Besucherrekord. Ob die Messe in diesem Jahr stattfinden kann, wird am Freitag bekannt gegeben. Archivfoto: Menker
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Die Tarmstedter Ausstellung verzeichnete 2019 einen Besucherrekord. Ob die Messe in diesem Jahr stattfinden kann, wird am Freitag bekannt gegeben.

Die Corona-Pandemie fordert in Niedersachsen große Opfer. So sind das Hurricane Festival und das Ferdinands Feld Festival abgesagt worden.

Rotenburg - Lange haben die Großveranstalter in der Region gehofft, doch seit Mittwochabend steht die Ansage: Auch die Tarmstedter Ausstellung, das Hurricane Festival, das Trachtenfest sowie das Heimat Festival in Scheeßel, das Ferdinands Feld Festival in Rotenburg und mehr müssen wegen der Corona-Krise ausfallen.

Großveranstaltungen sind bis Ende August verboten. Ein schwerer Schlag, doch betonen alle ihr Verständnis für die Entscheidungen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs am Mittwoch getroffen haben. Die Gesundheit der Besucher geht vor.

Hurricane Festival und Tarmstedter Ausstellung abgesagt

Der Aufschwung der vergangenen Jahre ist vermutlich gestoppt. Mit 117.000 Besuchern hatte die Tarmstedter Ausstellung erst im Juli 2019 einen neuen Rekord aufgestellt. Die Freude von damals ist aber längst der Ernüchterung gewichen. Der Geschäftsführer der Landwirtschaftsmesse, Frank Holle, wirkt im Gespräch zerknirscht. Sicher ist: Am geplanten Termin Mitte Juli wird die Ausstellung definitiv nicht stattfinden. Am Donnerstagabend trafen sich Vorstand und Aufsichtsrat per Videotelefonkonferenz, um das weitere Vorgehen zu beschließen. Das Ergebnis ist, dass die Tarmstedter Ausstellung 2020 nicht stattfinden kann.

Die Macher des Hurricane Festivals haben hingegen schnell Fakten geschaffen. Mit als Erstes hat sich die Agentur FKP Scorpio zu Wort gemeldet. „Es schmerzt“, teilte sie via Facebook mit. 68. 000 Besucher hat das Event im vergangenen Jahr täglich gezählt. „Es ist selbstverständlich, dass uns diese Absagen genauso wie die bislang noch nie da gewesene Gesamtsituation sehr traurig stimmen, auch wenn wir die politische Entscheidung zum Schutz der Bevölkerung uneingeschränkt unterstützen. Unser gesamtes Team hat gemeinsam mit unzähligen Beteiligten und regionalen Partnern lange auf den Festivalsommer hingearbeitet und ist genauso enttäuscht wie unsere Gäste“, so FKP-Scorpio-Chef Folkert Koopmans in einer Pressemitteilung. Das Unternehmen musste neben dem in Scheeßel eine Vielzahl weiterer Festivals in gesamten Bundesgebiet absagen. In Scheeßel hatten sich große Namen angekündigt: Seeed, Deichkind, Kings of Leon und alle anderen – sie bleiben zuhause.

Großveranstaltungen in Niedersachsen fallen aus

Was genau als Großveranstaltung gilt, war bis Redaktionsschluss noch unklar. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nannte eine mögliche Zahl von 1.000 Besuchern. Am Freitag muss eine entsprechende Verordnung des Landes vorliegen, heißt es vom Landkreis. Landrat Hermann Luttmann (CDU) hält die Entscheidung „Großveranstaltungen“ bis Ende August nicht stattfinden zu lassen, aber für richtig. „Es ist zwar sehr schade, dass Hurricane Festival, Tarmstedter Ausstellung, Ferdinands Feld und auch das Kreisschützenfest in Winkeldorf abgesagt werden müssen, aber zumindest besteht jetzt Planungssicherheit.“ In welchem Umfang im Sommer kleinere örtliche Feste stattfinden können, sei aber wohl noch nicht endgültig entschieden.

Auf diese Entscheidungen wartet man nun. Insbesondere beim Heimat Festival. Sie wollen sich, wie auch die Organisatoren des Ferdinands Feld in den kommenden Tagen zu Absagen äußern. Das Heimat Festival, das eigentlich Ende Mai mit einem Dutzend Bands im Scheeßeler Industriegebiet über zwei Bühnen gehen sollte, hängt noch in der Schwebe. „Wir werden auf jeden Fall vierstellig verlieren“, so Florian Hastedt vom Veranstalterteam zum finanziellen Schaden, „wir sind ja ein Festival ohne Gewinnabsichten und machen das in unserer Freizeit für die Menschen. Außer viel Arbeit und einer Helferparty haben wir nicht viel vom Festival. Da ist die Situation schon bedrohlich.“ Für mehr Planungssicherheit hofft er auf eine schnelle Entscheidung durch die zuständigen Behörden. Dabei nehmen die Veranstalter ihre Verantwortung gegenüber den Besuchern sehr ernst: „In diesem Sinne hoffen wir, dass die zuständigen Stellen eine verantwortliche Entscheidung treffen.“

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