Katja Burmeister hat das Herz am rechten Fleck

Bremervörderin arbeitete schon für den DFB und beim FC Bayern München

Zu Besuch beim früheren Arbeitgeber: Katja Burmeister vor der Geschäftsstelle des FC Bayern München an der Säbener Straße.

Rotenburg - Von Ralf G. Poppe. Viele Menschen träumen davon, im Leben etwas zu bewegen. Katja Burmeister hat bereits in jungen Jahren viel erlebt. Vor 25 Jahren begann sie in Frankfurt am Main als Sekretärin beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), um später beim FC Bayern München zu arbeiten. Wir sprachen mit der nun beim Landkreis Rotenburg tätigen Verwaltungsfachangestellten über eine schöne, fast familiäre Zeit bei diesen Aushängeschildern des deutschen Fußballs.

Vor 25 Jahren begann sie in Frankfurt am Main als Sekretärin beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), um später beim FC Bayern München zu arbeiten. Wir sprachen mit der nun beim Landkreis Rotenburg tätigen Verwaltungsfachangestellten über eine schöne, fast familiäre Zeit bei diesen Aushängeschildern des deutschen Fußballs.

Frau Burmeister, der amtierende Präsident des DFB, Reinhard Grindel, kommt aus Rotenburg. Die gebürtige Zevenerin Doris Fitschen arbeitete als Managerin der Frauennationalmannschaft und ist im Bereich Marketing für den DFB tätig. Lange zuvor waren Sie, ab September 1992, beim Deutschen Fußball-Bund in Frankfurt tätig. Wie kam es dazu?

Katja Burmeister: Nach meiner Ausbildung beim Magistrat der Stadt Frankfurt am Main hatte ich mich auf eine Stellenanzeige des Deutschen-Fußball-Bundes in der Frankfurter Rundschau beworben und durchlief ein ganz normales Bewerbungsverfahren – unter anderem mit einem Gespräch beim damaligen Chefjustiziar Goetz Eilers. Es war ein Mädchentraum von mir, einmal beim DFB zu arbeiten.

Stimmt es, dass Sie auch unmittelbar mit dem späteren Präsidenten Wolfgang Niersbach zusammenarbeiteten?

Das ist nicht ganz richtig. Herr Niersbach war zu dem Zeitpunkt Pressesprecher. Ich arbeitete im Bereich Team-Management, Jugend, Schule und Ausbildung. Hier gab es den einen oder anderen Verknüpfungspunkt, in dem wir zusammenarbeiteten – zum Beispiel beim Neuberger-Buch (Hermann Neuberger war von 1975 bis 1992 Präsident des DFB, Anm. d. Red.). Hier durfte ich das eine oder andere für Herrn Niersbach schreiben.

Auch zum damaligen Bundestrainer Berti Vogts pflegten Sie ein gutes Arbeitsverhältnis.

In meiner Assistenztätigkeit war ich unter anderem für Sitzungen der DFB-Trainer zuständig. So lernte ich auch alle anderen damaligen Trainer kennen, arbeitete zum Beispiel mit dem A-Junioren-Nationaltrainer Dixie Dörner zusammen.

Im September 1994 wechselten Sie für neun Jahre zum FC Bayern nach München.

Ja. Rückblickend ist es für mich wunderschön zu sehen, dass Arbeiten, die ich beim DFB im Jugendbereich in den Anfangstagen mitgestaltet habe, anschließend in München umgesetzt werden konnten.

Wie war die Zusammenarbeit mit Uli Hoeneß?

Durchweg sehr positiv. Herr Hoeneß trägt sein Herz am rechten Fleck. Er und der damalige Geschäftsführer Herr Hopfner waren als Vorgesetzte höchst professionell und vor allem den Mitarbeitern gegenüber sehr loyal. Zu meiner Zeit war die Geschäftsstelle noch recht überschaubar. Als ich anfing, waren wir, glaube ich, gerade mal 20 Kollegen. Dies spürte man auch. Es bestand ein sehr guter Zusammenhalt, fast familiär. Das half mir sehr. Denn als norddeutsche Pflanze, die anfangs niemanden kannte, war die Bayern-Familie im wahrsten Sinne des Wortes zu einer solchen geworden. Beim FC Bayern herrschte wirklich das „Mia san Mia“-Gefühl. Ich erinnere mich an viele schöne Stunden.

