Hamburger „Jazz Lips“ feiern eigenes und Vereins-Jubiläum von „Just Jazz“

Dixieland mit Steel-Drums

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Jan Hauke Strebel (r.) zeigte an der Posaune: Langsam ist oft reichlich so schön.

Rotenburg - Gleich ein doppeltes Jubiläum erlebten die rund 300 „Just Jazz“-Besucher des Rotenburger“Autopartner Stern“ am Freitagabend in der Rotunde: Neben dem Tag dem 60-jährigen Bestehen des Clubs der Jazzfreunde feierten mit den Gästen auch die „Jazz Lips“ aus Hamburg ihr 45-jähriges Bühnenjubiläum.

Landrat Hermann Luttmann würdigte die Verdienste der Musikliebhaber um den Vorsitzenden Mike Wolff: „Sie haben das Jazz-Geschehen in der Stadt entscheidend geprägt!“ Wolff selbst gab unumwunden zu, dass die Zeiten nicht immer rosig gewesen seien. „Umso stolzer macht mich, dass der Club so lange durchgehalten hat!“

Auf einem guten Weg ist der Verein mit seinen zahlreichen Konzerten im Jubiläumsjahr. Die „Jazz Lips“ lieferten knapp drei Stunden klassischen Dixieland und mehr vom Feinsten. Die fünf gestandenen Musiker um Gründer Günther Liebetruth bestachen mit fetten Bläsersätzen, aber auch mit ihrer technischen Souveränität – nicht nur im Ensemble, sondern auch bei den immer wieder eingestreuten Soli. Wenn Lieberuth seiner Klarinette fast Klezmer-Klänge entlockte oder Jan Hauke Strebel sich an der Posaune und Joachim Refardt an der Trompete Klangduelle lieferten. Letzterer ist der jüngste Zugang – allerdings nicht ganz neu, ist er nach einem Intermezzo bei den „Swinging Fireballs“.

Zu den Höhepunkten gehörten die Momente, wenn die Jazzer die zuweilen ausgetretenen Pfade des „klassischen“ Dixieland verließen: Das Duett „Carneval“ mit Tuba (Hendrik Jan Tjeerdsma) und Trompete bescherte ebenso besondere Momente wie das Banjosolo von Urgestein Peter Meyer. Aber auch die Ausflüge in den Zyklus „Lieder fremder Länder“ mit einer Adaption des jamaikanischen Songs „Sly Mungoose“ oder einer Gospelhymne interpretierten die sechs technisch versierten und bestens aufeinander eingespielten Jazzer ganz in Dixieland-Manier.

Für echtes New Orleans-Feeling sorgte der Stargast des Abends Gregory Boyd. Der farbige Sänger, der der Liebe wegen nach Dänemark ausgewandert ist, setzte mit seiner Soulstimme und einer mitreißenden Performance an den Steel Drums Glanzpunkte und befeuerte auch seine Bandkollegen.

Aber auch die wenigen langsameren Nummern bargen ganz unverhoffte Hörgenüsse. So brachte „Camp“, nur von Posaune und Piano vorgetragen, differenzierte Farbnuancen und wohltuende dynamische Varianzen zum Vorschein.

Spätestens nach knapp drei Stunden Jazz-Klassikern und frei frenetisch gefeierten Zugaben war klar: Jazz lebt – und die Rotunde hat sich als würdiger Ort wieder einmal bewährt.

hey

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