Oberstufenkoordinator hört auf

120 Ratsgymnasiasten feiern ihr Abitur

Schulleiterin Iris Rehder verabschiedete 120 Abiturienten in der Aula des Ratsgymnasiums Rotenburg.

Rotenburg - Von Joris Ujen. Glück erfahren und das Leben mit Sinn erfüllen. Das waren die prägenden Worte in der Rede von Schulleiterin Iris Rehder, als sie ihre 120 Abiturienten in der Aula des Rotenburger Ratsgymnasiums am Freitagmittag verabschiedete. Und auch ein weiteres Lebewohl gab es während der Entlassungsfeier: Oberstufenkoordinator Friedhelm Horn, der mit dem scheidenden Jahrgang gleichzeitig auch seinen letzten an der Schule abgab.

Neben Grußworten vom Ersten Kreisrat Torsten Lühring und Elternvertreter Marc Puschmann war es auch eben jener Oberstufenkoordinator, der das Wort ergriff. Mit dem Stellvertretenden Schulleiter Jonas Kruse erzählte Horn vom damaligen Stellenwert des Abiturs im Vergleich zu heute. Früher hätte die allgemeine Hochschulreife zwar noch mehr Anerkennung in der Gesellschaft erfahren, da es auch schlicht weniger Absolventen und Möglichkeiten gab, aber: „Ein Abi am Rotenburger Ratsgymnasium ist etwas wert“, betonte Horn. „Darauf sind wir stolz. Und wir sind stolz auf euch“, sprach er in Richtung der 120 jungen Erwachsenen mit einer Hochschulzulassung. Vernunft, Wissen, Einsatz. Diese drei Dinge benötigt es laut Horn, um den Freiheitsgedanken zu verfolgen. Viel Wissen nehmen die Abiturienten mit aus ihrer Schulzeit. Ein vernünftige Denkweise mit Sicherheit auch. „Mischen Sie sich ein!“, so Horn, dann klappt es auch mit dem Einsatz.

Friedhelm Horn (r.) und Jonas Kruse erzählten auf humorvolle Weise vom damaligen Stellenwert des Abiturs. J Fotos: Ujen

Eines der erstrebenswerten Ziele der Menschheit ist das Glück. Schulleiterin Rehder machte dieses zu der Überschrift in ihrer Rede. Menschen stellen sich unter Glück häufig eine immerwährende Zufriedenheit vor, so Rehder. „Aber große Leistungen der Menschheit gingen oft nicht aus Zufriedenheit hervor. Warum wollen wir uns die Motivationsquelle der Unzufriedenheit versagen?“, fragte sie. Der Vollständigkeit halber müsse man auch den Wert des Gegenteils in den Blick nehmen. „Diverse Kunstwerke wären nie erschaffen worden, wenn der Künstler oder die Künstlerin in gelassener Zufriedenheit und Einklang mit ihrem Schicksal und ihrer Umwelt gelebt hätten.“ Damit sprach Rehder auch die Schüler an, die ihr Abitur nicht geschafft haben. „Verwandeln Sie diese Erfahrung in produktive Energie, geben Sie Ihrer Zukunft eine Perspektive, die auch die Erfahrung dieses Scheiterns mit einbezieht.“

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