Arbeitslosenzahlen im Landkreis

Gute Chancen für Flüchtlinge

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Rotenburg - Von Guido Menker. 3 803 Männer und Frauen im Landkreis Rotenburg waren im Juni ohne festen Job. Die Arbeitslosenquote bleibt damit stabil und liegt bei 4,3 Prozent – also auf dem gleichen Niveau wie im Mai oder auch im Juni des vergangenen Jahres.

„Das ist ziemlich erstaunlich“, freut sich Oliver Lemke, Chef der Agentur für Arbeit in Rotenburg, über den Ist-Zustand auf dem hiesigen Arbeitsmarkt. Denn: Einerseits sei die Zahl der Erwerbslosen leicht um zwölf gesunken, andererseits sei allein im Juni die Zahl der gemeldeten freien Stellen um 24 Prozent auf nun 1387 gestiegen. Das bedeutet rein rechnerisch: Auf 2,7 Arbeitslose kommt eine freie Stelle – eine besonders gute Quote.

Rotenburg weist von den drei Landkreisen im Agentur-bezirk Stade übrigens die beste Arbeitslosenquote auf. In Cuxhaven liegt diese zurzeit bei 5,7 und in Stade bei 5,8 Prozent. Oliver Lemke berichtet für den Landkreis Rotenburg, dass die Agentur für Arbeit einen Zuwachs von 80 Arbeitslosen zu verzeichnen hatte, während es beim Jobcenter einen Rückgang von 68 Erwerbslosen gegeben habe: „Der Zuwachs bei uns ist aber normal, denn wir haben es zurzeit mit dem Schul- und dem Ausbildungsende zu tun.“ Alles aber im überschaubaren Rahmen, sagt er.

Sehr überschaubar sind auch die Eckwerte des Jobcenters. Die stellvertretende Leiterin Nina Mikoleit berichtet von einer weiterhin positiven Entwicklung: weniger Arbeitslose und erneut ein Rückgang bei der Zahl der Bedarfsgemeinschaften. Unter den Hartz-IV-Beziehern seien inzwischen 230 der rund 1500 im Landkreis Rotenburg lebende Flüchtlinge.

Für die Migranten, die in vergangenen Monaten in den Landkreis gekommen sind, sind die Chancen offenbar groß, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das betont Lemke. Nun gelte es aber erst einmal, sie auch arbeitsmarkttauglich zu machen. In Kooperation mit mehreren Bildungsträgern sowie mit dem Jobcenter liefen bereits eine Reihe von Projekten. „Zunächst müssen sie aber vor allem Deutsch lernen“, wird auch er nicht müde, den wichtigsten Punkt noch einmal zu betonen. „Sprache ist ein ganz wichtiger Faktor“, stößt Nina Mikoleit ins gleiche Horn. Sie und ihre Kollegen im Jobcenter seien bestens aufgestellt, fügt sie hinzu. Man erwarte schon bald einen deutlich stärkeren Zulauf von Flüchtlingen im Jobcenter – und begegne dem mit zusätzlichem Personal.

Damit aber nicht genug: Das Jobcenter organisiert zurzeit 70 Veranstaltungen zur „muttersprachlichen Berufsorientierung“ für Persisch und Arabisch sprechende Zuwanderer in allen Gemeinden. „Wir erzählen den Menschen, wie unser Arbeitsmarkt aussieht, wie die Verhältnisse sind, was es mit der Ausbildung auf sich hat und wie sich ein Zugang finden lässt.“ Seit zwei Wochen laufen diese Veranstaltungen bereits, bis Mitte September soll jeder Flüchtling eine Einladung erhalten haben. Die Flüchtlinge wiederum zeigten sich sehr interessiert. Und das gilt auch für die Arbeitgeber im Landkreis, die sich vielfach schon sehr auf sie freuen.

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