Nabu gibt Tipps für die richtige Fütterung

Hilfe für Vögel im Winter

Blaumeise an einer Futterstelle
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Blaumeisen verweilen in der Winterzeit in der Region und machen gerne an einer Futterstelle halt, die zum Beispiel mit Sonnenblumenkernen gefüllt ist.

Nicht alle Vögel überwintern im warmen Süden, manche trotzen auch den kalten Temperaturen und bleiben im Landkreis Rotenburg. Mit der richtigen Winterfütterung kann man sie dabei unterstützen, erklärt der Rotenburger Nabu.

Rotenburg – 3G, 2G, 2G+ – die Vorgaben für das Berufs- und Freizeitleben der Menschen ändern sich gefühlt stündlich. Aber eines dürfte mittlerweile dem Letzten klar sein: Die Weihnachtszeit wird ähnlich wie auch im vergangenen Jahr – möglichst reduzierte Kontakte, um die rasante Ausbreitung des Coronavirus derzeit wieder unter Kontrolle zu bekommen. Da stellt sich für viele erneut die Frage: Wie kann ich die Zeit sinnvoll nutzen und was kann ich machen?

Familien mit Kindern und andere könnten beispielsweise Gartenvögel füttern. Das hat zwei Vorteile: Zum einen fördert es die Umweltbildung, sagt Roland Meyer, Vorsitzender des Rotenburger Nabu. „Wo sonst lässt sich lebendige Natur selbst mitten in der Stadt und aus nächster Nähe so gut erleben?“ Das gelte insbesondere für Kinder und Jugendliche, die gerade im städtischen Raum oft immer weniger Gelegenheit zu Beobachtungen und Naturerlebnissen haben. „Nicht selten weckt der Spaß dann auch das Interesse, selber aktiv zu werden und sich im Naturschutz zu engagieren“, meint Meyer. Zum anderen hilft es die Winterfütterung den Tieren, besser durch die kalte Jahreszeit zu kommen – es kommen wesentlich mehr Vögel zur Futterstelle, an Tagen mit Frost oder Schnee besonders gerne. Außerdem ist es für die Vogelbeobachter bei niedrigen Temperaturen einfacher, für die notwendige Hygiene an der Futterstelle zu sorgen.

Dennoch leistet die Winterfütterung der Vögel zwischen November und Februar letztlich nur einen geringen Beitrag zum Thema Artenschutz. Denn die Fütterung im Garten oder auf dem Balkon kommt hauptsächlich den Gefiederten zugute, die in ihrem Bestand nicht gefährdet sind. Das betrifft etwa zehn bis 15 Arten, darunter Kohl- und Blaumeise, Haussperling und Kleiber. „Aber viele Menschen haben ein tiefes Bedürfnis, zu helfen, einfach etwas zu tun“, weiß der Nabu-Vorsitzende. „So ist der nächste Schritt oft der, den eigenen, häufig viel zu eintönigen Garten vogelfreundlich zu gestalten.“

Wer einen Zeitvertreib sucht, kann auch eigene Meisenknödel anfertigen. Meyer rät aber in diesem Fall dazu, keine Fettblöcke aus dem Supermarkt zu verwenden, sondern Rindertalg aus einer Schlachterei. Denn die Supermarkt-Ware enthält Palmöl, „und trägt auf diese Weise zum Regenwald- und Artensterben, zur Erderwärmung und zu Vertreibungen von Menschen bei“.

Es gibt aber gewisse Regeln, die Vogelfreunde bei der Fütterung der Tiere beachten sollten:

  •  Möglichst keine Futterspender nehmen, in denen die Vögel herumlaufen können, um die Übertragung von Krankheiten zum Beispiel durch den Kot zu verhindern.
  •  Die Futterspender sollten an einer geeigneten Stelle platziert werden, sodass das Futter bei Regen oder Schnee nicht durchnässt. „Geeignete Futtersilos sind ,wartungsfrei‘, sie müssen normalerweise nur vor und nach der Wintersaison gereinigt werden“, sagt Roland Meyer vom Nabu. Andere sollten regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt und nur mit wenig Futter ausgestattet werden.
  •  Damit sich die Vögel sicher fühlen, sollte das Futterhäuschen an einer Stelle sein, die Katzen nicht erreichen können. Gleichzeitig aber noch so, dass man selber sie beobachten kann. „Im angemessenen Abstand sollten Bäume oder Büsche Deckung bei eventuellen Attacken von Sperbern bieten“, meint Meyer. Und Glasscheiben in der Nähe sollten nicht zur tödlichen Falle werden, zum Beispiel mithilfe von Aufklebern.
  •  Eine der wichtigsten Fragen, die sich stellen, ist die nach dem richtigen Futter: Viele Vögel freuen sich über Sonnenblumenkerne. „Bei ungeschälten fällt zwar mehr Abfall an, dafür verweilen die Vögel aber länger an der Futterstelle.“ Auch Freiland-Futtermischungen sind denkbar, allerdings enthalten manche nicht-heimische Samen, warnt Meyer – diese verfälschen nicht nur die Flora, sondern können sogar beim Menschen Allergien auslösen. Häufigste Körnerfresser sind Meisen, Finken und Sperlinge. Auch Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln, Wacholderdrosseln oder Zaunkönig überwintern in Norddeutschland. Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe anbieten, dafür gibt es spezielle Futterspender, damit es nicht verdirbt. Meisen lieben auch „Meisenknödel“ aus Samen und Fett, diese sollten nicht in Plastiknetze eingepackt sein, damit sich die Vögel nicht verletzen. Dass Vögel Brot mögen, ist hingegen ein Irrglaube. Das kann ihnen sogar schaden, da es im Magen aufquillt.

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