CDU hat die Nase vorn, verliert aber wie die SPD einen Sitz

AfD holt drei Sitze – aber nur einer kommt in den Stadtrat

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Eine junge Frau gibt am Nachmittag ihre Stimmen in der Aula der Rotenburger Stadtschule ab. Nur jeder zweite Rotenburg hat sich an der Kommunalwahl beteiligt. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Die AfD macht nun auch in der Stadt Rotenburg auf sich aufmerksam: Bei der gestrigen Kommunalwahl hat sie nicht nur rund 7,5 Prozent der Stimmen, sondern damit auch gleich drei Sitze im Stadtrat geholt. Sie wird allerdings nur einen davon besetzen können – Thomas Ossadnik war nämlich ihr einziger Kandidat in der Kreisstadt.

Das war gestern Abend um 23.46 Uhr nach Auszählung von 16 der 17 Rotenburger Wahlbezirke Stand der Dinge. Ganz vorne landeten erwartungsgemäß die großen Parteien: Die CDU mit bis dahin 32,6 Prozent und die SPD knapp dahinter mit 32,4 Prozent der Stimmen. Beide – CDU und SPD – verlieren allerdings jeweils einen Sitz im Stadtrat. Zurzeit haben sie jeweils zwölf, künftig nur noch elf Sitze. Auch die Grünen haben einen Sitz weniger. Sie holten 15 Prozent. Hinzugewonnen hat die WIR – sie ist künftig mit zwei Vertretern im Stadtrat am Ball. Die Freien Wähler bleiben ebenso wie die FDPbei jeweils einem Sitz. Neun Parteien und Wählerinitiativen sind gestern zur Kommunalwahl in der Stadt Rotenburg angetreten. Nur die WFB und die Alfa sind dabei leer ausgegangen. Um kurz vor Mitternacht fehlte nur noch das Ergebnis der Briefwahl. Diese Möglichkeit der Stimmenabgabe hatten auch diesmal wieder sehr viele Rotenburger genutzt.

Sollte sich am Ende bestätigen, dass die AfD mehr Sitze gewinnt als sie Kandidaten hat, verkleinert sich entsprechend der Rotenburger Stadtrat. Eigentlich sind 34 Plätze zu vergeben. Bleibt es bei drei Sitzen für die AfD verfügt der Stadtrat in den kommenden fünf Jahren auf Sitze plus Bürgermeister. Das hat Bürgermeister Andreas Weber (SPD) der Kreiszeitung bestätigt. Die erheblichen Verzögerungen bei der Auszählung der Stimmen begründete Weber übrigens mit der von ihm abgelehnten Umstellung auf nur noch einen Wahlbereich in Rotenburg. dadurch mussten alle Kandidaten auf einen Stimmzettel, der entsprechend groß ausgefallen und sehr unhandlich ist.

Aber wie geht es nun im Stadtrat weiter? SPD und Grüne könnten sich mit der Bürgermeister-Stimme auf eine erneute Zusammenarbeit verständigen. So, wie sie es vor fünf Jahren gemacht haben. Die Mehrheitsgruppe ist allerdings vorzeitig auseinandergebrochen. Möglich wäre auch eine Mehrheitsgruppe von CDU und SPD. Vielleicht sieht das alles nach der Auszählung der Briefwahlergebnisse aber auch schon wieder ganz anders aus.

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