Vertrag in Uelzen unterschrieben

HVV-Erweiterung steht: „Ein wichtiger Schritt“

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Die Freude über den HVV-Vertrag ist groß bei Landrat Hermann Luttmann (l.) und Minister Bernd Althusmann.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Mit einer Fahrkarte des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) von Heinschenwalde, Visselhövede oder Scheeßel in die Freie und Hansestadt - das ist ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 für die Menschen in Stadt und Landkreis Rotenburg möglich.

Am Donnerstag unterzeichneten Landrat Hermann Luttmann (CDU), Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sowie drei weitere Landräte und Vertreter verschiedener Behörden im Uelzener Kreishaus die Tarifausweitung des HVV auf die Bahnhöfe der Landkreise Rotenburg, Cuxhaven, Uelzen sowie den Heidekreis.

Zugpendler mit Zeitkarten können dann in Hamburg U- und S-Bahn sowie die Buslinien und Fähren für die Weiterfahrt zu ihrem Arbeitsplatz nutzen. Die beteiligten Landkreise erhoffen sich durch die Tarifvereinfachung, dass noch mehr Pendler auf die Bahn umsteigen. Der HVV zählt täglich rund 2,5 Millionen Fahrgäste.

Landrat Luttmann freute sich gestern bei der Vertragsunterzeichnung, „dass wir das nach einer Reihe von Jahren so hinbekommen haben.“ Denn mit dem Auto sei es immer schwieriger, nach Hamburg zu pendeln.

Schwierige Verhandlungen

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann räumte ein, dass die Verhandlungen schwierig gewesen seien: „Jeder Kilometer musste von den Experten bewertet werden, das war schon mühselig.“ Unter dem Strich aber sei die Tarifausweitung des HVV ein „wichtiger Schritt für die Identität und den Zusammenhalt der Metropolregion Hamburg“.

Die Erweiterung des HVV ist für die Beteiligten ein Millionenprojekt. Die dadurch entstehenden Einnahmeverluste für Eisenbahnunternehmen wie der Metronom werden von den Landkreisen übernommen. Das Land fördert die Tarifausweitung, die zunächst vor allem Pendler betrifft, ab 2020 mit 1,4 Millionen Euro pro Jahr.

Hermann Luttmann (l.) unterschreibt den Vertrag.

„Vom Jungfernstieg bis Cuxhaven an der Nordsee, zum Hundertwasserbahnhof Uelzen oder in die Lüneburger Heide - diese HVV-Süderweiterung bringt auch den Hamburgern viele neue Möglichkeiten, zum Verbundtarif neue Ecken der Metropolregion zu entdecken“, betonte Andreas Rieckhof, Staatsrat in der Hamburger Wirtschaftsbehörde. Für viele Pendler werde es zudem günstiger, zur Arbeit, zur Ausbildung oder zum Einkaufen nach Hamburg und zurück zu fahren.

Rund sieben Jahre dauerte es von den ersten Verhandlungen bis zur Umsetzung der Tariferweiterung. Und manche Landkreise wollen noch mehr: So kündigte Uelzens Landrat Heiko Blume an, eine Vollmitgliedschaft seines Kreises im HVV anzustreben, damit künftig auch jede Buslinie an den Hamburger Verkehrsverbund angeschlossen sei und man nicht nur Zeitkarten, sondern auch Tages- und Einzeltickets nutzen könne.

Der Landkreis Rotenburg habe solche Bestrebungen nicht, erklärte Hermann Luttmann gegenüber der Rotenburger Kreiszeitung: „Der Anschluss des Schienenverkehrs ist wichtig, aber wir sind nicht nur nach Hamburg orientiert“. Vielmehr sei auch der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) für hiesige Pendler von großer Bedeutung. „Wir sind froh, dass wir diesen Weg mit dem HVV gegangen sind“, erklärte der Rotenburger Landrat am Donnerstag in Uelzen, „aber beim Busverkehr haben wir keine Ambitionen auf einen Anschluss“.

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