Perspektivische Ansicht des Bauwerks

Fund zum Schloss Rotenburg in London: Historiker sprechen von „Sensation“

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In London entdeckt: eine Abbildung des Rotenburger Schlosses. 

Rotenburg - Der Hesedorfer Arzt und Historiker Dr. Wolfgang Dörfler (68), Regionalforscher und Vorsitzender des Vereins der Freunde des Archivs für Heimatforschung Rotenburg, traute seinen Augen nicht: Im April hat er bei seinem dritten Besuch in London in der British Library, einer der weltgrößten Bibliotheken, einen historischen Schatz gefunden, nach dem Regionalforscher seit mehr als 100 Jahren gesucht hatten: Manuskripte, die nicht nur den Grundriss, sondern eine perspektivische Ansicht des Schlosses Rotenburg kurz vor dem Jahr 1650 zeigen.

Dörfler, im aktuellen Heft 98 der Rotenburger Schriften zu der von dem schwedischen Offizier Johann Gorries handgezeichneten Landkarte: „Es ist eine detailreiche, aber sehr kleine Darstellung und nicht auf den ersten Blick, sondern erst bei gezielter Betrachtung zu erkennen.“ Historiker sprechen bei dieser realistischen Skizze des Rotenburger Schlosses, das vor rund 370 Jahren im Bereich des jetzigen Heimathauses in der Nähe der Wümme, der Wiedau und Rodau stand, trotzdem von einer „Sensation“. Rotenburg habe einen wichtigen Teil seiner genaueren Identität wiedergefunden. 

Übrig geblieben sind vom Rotenburger Schloss, das marode geworden war und abgetragen werden musste, der einstige Standort, wenige Fundstücke und die jetzt entdeckten Skizzen. Zwei ausführliche Beiträge in der neuesten Ausgabe der Rotenburger Schriften beschäftigen sich mit dem Kartenmaterial und seinem Inhalt. Sie wurden am Mittwoch während der Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde des Archivs für Heimatforschung im Rotenburger Kreishaus vorgestellt.

In seinem Jahresbericht wies Dörfler darauf hin, dass die Zahl der Vereinsmitglieder auf 69 angestiegen sei. Bei der Ehrung der gestorbenen Mitglieder hob Dörfler besonders die ehrenamtliche Arbeit von Dr. Gernot Breitschuh aus Hassendorf hervor. In seiner Jahresbilanz ging Dörfler auf die vier Vorträge und die Exkursion nach Bremerhaven ein. 

Wolfgang Dörfler (r.) und Prof. Konrad Elmshäuser mit den Rotenburger Schriften.

Im Zusammenhang mit dem Archiv für Heimatforschung lobte der Vorsitzende die hervorragende Zusammenarbeit mit Sönke Kosicki und Henning Müller. Dörfler weiter: „Frau Mischok im Archiv für Heimatforschung in Rotenburg versuchen wir nach Möglichkeit in ihrer Arbeit zu unterstützen.“ 

Sie selbst verteilte an diesem Abend an die Mitglieder, Sponsoren und Autoren die neue, 240 Seiten umfassende Ausgabe der Rotenburger Schriften. Das Heft 98 wurde erneut herausgegeben von Wolfgang Dörfler, Luise Knoop und Walter Jarecki und ist im PD-Verlag (Dr. Peter Dörsam, Heidenau) erschienen. Dem Band liegt eine DVD mit zwölf Karten des Elbe-Weser-Dreiecks bei.

Zu den Beiträgen gehören neben den beiden Artikeln über das Rotenburger Schloss unter anderem: „Die historische Entwicklung der Wasserwirtschaft und Meliorationswesen in Preußen und Hannover“ (von Friedrich Otto-Knapp, Rotenburg), „Johann Joachim Mahnken aus Wittkopsbostel und sein politisches Engagement 1878“ (Hartmut Oskar Mensendiek, Bremen), „Die alte Schule in Nindorf“ (Hans-Joachim Turner, Riekenbostel) und „Die Niedersächsische Tafelrunde in Rotenburg“ (Karsten Müller-Scheeßel, Scheeßel). 

Der Historiker Professor Konrad Elmshäuser, Leiter des Bremer Staatsarchivs und Vorsitzender der Historischen Gesellschaft, hielt schließlich am Mittwoch vor dem Kreis historisch Interessierter noch ein Referat zum Thema „Bremen im Zeitalter des Dreißigjähigen Kriegs“.

bn

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