Verknüpfung mit Schulsozialarbeit

Kreistag stimmt für neues Beratungszentrum für auffällige Schüler

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Kindern, die in der Schule auffällig werden und einen höheren Betreuungsbedarf haben, soll mit dem Beratungszentrums für emotionale und soziale Entwicklung besser geholfen werden. 

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die Kehrtwende folgte auf den letzten Metern, die Appelle vonseiten der Schulleiter dürften entscheidend gewesen sein: Der Kreistag hat mit großer Mehrheit für die Einrichtung eines Beratungszentrums für emotionale und soziale Entwicklung („BesE“) nach Stader Vorbild gestimmt. Die von der CDU geführte Mehrheitsgruppe hat sich dem SPD-Antrag doch noch angeschlossen – und nur noch Landrat Hermann Luttmann (CDU) und die AfD-Fraktion als Gegner des Projekts stehen lassen.

Eine gewisse Skepsis bleibt. Doch mit dem Ergänzungsantrag, der am Dienstagmorgen von CDU-Fraktionschef Marco Prietz an den Landrat ging und der eine zeitliche Begrenzung auf zunächst drei Jahre und dann eine Überprüfung des Erfolgs vorsieht, war die Zustimmung doch möglich. Im Kern sei man sich sowieso einig gewesen, hieß es schon in den vergangenen Wochen seit dem Jugendhilfeausschuss am 28. November, wo der Antrag auf den Tisch kam: Es muss mehr getan werden für verhaltensauffällige Kinder an Schulen.

Das soll nun „BesE“ schaffen. Im Landkreis Stade bildet die Einrichtung seit 2012 eine Schnittstelle zwischen Landesschulbehörde, Jugendamt und Schule. „Durch den frühzeitigen Ansatz, mit den Lehrkräften zu arbeiten und eben auch im häuslichen Umfeld des Kindes, führt es häufig dazu, dass wir das Kind oder den Jugendlichen so weit stabilisieren, dass ein Lernen in der Regelklasse ihm auch weiter möglich bleibt“, hatte Christiane Metelmann vom Stader Projekt im Jugendhilfeausschuss berichtet. 

Zunächst auf drei Jahre befristet

Auch am Mittwoch hieß es, „BesE“ könne für Familien Lücken schließen, der Unterstützungsbedarf bei emotional-sozialen Problemen steige rapide. Das hatten auch 36 Schulleiter in der vergangenen Woche mit einem offenen Brief an die Kreispolitik gesagt – verbunden mit der dringenden Bitte, „BesE“ zur Unterstützung einzurichten. 

Das wird nun geschehen, zunächst befristet auf drei Jahre. Im Kreishaushalt werden dafür drei halbe Sozialpädagogenstellen verankert, von 92 300 Euro jährlich spricht die Kämmerei. Hinzu kämen Verwaltungs-, Raum- und sonstige Projektkosten in Höhe von 100.000 Euro pro Jahr – ergibt ein Gesamtvolumen von rund 577.000 Euro.

Nicht nur wegen dieser finanziellen Belastung für den Landkreis zeigte sich Landrat Luttmann weiter als vehementer Gegner der Beratungsstelle. Er sieht vor allem das Land als Träger der Schulsozialarbeit in der Pflicht, zudem gäbe es bereits drei Kooperationsvereinbarungen zwischen dem Landkreis als Träger der Jugendhilfe und der Landesschulbehörde. „Ich sehe keinen Bedarf, denn wir laufen Gefahr, uneffektive Doppelstrukturen zu schaffen.“ Politisch fand er damit jenseits der Kollegen der Verwaltungsspitze und der AfD-Fraktion gestern allerdings kein Gehör. Denn noch anders als zuletzt im Kreisausschuss stimmte auch die Mehrheitsgruppe geschlossen für „BesE“.

CDU: Zustimmung mit Bauchschmerzen

Heinz-Hermann Holsten betonte für die CDU: „Solange nicht an allen Schulen Sozialarbeiter oder auch andere strukturelle Hilfen installiert sind, kann man in der so beabsichtigten Einrichtung von ,BesE’ eine Chance oder einen gerade noch so vertretbaren Mittelweg sehen. Und darum stimmen wir, wenn auch mit gewissen Bauchschmerzen, diesem geänderten Antrag zu.“ Allzu große Hoffnungen, dass „BesE“ alle Probleme zu lösen in der Lage ist, sollte man sich aber nicht machen, auch wenn die Erwartungshaltung bei einigen Unterstützern groß sei.

Die Mehrheitsgruppe verbindet ihre Zustimmung allerdings mit einem Appell – und da stimmt sie mit der Kreisverwaltung überein. Schulen und Lehrkräfte seien aufgefordert, die vorhandenen Systeme auch mehr zu nutzen. Das Potenzial dort sei längst nicht ausgeschöpft. Auch müsste „BesE“ aktiv in die Arbeit eingebaut werden. Holsten: „Machen Sie was draus!“

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