Holmes and Watson setzen Tradition sommerlicher Konzerte im Rotenburger Wachtelhof fort

Entspannte Americana auf dem Loungesessel

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Die drei Vollblutmusiker von „Holmes and Watson” boten Folk und Americana auf höchstem Niveau.

Rotenburg - Ein lauer Sommerabend, dazu Bier, Wein und ein Snack im Loungesessel oder auf der Liege – und das mitten im Open-Air-Konzert. Schöner hätten sich die Gäste des Rotenburger Wachtelhof die Gestaltung ihres Samstagabends kaum vorstellen können.

Was die drei Vollblutmusiker von „Holmes und Watson“ da aus dem offenen Zelt im Landhausgarten des Traditions-Hotels von sich hören ließen, lässt sich – ganz entgegen aller Vermutungen, zu denen der Bandname einlädt – im weitesten Sinne unter „Americana“ einordnen. Intelligent gemachte Coverversionen von drei Musikern, die mit ebenso schlafwandlerischer Intonation Springsteens „I’m on Fire“ anstimmten wie „Weather with You“ von Crowded House oder Styx‘ „Boat on the River“. In vielen der Harmonien erinnern sie immer wieder an Crosby, Stills and Nash - auch wenn das Trio an diesem Abend eher Songs des Quartettkollegen Neil Young im Gepäck hatte. Aber auch Cat Stevens ertönte, und immer wieder Simon and Garfunkel, im Unterschied zum Stiftungskonzert in der Stadtkirche immer um Nähe zum Original bemüht.

Fiel das erste Set noch eher ruhig aus, drehte die Formation um den Iren Fergus Holmes im Verlauf des Abends auf und geleiteten ihr Publikum souverän immer wieder durch unterschiedliche Stimmungen, vom wohltuend reduzierten „In the Air tonight“, in dem der Bass die Rolle der Drums von Phil Collins übernahm, über „Country Roads“ mit Lagerfeuer-Mitsing-Garantie bis zum viel bejubelten „Lady in Red“. Eine so gekonnte Imitation, dass auch die Juroren in der Rudi-Carrell-Show vor einigen Jahren aus dem Häuschen waren, wie die Zuschauer im charmanten Geplauder erfuhren. Und als zwischen Ernst und Schalk Robin Gibbs‘ Fistelstimme aus „Staying Alive“ ertönte, war es sowieso vorbei mit der Zurückhaltung.

Mit einer Gänsehaut bei „Sound of Silence“, „Father and Son“ und einem intensiven „Hallelujah“ von Leonard Cohen wurden die Zuhörer in die milde Sommernacht entlassen, nachdem hinter dem Zelt die letzten Sonnenstrahlen verschwanden – fast wie im amerikanischen Westen.

hey

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