Der damalige Präsident des FC Bayern, Franz Beckenbauer, lernte seinerzeit seine jetzige Gattin, die Norddeutsche Heidi Burmester, kennen. Gab es eventuell Verwechslungen aufgrund der geographischen Herkunft sowie des fast gleichen Namens?

Ja, die gab es zuhauf! Vermehrt gab es diese Verwechslungen, sodass ich mich auch darüber beschwerte und um Klärung bat.

Sie empfanden das Arbeitsklima damals als sehr familiär. Mittlerweile erscheint der Fußball subjektiv als sehr stark kommerzialisiert. Jedes Jahr gibt es mehrere neue Verkaufstrikots, die Spieler-Ablösesummen sind ins astronomische gestiegen ...

Ja, das ist genau der Grund, warum ich mir kaum noch Fußballspiele anschaue. Weder im Stadion noch im TV. Es geht nur noch ums Geld, und darum, wie der einzelne Spieler sich bestmöglich vermarktet. Die Identifizierung mit einem Team fehlt fast völlig. Das bedauere ich sehr. Zu meiner Zeit gab es Typen, die den Fußball liebten, die auch unbequem waren, die jedoch mit vollem Einsatz ins Spiel gingen. Die Wandlung zum amerikanischen Stil mit viel Tamtam und gesanglicher Pausenunterhaltung sowie vermehrt späte Abendspiele empfinde ich – sowohl für die Nationalmannschaften als auch für die Bundesliga – als den falschen Weg. Er führt leider weg vom Menschen. Er ist lediglich auf den Verein und Verband und nicht auf den Einzelnen beziehungsweise auf Familien ausgerichtet. Wer Freude am Fußball hat, wünscht sich Fußball pur! Ohne Nebensächlichkeiten!

Nach gesundheitlichen Problemen nahmen Sie sich, wie Pep Guardiola vor seiner Bayern-Zeit, ein Sabbatical, bevor Sie dann als Gegenpol zur Öffentlichkeitsarbeit in Stuttgart mit Obdachlosen und mit Alkoholikern arbeiteten, um sich sozial zu engagieren ...

Die Zeit nach München war für mich sehr wichtig. Ich brauchte Abstand. Da kam die Chance, insbesondere mit wohnungslosen Frauen zu arbeiten, gerade zur richtigen Zeit. Diese viereinhalb Jahre haben mich wieder zu mir selbst zurückgebracht. Es war eine sehr intensive und beeindruckende Zeit für mich. Mich hat im Besonderen die Erfahrung geprägt, dass alle Angebote noch so gut sein können wie sie wollen – wenn der Mensch nicht will, laufen alle sozialen wie auch medizinischen Angebote ins Leere.

Früher waren Hoeneß und Hopfner ihre Vorgesetzten, heute ist es Landrat Hermann Luttmann. Gibt es eventuell Parallelen zwischen den Herren?

Burmeister: Parallelen gibt es nicht. Im Gegensatz zu den Herren Hoeneß und Hopfner, die ich beide kenne und sehr schätze, habe ich bis heute meinen derzeitigen obersten Vorgesetzten noch nicht kennengelernt.

Zur Person:

Katja Burmeister begann ihre berufliche Karriere im Bremervörder Rathaus, bevor sie als Sachbearbeiterin für den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main tätig war. Vor gut 25 Jahren wechselte Burmeister als Sekretärin zum Deutschen Fußball-Bund (DFB), bevor sie mehr als neun Jahre in verschiedenen Bereichen für den Fußball-Bundesligisten FC Bayern München arbeitete, unter anderem im Bereich der Veranstaltungsorganisation. Anschließend widmete sich die gebürtige Bremervörderin größtenteils sozialen Aufgaben. Seit Februar 2014 ist sie als Verwaltungsangestellte beim Landkreis Rotenburg tätig.

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