Haftstrafe für Visselhöveder

Rotenburg/Visselhövede - Das Amtsgericht Rotenburg hat am Dienstag einen 34-jährigen Mann aus Visselhövede aufgrund des Drogenbesitzes in nicht geringer Menge schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Die Polizei hatte den Mann im Zusammenhang mit dem Fund einer Marihuana-Indoorplantage Anfang Februar in Egenbostel verhaftet. Der Verurteilung ging dabei eine Einigung zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung voraus.

Den Kompromiss bezeichnete die vorsitzende Richterin Petra Stein-Simon als „gutes Ergebnis, bei dem sich alle entgegengekommen sind“. Ursprünglich wurden noch zwei Fälle gegen den Visselhöveder verhandelt. Der erste Fall – bei dem der 35-Jährige Ende Juli 2015 mit zehn Kilogramm Marihuana erwischt wurde – setzte die Richterin im Zuge der Einigung allerdings vorläufig aus.

So konzentrierte sich das Urteil auf den 5. Februar dieses Jahres, als die Polizei gegen 17 Uhr einen damals 46-Jährigen im Rahmen einer Observation auf einem Parkplatz in der Visselhöveder Innenstadt bei der Übergabe von fünf Kilogramm Marihuana an den Angeklagten beobachtet hatte. Die Wege der Männer trennten sich kurz darauf. Der 46-Jährige wurde später an einer Tankstelle an der Rotenburger Straße von Beamten des Zolls festgenommen.

Dieser wurde von der Polizei in Lübeck bereits länger beobachtet und auch telefonisch überwacht. Nach einem Hinweis aus der Hansestadt geriet der Visselhöveder in das Visier der Rotenburger Ermittler.

Der 34-Jährige bescherte den Beamten an diesem Tag unfreiwillig einen beachtlichen Überraschungsfund. Denn auf dem Hof in Egenbostel, zu dem sie ihm gefolgt waren, entdeckten sie eine „professionell betriebene Indoorplantage mit rund hundert Hanfpflanzen“.

Mit dem Drogenanbau hatte der 34-Jährige allerdings offenbar nichts zu tun. So verhandelte das Amtsgericht am Dienstag lediglich die beiden Fälle des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Der Bewohner des Hauses in Egenbostel war bei der Verhandlung als Zeuge geladen, verweigerte allerdings seine Aussage.

Polizei: Angeklagter handelte professionell

Die Staatsanwaltschaft hatte nach den Aussagen der beiden ermittelnden Beamten der Polizeiinspektion Rotenburg keinen Zweifel daran, dass der Angeklagte mit den fünf Kilogramm Marihuana Handel treiben wollte. Angesichts der vom Landeskriminalamt errechneten 31 000 Konsumeinheiten schloss sie einen Eigenbedarf aus. Die Tat des 34-Jährigen zeuge von „krimineller Energie“, erklärte sie – laut der Aussage der Ermittlungsbeamten sei der Angeklagte professionell vorgegangen und wechselte beispielsweise häufig das Mobiltelefon oder benutzte öffentliche Fernsprecher, um Spuren zu verschleiern.

Dem Visselhöveder zu Gute hielt die Staatsanwaltschaft, dass er die Tat bei der ersten Vernehmung Anfang Februar bereits einräumte und dies vor Gericht auch wiederholte. Dieser wolle, so sein Verteidiger, nun „einen Schlussstrich ziehen“ und hoffe, später in den offenen Vollzug zu kommen, um zu arbeiten. Die Richterin stufte diese Hoffnung später in ihrer Urteilsbegründung als realistisch ein.

Die sechs Monate in Untersuchungshaft, die der Angeklagte seit seiner Festnahme in der Justizvollzugsanstalt in Bremervörde verbracht hatte, werden im Urteil berücksichtigt und in die zwei Jahre und acht Monate Freiheitsstrafe eingerechnet. J mro/wb

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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