Ratsgymnasium überzeugt beim Serenadenkonzert mit musikalischen Gruppen- und Einzelleistungen

Hausmusik, Handys und La Ola

Abschied vom Ensemble: Den Zehntklässlern fiel’s sichtlich schwer. - Foto: hey

Rotenburg - Die Musikschüler des Rotenburger Ratsgymnasiums präsentierten ihr traditionelles Serenadenkonzert diesmal nicht im Freien, sondern wegen Umbaumaßnahmen an der Cafeteria ausnahmsweise in der Aula, ansonsten jedoch mit bewährter Rezeptur. Die Zutaten gefielen den Eltern, Geschwistern und Lehrern in der voll besetzten Aula am Donnerstagabend: Klassik und Modernes, junge neue Talente, alte Hasen, von denen es Abschied zu nehmen galt – und vor allem „zur Einstimmung auf den Sommer einem Melodieblütenregen an musikalischen Darbietungen,“, wie Schulleiterin Iris Rehder in ihrer Begrüßung vor der voll besetzter Aula versprach.

Sie sollte Recht behalten: Die Fülle an Musikensembles, von diversen Musikprofilklassen der Jahrgänge fünf bis zehn, über Chor, Orchester und Bigband war von ihren Leitern Frank Domhardt, Kirsten Toddentroth, Petra Wolf und Astrid Mujica-Alvarado gut vorbereitet worden. Aber auch kleinere Gruppen waren zu hören. Beispielsweise Familie Weigle, die im Trio mit Sohn Arthur an der Geige, Vater am Cello sowie Mutter an den Tasten und einem barocken Stück auf dem Notenständer bewies, dass der Begriff „Hausmusik“ in einigen Elternhäusern durchaus noch im ursprünglichen Sinne verstanden und gelebt wird.

Hervorzuheben war bei vielen Darbietungen neben dem Spaß am Musizieren im Ensemble vor allem der Mut, anspruchsvolle Stücke auch solistisch vor großem Publikum zu präsentieren. Etwa das Quintett von Achtklässlerinnen, die Ed Sheerans „Photograph“ zum Besten gaben.

Doch zunächst waren die Talente von morgen gefragt: Auf leeren Saiten zeigten die Schüler der 5M zu fetziger Pianobegleitung von Anne Rinck, die sich immer wieder als einfühlsame Begleitung an den schwarzen und weißen Tasten beweisen sollte, bei Calypso und „Streichbogen-Rock“ Erlerntes. Später ließen die ersten Griffe mit der linken Hand auch komplexere Melodien zu, „sehr zur Freude der Eltern“, wie Leiter Domhardt flachste.

Die Bläserklasse 6M wagte einen Galopp durch die Epochen, unter anderem einer Bearbeitung des Ungarischen Tanzes von Johannes Brahms, Offenbachs „Cancan“, auf den sich trefflich „Hallo Leute, es sind Ferien“ singen ließe, wie Domhardt gut gelaunt verriet. Beim Mitmachstück „Stadionfieber“ ließ sich das Publikum gern zum Mittrampeln, la Ola und „Ole“-Fangesängen hinreißen. Kurzweilig ging es weiter: Mozarts „Kleine Nachtmusik“ der Streicher der M7 geriet zum Quiz, bei „Standing Still“ mit den Gesangssolisten Sophia Schwiebert und Cinja Koch kamen Eurovision-Erinnerungen auf, und Respekt erlangte die Fingerfertigkeit der Solistin Sarah Bausmert am Klavier bei einem Bach-Präludium. Und auch das „Wagnis“ des A-capella-Songs „Only You“ der Flying Pickets des Oberstufenchors konnte sich entgegen der Warnung von Leiterin Mujica-Alvarado durchaus hören lassen.

Serenadenkonzert des Ratsgymnasiums Rotenburg

Festlich wurde es bei Mozarts „Laudato domino“, in großer Besetzung von Chor mit Orchester dargeboten. Eine mutige Leistung von Solistin Henriette Kirchhoff, wurde dem Sopran doch einiges abverlangt. Zu den Höhepunkten gehörten das hypnotische Orchesterstück „Hanging Tree“, einer Filmmusik aus „Tribute von Panem“, sowie den Improvisationen an Saxophon, Posaune, E-Gitarre und Trompete zum Blues der Bigband.

Einen emotionalen Abschied legten die Zehntklässler hin, die zum ein oder anderen Handy-Feuerzeug im Publikum mit „Wonderwall“ und einem funkigen „September ends“ den Abschluss des gemeinsamen Musizierens zelebrierten. 

hey

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