Hospizarbeit in der Region Rotenburg feiert zehnten Geburtstag im Heimathaus

Herzlichkeit und Mitgefühl

Vorsitzender Gerhard Eimer begrüßte die vielen Gäste und blickte auf zehn Jahre Hospizarbeit in der Region der Wümmestadt zurück. - Foto: Goldstein

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Zehn Jahre Hospizarbeit in der Region Rotenburg bedeutet eine Dekade Herzlichkeit und Mitgefühl, aber auch Betroffenheit und Anteilnahme. Menschen, die sich dort ehrenamtlich hineinbegeben haben, verdienen Achtung und höchsten Respekt. So lässt sich die Arbeit des Hospizvereins in den vergangenen Jahren auf einen Nenner bringen. Am Sonntag hat der Verein seinen runden Geburtstag im Rotenburger Heimathaus gefeiert.

Aber wie hat alles begonnen und was steckt hinter diesem Engagement? Die Initiative zur Vereinsgründung ging von Mitarbeitern von Pflegeeinrichtungen, vom Diakonieklinikum, der Rotenburger Werke, Kirchengemeinden und Ärzten aus. Sie trafen sich 2005 und hatten alle den Wunsch zur Verbesserung der medizinischen, pflegerischen und psychischen Unterstützung unheilbar kranker Menschen in der Region.

Sie waren der Überzeugung, dass respektvoller Umgang, Achtung und Würde gewahrt bleiben müssen und dass das Sterben als Teil des Lebens zu begreifen sei, blickte der Vorsitzende, Gerhard Eimer, auf die Anfänger der Hospizarbeit zurück. Daraus hätten sich nach Vereinsgründung bis heute vier Säulen der Schwerpunktarbeit herauskristallisiert: Erwachsenen- sowie Kinder-Trauerbegleitung und Erwachsenen- sowie Kinder-Trauerarbeit, die von 34 Ehrenamtlichen im ambulanten Einsatz geleistet wird.

„Unser Verein ist noch jung, hat 281 Mitglieder und wir wollen noch mehr tun“, so Eimer. Durch Qualifizierungen und Schulungen weiterer Mitarbeiter sowie Einsätzen in Krankenhäusern könne die Wahrnehmung in der Bevölkerung gesteigert werden. Eimer: „Unser Ziel ist es, mitten in der Gesellschaft anzukommen und Akzeptanz zu erhalten.“

Die Landtagsabgeordnete Mechthild Ross-Luttmann (CDU) hat seit Jahren die Schirmherrshaft übernommen. Sie lobte die geschulten Ehrenamtlichen: „Sie setzen sich mit großem Erfolg dafür ein, dass die Würde des sterbenden Menschen bis zu seinem Tod geachtet wird, und auch Angehörige werden in dieser schweren Zeit nicht alleine gelassen.“

Viele Betroffene hätten den letzten Wunsch, die verbleibende Zeit in gewohnter Umgebung im Kreise ihrer Lieben zu verbringen, und das machten die Hospizhelfer möglich. „Sie gehen auf den Menschen ein. Mal werden Gespräche gewünscht, mal Vorlesen, mal Zuhören , mal Spazierengehen oder einfach nur da sein“, so Ross-Luttmann. Durch Schulungen seien viele Hospizhelfer speziell für die Arbeit mit Kindern ausgebildet. Eine schwere Aufgabe, die von den Ehrenamtlichen hervorragend erfüllt werde.

Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) lobte den engagierten Einsatz des Hospizvereins und wünschte allen Helfern viel Kraft und Erfolg für die kommende Zeit. „Jemanden, der traurig ist, gücklich zu machen, ist das höchst Glück!“, zitierte er Theodor Fontane.

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