Kinder erleben zwei spannende Tage bei der Rotenburger Polizei

„Hilfspolizisten“ sichern Spuren

Die „Kollegen“ helfen sich bei der Spurensicherung am „Tatort“. - Foto: Goldstein

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Mit Blaulicht und Martinshorn sind zwei VW-Bullis der Polizei in Rotenburg unterwegs. Soeben haben die Polizisten von der Kommandozentrale erfahren, dass sich an der Königsberger Straße ein Unfall ereignet hat. Die Beamten sollen den Unfall aufnehmen. An Bord der Autos befinden sich zudem acht Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren, die als „Hilfspolizisten“ die echten Kollegen von der Inspektion unterstützen.

So startet das Szenario, das sich die Rotenburger Polizei am Mittwochmorgen für einige Ferienkinder ausgedacht hatte. Am Unfallort angekommen, stellen die „Hilfspolizisten“ sofort fest, dass der Fahrer des am Unfall beteiligten Autos sich aus dem Staub gemacht hat. Allem Anschein nach hatte er zuvor einen Radfahrer angefahren und war geflüchtet. Das Fahrrad liegt noch unter dem Frontbereich des Autos. Über Funk kommt die Durchsage, dass der verletzte Radler auf dem Weg ins Diakonieklinikum sei. Bevor die Ermittlungsarbeiten beginnen können, sichern die Hilfspolizisten die Unfallstelle ab. Sie suchen im beteiligten Auto nach Papieren, um die Identität des Fahrers feststellen zu können. Sie geben über Funk das Kennzeichen durch. Danach beginnen sie mit der Spurensicherung und schießen Fotos von der Unfallstelle. Alle Details halten sie zudem schriftlich in einem Notizbuch fest. Ein spannender Morgen für die Kinder, die mit Begeisterung dabei waren.

Noch spannender wird es am Donnerstagmorgen: Da sind zehn Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren als Tatortermittler unterwegs. Sie sind gerade auf der Wache, als eine aufgeregte Frau einen Einbruch in einem Geschäft an der Bergstraße meldet. Sie hat den Täter überrascht, der Dieb konnte aber flüchten. Sie gibt eine Personenbeschreibung durch. Sofort leitet die Polizei die Fahndung ein.

Vor dem Geschäft stellen die Kinder ein Kennzeichen sicher, das vermutlich zum Fluchtfahrzeug des Täters gehört. Ein offenstehendes Fenster zeigt den Einstiegsort des Täters. Nun ist Tatortermittlung angesagt. Im Spurensicherungskoffer finden die Kinder alles, was sie brauchen, um Fingerabdrücke, DNA- und Schuhabdruckspuren sowie einiges mehr zu sichern. Zudem nehmen die Kinder ein Brecheisen und eine aufgebrochene Geldkassette als Beweismittel mit zur Wache

„Die Teilnehmer werden diesen Tag so schnell nicht vergessen“, ist sich Polizist Fred Krüger sicher und hofft, das Interesse für diesen Beruf beim Nachwuchs geweckt zu haben.

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