Heiner von Minden beherbergt Schleiereulen auf seinem Dachboden

Nest mit TV-Überwachung

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Heiner von Minden mit einer Schleiereule. Typisch ist der herzförmige Gesichtsschleier der seltenen Tiere.

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Manchmal sitzt Heiner von Mindens alte Katze „Tommy“ vor dem von seinem Herrchen installierten Fernseher und blickt in das Eulennest auf dem Dachboden: Einfach zu interessant sind diese drei Schleiereulen mit ihrem unverwechselbaren herzförmigen Gesichtsschleier.

Vor Jahren hat von Minden (56), Gärtner beim Landkreis, den Schleiereulen ein Quartier zur Verfügung gestellt, das diese lautlosen nächtlichen Mäusejäger immer mehr suchen: einen Nistplatz an sicherer Stelle auf dem Dachboden im Haus an der Münstermannstraße, dem Eigenheim des Eulenfreundes.

Rigoros wurde der erste Bewohner, ein Turmfalke, von den seltenen Schleiereulen rausgeschmissen. Seither beherrschen die Nachtjäger das Feld. In diesem Jahr wurden vier Jungtiere geboren, von denen drei überlebten. Sie sind kurz davor, flügge zu werden. Heiner von Minden, der im Laufe der Zeit ein Eulenkenner geworden ist: „Dieses Jahr gibt es sehr viel Mäuse. Es könnte deshalb sein, dass die Schleiereulen ein zweites Gelege vorbereiten.“ Die seltenen Schleiereulen seien stark vom Futterangebot abhängig.

Die Nachbarn des Gärtners mit dem Faible für Eulen unterstützen von Minden und sind selbst zu halben Eulen-Fachleuten geworden. Besondere Beobachtungen werden umgehend an den 56-Jährigen weitergegeben. Der ist sich sicher, dass er der einzige Schleiereulen-Beherberger im weiten Umkreis ist.

Der stille Nachtjäger war 1977 Vogel des Jahres. Es wird geschätzt, dass es in Deutschland zwischen 11000 und 17000 Paare gibt. Der europäische Bestand umfasst etwa 110000 bis 220000 Brutpaare. Der seltene Vogel befindet sich inzwischen allerdings „auf dem aufsteigenden Ast“. Nicht zuletzt durch Nisthilfen, wie sie der Rotenburger Heiner von Minden praktiziert.

Ein echter Eulenfan ist Enkelin Luisa Möhrmann. Von Minden: „Immer wenn sie mich besucht, dann möchte sie Fernsehbilder der Eulen sehen.“

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