Einrichtung eines Jugendgremiums

Hoffnung: Alle in einem Boot

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Im Zuge der Diskussion um die Maitour zum Bullensee ist die Idee eines Jugendgremiums in der Kreisstadt erstmals aufgekommen.

Rotenburg - Von Guido Menker. Der Antrag von WIR und FDP an den Rotenburger Stadtrat auf die Einrichtung eines Jugendgremiums in der Kreisstadt hat in den vergangenen Tagen für ausgiebige Diskussionen gesorgt. Sowohl Frank Peters – einer der Initiatoren in Sachen 1. Mai am Bullensee – als auch die Jungsozialisten übten harsche Kritik an dem Antrag. Inzwischen hat es ein Treffen von Ratsherr Jens Kohlmeyer (WIR) und Frank Peters gegeben, am Dienstag folgte eine Entschuldigung von Peters per E-Mail an die Wählerinitiative.

Peters hatte im sozialen Netzwerk Facebook das Vorgehen von WIR und FDP zunächst als Diebstahl und deren Initiative als Mogelpackung bezeichnet. „Ja, ich habe mich für die krasse Form meiner Kritik entschuldigt“, sagt Frank Peters im Gespräch mit der Kreiszeitung. An einem Punkt hält er jedoch fest: Die Kommunikation im Vorfeld dieses Antrages sei nicht gut gewesen. „Sicherlich war die Idee vorher, eine Gesprächsrunde zur genauen Formulierung des Antrages stattfinden zu lassen, aber aufgrund der Nähe zu den Ferien haben wir uns entschlossen, den Antrag offen zu formulieren und unseren Jugendlichen die Möglichkeit der Mitformulierung in den ersten Beratungen zu geben“, schreibt Ratsherr Jens Kohlmeyer in einer Stellungnahme. Diese hat er wiederum vor dem Hintergrund der Kritik am Antrag formuliert, die zuvor vor allem bei Facebook laut geworden war. Es sei nämlich nicht richtig, dass man im Vorwege keinen Kontakt gesucht hat. Gerade mit Frank Peters als Sprecher der 1.-Mai-Initiative habe es mehrfachen Mailaustausch gegeben.

„Die Idee soll ja weiter verfolgt werden“

Die Jusos im Landkreis Rotenburg hatten sich ebenfalls zu Wort gemeldet. „Besonders frustrierend ist, dass die aktive Gruppe um den 1. Mai, die Auslöser der Debatte war, gar nicht berücksichtigt wurde“, so Marvin Hertwig, Vorsitzender der Jusos im Landkreis. Diesen Eindruck bestätigt auch Peters: „Das, was Herr Kohlmeyer jetzt schreibt, hat uns vorher gar nicht erreicht. Auch nicht, dass die FDP und WIR zum Beispiel auch die Schülervertretungen angeschrieben haben.“ Bei ihm und vielen anderen Jugendlichen sei daher der Eindruck entstanden, FDP und WIR wollten den Wahlkampf nutzen, um das Thema Jugend und 1. Mai an sich zu reißen.

Ein Kommunikationsproblem also, das den Jugendlichen nicht passt. Jetzt, mit all den Fakten und dem Wortlaut des Antrages „hört sich das alles doch wirklich toll an“, meint Peters. Zuletzt sei aber nichts mehr gekommen von der Politik, und damit verschaffe man eben kein Vertrauen. „Ich will gar keine Böswilligkeit unterstellen, aber so kommt es nunmal rüber.“ Im Kern der Sache rücken die Beteiligten nun aber ganz offensichtlich zusammen. Peters: „Die Idee soll ja weiter verfolgt werden – es lohnt sich doch. Aber ich zähle darauf, dass die Politiker verstanden haben.“ Man rege sich also nicht weiter auf, wenn es mit einem vernünftigen Austausch weitergeht „und wir mit ins Boot geholt werden“.

Genau das, so Kohlmeyer, soll passieren. Änderungen und Ergänzungen seien möglich und ausdrücklich gewünscht. Deshalb sollen ja auch zur Beratung des Antrages im Fachausschuss Jugendliche mit von der Partie sein. Kohlmeyer erinnert daran, dass das Gremium selbstständig arbeiten soll – ohne Beteiligung aus der Politik.

Wie Kohlmeyer dokumentiert, habe die Arbeitsgruppe von WIR und FDP übrigens auch die Schülervertretungen der Integrierten Gesamtschule, der Theodor-Heuss-Schule, des Ratsgymnasiums und der Berufsbildenden Schulen angeschrieben, um für eine Mitarbeit im zu schaffenden Jugendgremium zu werben. Erste Reaktionen hat es darauf bereits gegeben – und die sind positiv. Und wie heißt es in der Begründung für den eingereichten Antrag? „Unser Antrag ist der Versuch, den Jugendlichen zu zeigen, dass sie uns nicht egal sind. Wir sehen in der Umsetzung des Antrages auch eine Chance, die Jugendlichen wieder mehr an unsere Stadt zu binden und sich mehr mit Rotenburg zu identifizieren. Das kann sich auch über die Stadtgrenzen hinaus positiv auswirken.“

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