Ortwin Musalls Werke sind an vielen Orten der Region zu finden

Hölzerne Absichtslosigkeit

Auch das Thema Corona hat Ortwin Musall künstlerisch verarbeitet – mit seinem Werk „Coronia di spine“.
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Auch das Thema Corona hat Ortwin Musall künstlerisch verarbeitet – mit seinem Werk „Coronia di spine“.

Mulmshorn – Seit vielen Jahren wundern sich Autofahrer auf der Bundesstraße 75, wenn sie in Höhe des Weichelsees Rotenburg erreichen: Was steht da mitten auf der Wiese? Es sind Werke von Ortwin Musall, die nicht nur dort, sondern an vielen Stellen in der Region zu finden sind. Mehr als 600 Skulpturen hat Musall bereits mit seinen Händen erschaffen. Diese Werke sind intime Einblicke in seine Gedanken und spiegeln seine Einstellung zum Leben.

Musalls Lebensweg führte ihn immer wieder zum Werkstoff Holz, doch erst mit fast 50 Jahren entdeckte der Mulmshorner die Leidenschaft zum Gestalten. 1943 geboren, kam Ortwin Musall bei der Flucht mit seiner Familie aus Ostpreußen in den Landkreis. Auf dem Ratsgymnasium machte der Holzmann, wie er sich nennt, sein Abitur. In Saarbrücken studierte er auf Lehramt, danach verschlug es ihn zum Arbeiten nach Schweden. Aus familiären Gründen zog er später zurück in den Landkreis.

Der Pädagoge nahm sich zwei Sabbatjahre, in denen er dem Drang nach plastischem Gestalten nachging. In der Holländer-Windmühle in Brockel entstand die erste richtige Werkstatt und größere Skulptur des Mulmshorners. „Von allen Seiten wurde ich unterstützt“, erinnert er sich. Der Nachbar vermachte ihm eine alte Kettensäge und zeigte ihm den Umgang. Die Landwirte im Dorf legten Ortwin Musall mit ihren Frontladern unaufgefordert Holz vor die Tür. Zuletzt unterrichtete der heutige Pensionär an der Grundschule in Elsdorf. Mittlerweile gibt er sich ganz der Kunst hin. „Meine Werke lassen die Gedanken und die Empfindungen im Betrachter entstehen, für jeden ist es eine andere Erfahrung.“

Mehr als 50 Werke von Musall sind in seinem Skulpturengarten rund um das Haus und in der Hausgalerie in Mulmshorn (Im Mull 53) zu besichtigen. Durch die Titel und Texte an den Werken möchte der Künstler den Betrachtern einerseits etwas über seine Gedanken erzählen, andererseits sollen die Skulpturen ihre eigene Wirkung entfalten. „Nur selten hatte ich einen Plan, eine genaue Vorstellung eines Werkes“, so Musall. In seiner Sicht sind die schönsten und interessantesten Skulpturen aus der Absichtslosigkeit heraus entstanden. An der B 75 steht zurzeit das Werk „In Bewegung“. Musall hat auch zwei Bücher mit den Namen „Suchbewegungen“ und „Freigelegt“ veröffentlicht. Diese zeigen viele Skulpturen und erzählen sein Leben mit dem Werkstoff Holz.  kst

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