Premiere im Landkreis

Hegering Sottrum setzt Drohne zur Kitzrettung ein

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Jäger und Finanzier: Friedel Lossau und Stadtwerke-Chef Reinhard David.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Es ist eine Situation, die in der Regel vermeidbar ist. Ein Landwirt erntet gerade das Feld ab, doch plötzlich gerät ein Rehkitz in den Mähdrescher. „Eine eklige Geschichte“, sagt Friedel Lossau, Vorsitzender des Sottrumer Hegerings - schließlich gelangen Kadaverteile und Blut auch in die Ernte selbst. Wenn der Bauer das Tier bemerkt, ist es in der Regel schon zu spät.

Der Sottrumer Hegering möchte Abhilfe schaffen - mit einer Drohne. Die Idee ist einfach: Der Landwirt ruft kurz vor der Ernte an, und gegen eine geringe Aufwandsentschädigung fährt ein Freiwilliger des Hegerings zum betreffenden Feld, und überprüft aus der Luft, ob Rehkitze sich darin versteckt halten. Mehr oder weniger automatisch überfliegt die Drohne das Feld, der Pilot hält mit einer Kombination aus Video- und Wärmebildkamera nach den Tieren Ausschau.

Die Drohne geht dabei ähnlich vor wie ein Staubsaugerroboter: Über einem vorher definierten Gelände sorgt sie dafür, dass kein Quadratmeter übersehen wird. Findet der Pilot ein Kitz, kann er es - bei Vermeidung einer direkten Berührung - aus dem Feld tragen. „Die Ricke findet es dann schon wieder“, sagt Lossau. Das Muttertier ist im Gegensatz zu seinem Nachwuchs schnell genug, der Gefahr durch Mähdrescher und Co. zu entkommen. Ist das Feld frei von Wild, kann dieser dann anrücken.

Die Zusammenarbeit zwischen Hegering und Landwirte soll über ein loses „Netzwerk Kitzrettung“ geschehen. Das Lohnunternehmen Wehrendt hat sich beispielsweise als größerer Hof bereits angeschlossen. Finanziert wurde das rund 1500 Euro teure Fluggerät von den Stadtwerken Rotenburg.

Der Hegering Sottrum ist der erste im Landkreis Rotenburg, der dieses Angebot den Betrieben in seinem Wirkungsbereich macht. Auch über die Kreisgrenzen hinaus bleibt er ein Einzelfall. Ähnliche Projekte habe es laut Lossau zwar schon von anderen Institutionen gegeben, die wären für die Landwirte allerdings zu kostspielig gewesen.

„Es ist eine gute und nachhaltige Lösung“, sagt Lossau. Andere Methoden wie etwa das Mähen von innen nach außen oder die vorherige sogenannte Beunruhigung des Feldes durch den Jäger seien oft nicht praktikabel, sofern sie denn überhaupt angewendet werden. Da Kitze auch keine Witterung abgeben, können sie auch nicht von Hunden aufgespürt werden. Der Hegering-Vorsitzende betont, dass die Drohne ausschließlich zur Kitzrettung eingesetzt wird. Eine Ausnahme ist lediglich bei der sogenannten Nachsuche nach Wildunfällen vorstellbar. Den Einsatz zu Jagdzwecken schließt der Hegering kategorisch aus.

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