Heimathaus bewährt sich als Kulisse bei 8. „Jazz on a Summer`s Night“

Funk und Groove zwischen Heimathaus und Apfelbaum

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Jazz-Profis on stage: David Jehn (v.l.), André Rabini und Maximilian Suhr begeisterten mit Songs aus der Swing-Ära.

Rotenburg - Von Ulla Heyne. Man nehme drei spielfreudige Bands, dazu eine stimmige Kulisse und mehrere hundert Jazzfans mit reichlich Stehvermögen für mehr als vier Stunden Musikgenuss – fertig ist das „Jazz on a Summer‘s Night“. Auch in der achten Auflage erwies sich der vom Rotenburger Kulturbahnhof (Kuba) organisierte Jazz-Marathon als Rezept, das funktioniert.

Dabei hatten die Veranstalter um Jürgen Kolbe nach dem viel bejubelten Auftritt der Saxophonistin Nicole Jo mit ihren innovativen Klängen dieses Mal bewusst ein Kontrastprogramm geschnürt und auf eher bodenständige Kost gesetzt: Das André-Rabini-Sextett als Headliner servierte mit Shirley Bassey, Sinatra und deutschem Swing beste Unterhaltung auf hohem Niveau.

Sänger André Rabini, dem geneigten Publikum als Frontmann der Swinging Fireballs bekannt, leitete charmant durch das Programm von „Tutti Frutti“ über ein verswingtes „I‘m your baby tonight“ bis zum gefälligen „Immer wieder geht die Sonne auf“ von Udo Jürgens. Dabei ließ der Bremer, stets mit etwas Sinatra in der Stimme, auch in seinen Ansagen echte Entertainer-Qualitäten durchblicken. Als Eisbrecher sollte sich ausgerechnet der Song entpuppen, der den Sänger – wie ein Großteil der Musiker guter langjährige Bekannte von Organisator Jürgen Kolbe – als Zwölfjährigen zum Swing gebracht hatte, nämlich die B-Seite des Pink-Panther-Themes von Henri Mancini. Seine kongenialen Mitstreiter Maximilian Suhr (Schlagzeug), Multitalent David Jehn, Matthias Schinkopf am Saxophon und Hanno Bonßdorf (Gitarre) wurden von dem jungen Vibraphonisten Philipp Andronik unterstützt.

Gewohnt gute funkige Hausmannskost in bewährter Qualität lieferten die Lokalmatadoren der Groove-Collection, dank Verstärkung von Gast-Percussionist Michi Schmidt noch rhythmusbetonter als sonst. Neben Klassikern wie „Party is in the house“ oder „Mr. Magic“, garniert von einigen Extra-Portionen Soli, zeigten sie in der Zugabe mit sphärischen Momenten nach Marcus Miller, dass da noch mehr geht.

Jazz on a Summer’s Night in Rotenburg

Enden sollte die geballte Ladung Musik wie immer mit einem Party-Act, der die stimmige Kulisse zwischen den Apfelbäumen des Heimathauses (einziges Novum anstelle der gewohnten Bühne am Ufer des Weichelsees), in eine grüne Tanzfläche verwandelte. Die Soul Funk Family, die mit neun Familienmitgliedern angereist war, bestach mit satten Bläser-Arrangements von gleich drei Saxophonen und einer Trompete, die gern den von Sängerin Farina Bohrer beschworenen „Great Bläserturbo“ anwarfen. Aber auch ihre eigene „Röhre“ konnte sich bei Stücken von Aretha Franklin oder James Brown locker mithalten, ebenso wie Keyboarder Volker Präkelt, der lasziv „Use me“ intonierte. Die verstorbene Amy Winehouse war es schließlich, die die Tanzfläche füllte, und als Bohrer kurz vor Mitternacht fast verzweifelt fragte: „Das war doch wohl noch nicht alles?“, waren Band und Publikum sich einig: Nein – das war es an diesem sommerlichen Partyabend noch lange nicht.

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