„Take This” begeistert mehr als 400 Zuschauer

Mehr Zuschauer, neue Vielfalt

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Gerd Hachmöller machte auch als sächselnder Sauna-Boy im Feinripphemd eine gute Figur.

Rotenburg - „Rotenburg ist korrekt“ – das stellte die „älteste Boygroup des Landkreises“ bei ihrem Konzert am Samstagabend einmal mehr fest, war die Aula der Realschule doch mit mehr als 400 Besuchern komplett ausverkauft.

Am Text der gleichnamigen heimatbejahenden „Hymne“, die auch bei diesem „Take This“-Konzert selbstverständlich nicht fehlen durfte, hatten die sechs Vokalisten aus Leidenschaft etwas gefeilt, um aktuell zu bleiben. So fand außer der Kartoffelkönigin auch der anwesende radfahrende und Fracking-kritische Bürgermeister Andreas Weber Eingang.

Es sollte nicht die einzige Neuerung bleiben: Erstmals auf einer so großen Bühne vor so großem Publikum, erstmals mit Ton- und Lichttechnik vom Profi, und sogar mit frisch aufgenommener erster Studio-CD im Gepäck (schöne Idee: Die Hälfte der Einnahmen der schon in der Pause ausverkauften 100 Silberlinge geht an die lokale Flüchtlingshilfe) – da lag die selbst gehängte Messlatte hoch.

Sofa, Palme und ein Plüschhund schufen ein Stück der gewohnten Publikumsnähe, doch die gewohnten Floskeleien blieben zunächst weitgehend aus. Wie auch, wo es doch keine Pannen zu kommentieren gab. Interaktiver ging es spätestens im „Buzzer“-Spiel beim Erraten gesungener Werbe-Jingles zu. „Das haben Maybebop von uns geklaut“, behauptete Gerd Hachmöller mit einem Augenzwinkern – nicht die einzige Anleihe dieses Abends. Denn im Repertoire hatten die Mitglieder des „Henning-Clans“ und ihre Mitstreiter nach wie vor viele Cover ihrer Idole – vom „Mädchen, lach doch mal“ bis zu „Die wahre Liebe“ der Wise Guys.

Take-This-Konzert in der Rotenburger Realschule

Und neben allen gescheiterten Beziehungen und unerfüllten Lieben durften auch die den geneigten Zuschauern bekannten norwegischen Volkslieder nicht fehlen. Traditionelles wie das altenglische Herzschmerzlied „And so it goes“ gehörten musikalisch zu den wohl stärkeren Momenten.

Aber nicht nur um Musik ging es. Auch wenn Kenner Hartmut Leefers dem Hobby-Ensemble bescheinigte: „Ganz schön stark – besonders, wenn ich mich noch an Max Henning erinnere, wie er im Alter von Zehn beim ‚Lauffeuer‘ mit ‚Amanda‘ über die Bühne gehüpft ist...“ – bei „Take This“ geht es nach wie vor um Entertainment, Comedy, das gemeinsame Lachen. Und dafür sorgte nicht nur Bekanntes wie das überdosierte Aphrodisiakum von Stephan Anders oder ein genial umgedichtetes Politiker-Loblied auf „Lobe den Herren“ von Basta, sondern vor allem eine selbst geschriebene Nummer von Gerd Hachmöller. Zunächst zur Rammstein-Melodie „Sonne“, dann frei, in immer wieder neuen Musikstilen, verzauberte der Landkreis-Vertreter als sächselnder Sauna-Boy vom anderen Ufer vor allem die weiblichen Zuschauer. Und auch das ein Novum, neben dem Ausflug in neue komplexe Klangwelten: Zum ersten Mal flog am Ende der Show ein roter BH auf die Bühne; „der Moment, auf den wir alle gewartet haben!“, so Anheyders.

hey

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